Sonntag, 30. Dezember 2012

Das letzte Kistenkonzert 2012?

Als letzte Musiker konnten wir gestern Abend Heart of Stone in der Kiste begrüßen. Und es war ganz schön voll. Immerhin so voll, dass das Fassbier nicht reichte. Für solche Notfälle gab es aber auch noch Berliner und Sternburg aus der Flasche.
Mit hundert Besuchern hatte hier wohl niemand gerechnet, und der weitsichtige Fred war ja im Urlaub.

Auch die Technik hatte ihre Mucken, die den Beginn des Konzerts verzögerten. So war aber genügend Zeit, sich zu unterhalten, Einblicke in das lexikalische Bandwissen des Bluesers zu erhalten und auch 'ne ganze Weile an der länger und länger werdenden Bierthekenschlange anzustehen, ohne etwas zu verpassen.

Irgendwie stand dann doch noch jemand auf dem Mikrofonkabel, als die vier Gitarren, das Schlagzeug und die anderen Rhythmusinstrumente einsetzten. Nur stimmte irgendwie das Tempo die erste halbe Stunde nicht - zu langsam, viel zu artig.
Dafür ging es bei Sweet Virginia zu schnell, so dass man beim Tanzen ganz aus der Puste kam.
Vielleicht ging aber auch nur unser inneres Metronom falsch, und das mit der Puste muss evtl. erst mal noch trainiert werden...



Dann kam aber die Band richtig in Schwung, fand sogar noch ein hellgrünes Kabel auf der Bühne, das sogleich irgendwo angeschlossen wurde, und angeheizt durch den lauter werdenden Gesang des Tanz- und Hörvolkes wurden die Stones in ihrem langsam ausgehenden fünfzigsten Jubiläumsjahr dann von allen Anwesenden außerordentlich gut zelebriert.
Es machte Spaß.
Und als wir Punkt null Uhr gingen, war im kleinen Saal noch nicht ans Gehen zu denken.

Rutschen Sie gut ins Neue Jahr!
Ihr Frosch

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Das soll Weihnachten sein???

Da sitzen wir nun bei über zehn Grad um die Fichte herum und warten irgendwie darauf, dass es Winter wird.



Irgendwie war es ja schon mal Winter, und in Russland erfrieren auch die Leute, aber uns scheint der abhanden gekommen zu sein.
Selbst der Teich hat nur noch eine dünne Eisschicht.

Nun ja, die Geschenke haben wir eingesammelt, aufgerissen, ausgepackt, und morgen gehen wir zur Tauschbörse... Wie jedes Jahr also. Außer, dass wir Socken von Jahr zu Jahr als Geschenk immer blöder finden. Oder Espressomaschinen. Oder Töpfe. Oder oder...
Gratulieren wir uns doch einfach dazu, den Weltuntergang am astronomischen Winteranfang überlebt zu haben! Freuen wir uns, auch die Festtage ganz gut überstanden zu haben, trotz Völlerei, Südfrüchten und Familientreffen. Prost Mahlzeit!
Wir sind also wer!

Und so quasi über uns hinausgewachsen verkünden wir unser weltliches Urbi et Orbi als "Frohes Fest für alle!", gerade noch rechtzeitig am 2. Feiertag fünf vor zwölf.

Also, allen noch ein Frohes Fest!
Ihr Frosch

Freitag, 30. November 2012

Dafür oder dagegen?

Es wird langsam kühl in unseren Breiten. Gleich eine gute Gelegenheit, die Frage zu klären, ob kühlgefilterter Whisky als "geschmackskastriert" zu bewerten wäre.
Offensichtlich ist dieses Problem ähnlich dem, in dem auch Befürworter und Gegner der Blends aufeinander losgehen. Aber ich frage nun Sie, kann denn ein Blend, der zu sechzig Prozent aus "Industriealkohol" (also großindustriell gefertigten Grain-Whisky) besteht und nur ganze vierzig Prozent Malt Whisky enthält, die volle Aromenvielfalt und -intensität aufweisen? Ich will das jedenfalls nicht glauben.
Trotzdem ist weltweit noch immer die "gleichbleibende Qualität" der Blends bedeutsamer, als die fassspezifische Individualität einzelner Malts. Frösche mögen im Allgemeinen nicht dieses Einheits-Eierpopeier, auch auf die Gefahr hin, dass manche Geschmackserlebnisse für immer unwiederbringlich sein können...
So ähnlich bewerte ich auch die Farbe der einzelnen (fassreinen) Sorten. So, wie wir Frösche nicht immer nur grün, sondern auch braun, bronzefarben oder türkis sein dürfen, darf doch ein Whisky auch mal "nur" strohgelb oder auch sherryrot aussehen - je nach Lagerfassintensität und -dauer.
Hat es der TALISKER wirklich nötig, mit Zuckerkulör aufgewertet zu werden? Und darf man nach dieser "Aufwertung" wirklich noch die schöne bernsteingelbe Farbe des edlen Getränks bewerten und lobpreisen?
Wahrscheinlich JA, denn Silikonbrüste werden doch mehrheitlich ganz ähnlich wahrgenommen.

