Montag, 2. Oktober 2017

Ritzel, Reifen und Radau

Epische Schlachten, einfaches Tjosten hoch zu Drahtesel, Ritzelwerfen für die Knappen, Bogenschießen und Axtwerfen für die Gäste, Laufradrennen für die Kleinsten. Dazwischen gab es Bier und Musik und ehrfurchtslose Ansagen ganz ohne vornehmes Gefloskel. Auch verbal ging es also hart zur Sache.



Spaß hatte die ganze Familie, auch wenn ein Teil sich zum Kampf rüsten musste, weil es leider verletzungsbedingte Ausfälle zu substituieren gab.
Es ging gut. Der Schildwall hielt ab dem zweiten Ansturm, nachdem der erste verheerende Durchbruch einen Minuspunkt, aber auch jede Menge Adrenalin produzierte.


Nach der Schlacht gab es Industriebier, und wer wollte, bekam auch selbstgebrautes Ale - jedenfalls, wenn die mal gerade kein CO2-Problem hatten.
Dabei haben wir doch alle ein CO2-Problem!

Im nächsten Jahr wird die Familie bereits ein festes Glied im Schildwall beisteuern, aber bis dahin muss noch viel trainiert werden... Muskelkater lässt grüßen.

Da unsereiner aber lediglich die Enkel herumzuschleppen hatte, war nicht das Kampfgetümmel die Ursache der künftigen Trainingswunsches. Selbst ein etwas verspannter Schultergürtel macht deutlich, dass man doch mehr für Knochen und Muskeln tun sollte...

Wir sehen uns also in der Sporthalle, beim Neujahrsanbaden oder spätestens beim 7. BärlinPedälBättle!
Ihr gerade etwas eingerosteter Frosch


Mittwoch, 27. September 2017

Lassen Sie bloß Ihren Schirm zu Hause!

Ja wirklich!
Es muss ja nun nicht immer aus allen Wolken gießen, wenn unsereiner mal in die Biesdorfer Parkbühne hüpft. So trocken wie selten dort - jedenfalls 2017 - durfte, ja musste man sich allerdings alternativ mit dem kühlen Blonden oder Schwarzen befeuchten.
Sogar Bratwürste und Bouletten gab es noch Stunden nach dem Auftakt. Glauben Sie nicht? Würde unsereiner bestimmt auch nicht glauben...

Jedenfalls stimmte uns MasterPeace auf den sich ankündigenden Abend ein. Stimmgewaltig beeindruckte Steffi Breitings Sopran: Dylan mal ganz anders interpretiert. Das riss selbst die vom Hocker, die eigentlich nur wegen Engerling kamen.




Und die kamen dann auch geschlossen auf die Bühne, wobei Herr Bodag ja sowieso schon seinen Keybordschemel angewärmt haben dürfte.
...irgendwie der Held des Abends, der von sechs bis zehn in die Tasten schlug.




Ein kulturvoller Abend, der neue Erfahrungen brachte, der durchaus sehr balladenlastig war, und der aber dennoch nichts zum Meckern übrig ließ.
Engerling meets Dylan heiß ja nicht, Engerling spielt den Moll-Blues...

Mit einem Augenzwinkern,
Ihr Frosch

MasterPeace:
Steffi Breiting (voc)
Wolfram Bodaq (keyb)
Tobias Hillig (g)
Jeff Allen (dr)
Kuma Harada (bg)

Engerling:
Wolfram Bodag (voc, keyb, harm)
Heiner Witte (g)
Manfred Pokrandt (bg)
Hannes Schulze (dr)

Mittwoch, 13. September 2017

Im Landeanflug...


Sehr geehrte Fluggäste,

wir bitten die Verzögerungen zu entschuldigen. Als kleinen Ausgleich spendieren wir Ihnen einen Frühstücksgutschein über zehn Euro, der in jedem Restaurant oder Kiosk hier im Flughafen eingelöst werden kann. Wir scheuen keine Kosten.
Unseren Abflug erwarten wir dann in zwei bis drei Stunden. Sie werden alle rechtzeitig über das bevorstehende Boarding informiert.
Genießen Sie Ihren Tag im Flughafen. Das Aussichtsdeck ist heute für Sie bei Vorlage Ihrer Bordkarte kostenlos geöffnet.

Gleichzeitig würden wir diejenigen unter Ihnen, die bereits Flugerfahrung besitzen, bitten, sich umgehend am Schalter unserer Airline einzufinden. Bitte bringen Sie Ihren Boarding-Pass mit.
Für die kleine Flugschulung, die dort durch einen erfahrenen Piloten anhand farbiger Schaubilder erfolgt, stellen wir Ihnen sehr gerne auch ein Zertifikat aus.
Und haben Sie keine Bange, oben geblieben ist noch niemand, ha ha.

Und natürlich bekommen Sie in dieser Zeit auch einen kleinen Imbiss...