Trotzdem versucht man immer wieder Objektivität in alle Bereiche hineinzubringen, selbst in die des Berserkergetränkes, falls man einigen historischen Hinweisen trauen darf.
Man sucht zwar nicht unbedingt die Seele des Lebenswassers mit wissenschaftlichen Mitteln [Link 2016 überarbeitet. Bitte beachten Sie die verschiedenen Quellenangaben im Dokument], so doch aber die Geheimnisse der Komposition. Spektroskopie eben.
Ich erinnere mich noch an dicke Atlanten die zu sichten waren, wenn man einer Substanz auf der Spur war - zu sein glaubte...




Lassen Sie uns jetzt zum Thema "Kühlfilterung" zurückkommen.
Auch hier wurde experimentiert. Mehrere Sorten wurden zur Hälfte gekühlt, durch Papierfilter getropft und mit der unbehandelten Hälfte vergleichend blind verkostet.
Es klingt erst einmal gar nicht so doof und ist als Partygag garantiert 'ne schöne Sache. Erst lachen alle, wie sich die Prüfer "verkosten" (Ha ha, wieder den falschen herausgeschmeckt!), dann lachen alle, wie sich die Prüfer bekleckern (Dissss is jetze aba wiklich der Laga-gavullinnnnn unnzva nichh kühgefillat!) usw.
Das wissenschaftliche Experiment disqualifiziert sich leider selbst durch die Verwendung des Melitta®-Kaffeefilters No. 4. oder eines nicht genau bezeichneten Faltenfilters. Vielleicht hätte man ja doch lieber 'ne G4-Fritte mit 10-16 µm Porenweite nehmen sollen.
Wo bleibt da die GLP (die "Gute Laboratoriumspraxis")?
Auf der Strecke nämlich!

Wenn Sie also wieder mal Ihren Single Malt aussuchen, empfehle ich Ihnen, unbedingt auf folgenden Hinweis zu achten:
UN-CHILL FILTERED (AS IT SHOULD BE) oder
NON CHILL-FILTERED oder
WE NEITHER CHILL-FILTER... oder oder oder.

Die Frage, wer überhaupt und warum auf die Idee der Kühlfilterung kam, sollte heute hier nicht geklärt werden, denn sonst könnte man auch gleich fragen, wie viele Eiswürfel in ein Nosingglas passen.

Jetzt muss ich mich aber wirklich schütteln, und Dr. L., diesmal stimme ich Ihnen nicht zu. Meiner Ansicht nach ist das nicht nur eine "philosophische Frage"!

Zum Wohle!
Ihr Frosch,
diesmal geschüttelt - nicht gerührt

Donnerstag, 29. November 2012

Alzheimer

Radnetzspinnen, die schon etwas älter sind, vergessen angeblich beim Netzspinnen die Symmetrie. Das soll als Modell für künftige Alzheimerforschungen dienen können.
Klingt plausibel.



Ideal wäre natürlich ein 1:1-Modell am POI "Mensch". Spazieren Sie einfach zum Potsdamer Platz oder dahin, wo ein BVG-Liniennetz hängt, oder gehen Sie nach Rüdersdorf. Sie werden sich vielleicht wundern.



Die Menschen sind eben auch nur Spinnen. Immerhin schmecken mir die Letztgenannten gut.

Trotzdem alles Gute!
Ihr Frosch

Freitag, 9. November 2012

Liebeserklärung an alle Jahreszeiten

Ja, natürlich kann man auch im Sommer kuscheln, bei 30 Grad und so, oder wie auf Kuba üblich, im seichten Ozean ab 28 Grad Wassertemperatur.
Unsereiner bevorzugt aber die etwas kühlere Jahreszeit, bei der man am Ofen sitzen kann ("Ach Annabell, ach Annabell, komm setz Dich auf mein Bärenfell...") oder aber unter dem Deckbett zusammenkriecht.
Der Duft weihnachtlicher Gewürze umzingelt einen. Ob das am frischen Glühwein liegen mag? Vielleicht kommt das aber auch von den gerösteten Mandeln oder den gerade geschälten Südfrüchten. Ja, und der Rauch, der evtl. aus dem Ofen, nicht unbedingt vom guten Whisky stammen muss, oder doch, oder auch beides...



Eine rundum angenehme Herbstzeit, vor der viele gerne fliehen würden. Ich aber mag einfach diese gemäßigte Zone mit dem Sich-Abwechseln der Jahreszeiten. Ich liebe Schnee, aber auch das Warten auf den Frühling danach. Ich bin verknallt in den Sommer am und im Tümpel. Und erst der Herbst..., aber das wissen Sie ja bereits.

Wissen Sie auch noch, wie man einen Drachen baut?
Ihr Frosch

Nachtrag vom Lagerfeuer

Es war doch ganz schön eng am Feuer...



...aber wir rückten eben etwas zusammen und genossen neben Glühwein, Bier und Tee auch Whisky. Hiervon schmeckte einer besser als der Andere, so dass man sich am Ende schon nicht mehr festlegen konnte, welcher der Leckerste war.
Na ja, für manch einem war alles andere als Whisky lecker, aber ich muss sagen, der Lagavulin im Rauche des Feuers - einfach unbeschreiblich...

Slàinte mhath!
Ihr Frosch

Dienstag, 30. Oktober 2012

Oidhche Shamhna

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Zum morgigen Keltischen Winteranfang wird schon Holz zusammengetragen. Die Zutaten für den Glühwein (Tee, Zimt, Biozitronen, Nelken, etwas Zucker, Rotwein und geheime Kräuter) stehen auch schon bereit. Natürlich wird der Lagavulin 16 endlich geöffnet. Immerhin wartet der Karton mit dem zerbrechlichen Inhalt, der wiederum das Lebenswasser (uisge-beatha) enthält, auf das große Aufreißen - angekündigt bereits am siebten August in Napoleons Brauhaus in Leipzig.
Deswegen darf diese Flasche auch nicht ganz alle werden, damit nämlich eine winzige Kostprobe davon irgendwann mal nach Zschorlau mitgenommen werden kann.
Dieser Whisky ist nicht ganz der allerallerbeste aller Heilwässerchen, aber doch schon ein ziemlich guter. Und auf jeden Fall einer mit unheimlich großer Symbolkraft.



Was essen wir am Feuer? Genau, Kürbissuppe(n) und Butterstullen. Na ja, eine Suppe wird eher lieblich schmecken und eine ordentlich Ingwer enthalten. Dazu gibt es geröstete Kürbiskerne und ein paar Spritzer Kürbisöl zur Dekoration.
Dieser Tag (also die Nacht Oidhche Shamhna) fällt nun mit dem hierzulande neumodischen Halloween zusammen, wo verkleidete Gören aus der Nachbarschaft mit Begleitschutz ihrer Eltern grölend nach Süßigkeiten betteln und gleich nach Erhalt oft/meist das ganze (unverrottbare) Bonbonpapier achtlos in den Wind werfen. Da steht also wirklich das Tor zum Totenreich, zur Unterwelt offen. Na gut, Bücken ist gut für unsereiner.
Und diese Terminüberschneidung kann eigentlich nur rein zufällig sein... Doch, doch!

Ich werde mich diesbezüglich aber auch etwas vorbereiten und schon mal eindecken mit Peperoni-Bonbons, Ingwerstückchen, Lakritzschokolade und anderen Leckereien. Die Begleitschutzeltern bekommen, wie jedes Jahr einen Glühwein, falls am Keltischen Winterfeuer noch Platz sein sollte.

Aha, mein Glühwein ist Ihnen zu sauer!?
Die Gören wollen lieber Vollmilchschokolade!?
Etwas kalt ist Ihnen auch noch!?

Wie immer also.
Und ewig grüßt das Murmeltier...
Diesmal aber
Ihr Frosch