Gerade noch rechtzeitig mit galoppierendem Herzen erwacht,
Ihr "fliegender" Frosch


PS:
https://www.airberlin.com/de/site/landingpages/flight_information.php

Sonntag, 10. September 2017

Abwarten und Whisky trinken?

In der Karibik entstehen gegenwärtig gewaltige Tropenstürme, am Nordpol brechen riesige Eisberge ab, beim Rockfestival in Hoppegarten waren die Organisatoren genau so schlau, wie die einst 1989 beim Stones-Konzert in Weißensee, für Deutschland gibt es eine türkische Einreisewarnung und Mr. President macht... Ja, was eigentlich? Lange nichts Komisches aus dieser Richtung gehört.
Menschen!

Wie Sie so lange ruhig sitzen konnten!
Allerdings geht unsereinen das relativ wenig an, jedenfalls so lange noch genügend Wasser im Tümpel ist. Natürlich nehmen wir das ganze Chaos drum herum wahr, aber wir möchten uns lieber nicht an den Ursachen beteiligen und auch möglichst aus den Folgen herauswinden.
Falls es geht.
Falls es noch geht...

Neben dem ganzen politischen Tohuwabohu und der kaum zu leugnenden Ideenlosigkeit der Parteien, die jetzt kurz vor der Wahl außergewöhnlich übereinstimmend und einig sind, fällt dennoch das Wetter irgendwie heraus. Statt aber lange zu diskutieren, ob der Klimawandel, der nicht mehr zu übersehen ist und mit Riesenschritten daher kommt, tatsächlich menschengemacht ist oder nicht, sollte man die wenige Zeit genießen, die man vielleicht noch hat.
Was wird aus Europa, wenn z. B. der Golfstrom abreißt?
Pragmatisch würde ich Ihnen antworten, dass es dann bald keinen Whisky mehr gäbe.

Frösche neigen nun mal zu Fatalismus, aber sich jetzt noch an den "letzten Tropfen" dieser Welt zu vergreifen ist eigentlich sehr optimistisch, oder?
Ich gehe schon davon aus und zelebriere Ihnen hier mal eine ungewöhnliche Hochzeit, die vielleicht aber doch etwas Klimaschuld auf sich geladen hat - beim torfrauchigen Darren des Malzes mindestens.
Na ja, etwas jedenfalls.
Ganz marginal, versteht sich.



Eine durchaus interessante Hochzeit *
Bunnahabhain 5 Octave mit Dirty Dianne 8 und französischem Bier als Trauzeuge: Rauch trifft Rauch mit Sherry...




Zwei Whiskies, die sich nicht gegenseitig übertrumpfen wollten und die auch nach der Kreuzverkostung ihren kompletten Charakter bewahrten, teilweise noch versteckte Nuancen hervortreten ließen. Dirty Dianne offenbarte überraschend neben der starken Sherrynote u.a. auch noch den Geruch von Sägespänen von ganz alten Schrankbrettern. Whisky zu verkosten ist wie in einem Keller voller Gerümpel eine verlorene, bekleckerte Krawatte zu suchen und schließlich auch wiederzufinden...

Keine Ahnung, wozu man eine Krawatte braucht, aber trotzdem Slàinte mhath!
Ihr sehr optimistischer Frosch

* Bei Gleann Bhùile gefunden

Sonntag, 20. August 2017

Das Wetter macht Musike!

Hah, ist der eine am letzten Freitag in der Biesdorfer Parkbühne (wiedermal) abgesoffen, hat es gleichzeitig in Köpenick den anderen erwischt...
BLUEWATER konnte offensichtlich die Instrumente retten und Jenny ihre Stimme, sodass gleich am nächsten Tag, husch-husch-husch, Daheim gespielt werden konnte. Daheim heißt die Kneipe, die sonst Kaulsdorfer Busch im Kaulsdorfer Busch hieß. Und etwas anders als früher, finden jetzt auch sommers Konzerte dort statt. Was sagen die Laubenpieper dazu?
Unsereiner hat nicht danach gefragt, aber pünktlich um zehn wurde schallschutztechnisch die Tür geschlossen.
Gemütlich war der Abend auf jeden Fall, und auch Don Marcos füllte den Part des neuen Gitarristen aus Sicht einiger Zuhörer und Tänzer schon ganz gut aus. Vielleicht ist ja das Ensemble so wieder komplett.


Im Kaulsdorfer Busch gilt zwar kein Fotoverbot, aber wer knipsen möchte, sollte wenigstens einen entsprechenden technischen Gegenstand dabei haben, aber wie stets im Busch, blieb die olle Knipskiste leider daheim...
Nun ja, es gab keine Currywurst, sondern gutbürgerliche Deutsche Küche, verschiedenes Gezapftes und jede Menge feiner Liköre und Leute von damals, bei denen der olle Frosch immer wieder ins Fettnäpfchen hopste, wenn er manchmal viel zu laut nachfragte: "Wer ist denn das?" und "Ach, den kennst Du schon von ganz früher?!".
Früher bedeutet hier die Zeit, als es noch ganze Täler von Ahnungslosen im Lande gab und auch Leute, die prinzipiell nur Ostmusik hörten, wenn sie von Engerling, Monokel oder Kerth gemacht war...

Mannomann, wie die Zeit rennt!
Ihr gemeiner Ohren-Frosch

PS:
Wir freuen uns jedenfalls schon auf weitere Veranstaltungen gleich um die Ecke im Grünen, und wer weiß, vielleicht geht man auch einfach nur mal zum Eisbeinessen hin...

Und noch ein PS:
Bluewater schafft es, die Lautstärke stets dem entsprechenden Etablissement anzupassen, egal ob Freilichtbühne, Saal oder winziger Gastraum. Die Froschohren finden es jedenfalls toll. Danke!

Freitag, 18. August 2017

Nürnberg liegt nicht in Bayern!

Der Preuße kennt natürlich nicht die Unterschiede zwischen Bayern und Franken und vielleicht auch noch Unter-, Mittel- und Oberfranken...
Und schon damals, da spielten in unserer Welt die Bayern noch keine Rolle, gab es südlich von Jüterbog nur noch die Sachsen. Der Preuße differenziert eben nicht besonders gut.
Kann er nicht, oder will er nicht? Keine Ahnung.









Jedenfalls in Nürnberg zu Gast, steht ganz unweigerlich die Besteigung der Kaiserburg (im doppelten Sinn) auf dem Programm.
Erst steigt man die steilen Straßen zur Burg hoch, und dann will man auch noch vom Turm heruntergucken. Und wer dann die 112 Stufen zum Turm hochschafft - außer Puste vielleicht, mit klopfendem Herzen - kann zuerst nicht zugeben, dass es eigentlich ein Wunschprogramm war.

Bei der Aussicht auf die Stadt oder die Burganlage hat einen dann aber doch die Entdeckerfreude wiedergefunden.
Und völlig entspannt und ausgelassen geht es die verdrehte Holzkonstruktion wieder hinunter...

Fußlahm? Keine Spur!
Außer Puste? Nö, nicht mehr.
Hunger? Aber klar doch!

Bleiben auch Sie neugierig!
Ihr Entdecker-Frosch



Mittwoch, 16. August 2017

Zeitdilatation neulich physisch erlebt!

Na klar! ...eigentlich sogar in jedem Urlaub. Man wartet ewig, bis es endlich soweit ist, und ist es soweit, ist es auch schon im Nu vorbei. Es spielt auch überhaupt keine Rolle, wie lange man hierbei Ferien macht(e). Leider!

Nun ja, natürlich freut man sich aufs Neue auf die Arbeit, auf Berlins Kulturleben, auf das Whiskyfest in Köpenick (oder, wer lieber Frau Kierzek treu bleiben will, auf die Malzfabrik zur selben Zeit...), auf die Baustellen auf Berlins Straßen, auf Pendelverkehr oder SEV, wenn man die Karre stehen lässt.


Das Banale und Alltägliche und auch Besondere wiederholt sich Jahr für Jahr, nur dass man selbst den Kreis der Eintönigkeit mit samt seinen Freunden durchbricht. Alle werden grauer, insgesamt leiser und auch etwas schwerfälliger -
Hängefalten hier und da, hier noch ein Knie, da eine Hüfte...
Na, Sie wissen schon. Und wenn nicht, seien Sie froh!

Vergisst man kurz mal die Zipperlein, schiebt einen die Selbstwahrnehmung in die Zeit, so um die dreißig, aber das ist bei jedem vielleicht immer etwas anders. Und plötzlich ist der neben einem alt. Und überhaupt sind hier alles nur Alte um einem herum. Und ehe man sich noch richtig wundern kann, macht sich beim Aufstehen sogleich der Ischias-Nerv bemerkbar, und man lässt sich wieder leicht resigniert und sehr, sehr vorsichtig zurückfallen.
An Ort und Stelle ist man plötzlich wieder in seiner richtigen Zeit.

Hier wird die Zeit weder gestaucht, noch in die Länge gezogen. Nein, hier macht die Zeit einen Sprung. Gewissermaßen.
Ob das jetzt noch in die Relativitätstheorie des alten zungenbläkenden Graukopps passt?

Immerhin benötigt manch einer keine Ohrstöpsel mehr, wenn er vor der Konzertbühne steht. Er dreht einfach das Hörgerät leiser...
Manch' Alter ist ganz schön schlau!
...und ich hab' jetzt leider vergessen, was ich Ihnen noch erzählen wollte.

Und ich versuch' jetzt gleich nochmal, etwas zu hopsen!
Ihr gelenkbeeinträchtigter, fast tauber, grauer Schrumpel-Frosch