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Sonntag, 10. September 2017

Abwarten und Whisky trinken?

In der Karibik entstehen gegenwärtig gewaltige Tropenstürme, am Nordpol brechen riesige Eisberge ab, beim Rockfestival in Hoppegarten waren die Organisatoren genau so schlau, wie die einst 1989 beim Stones-Konzert in Weißensee, für Deutschland gibt es eine türkische Einreisewarnung und Mr. President macht... Ja, was eigentlich? Lange nichts Komisches aus dieser Richtung gehört.
Menschen!

Wie Sie so lange ruhig sitzen konnten!
Allerdings geht unsereinen das relativ wenig an, jedenfalls so lange noch genügend Wasser im Tümpel ist. Natürlich nehmen wir das ganze Chaos drum herum wahr, aber wir möchten uns lieber nicht an den Ursachen beteiligen und auch möglichst aus den Folgen herauswinden.
Falls es geht.
Falls es noch geht...

Neben dem ganzen politischen Tohuwabohu und der kaum zu leugnenden Ideenlosigkeit der Parteien, die jetzt kurz vor der Wahl außergewöhnlich übereinstimmend und einig sind, fällt dennoch das Wetter irgendwie heraus. Statt aber lange zu diskutieren, ob der Klimawandel, der nicht mehr zu übersehen ist und mit Riesenschritten daher kommt, tatsächlich menschengemacht ist oder nicht, sollte man die wenige Zeit genießen, die man vielleicht noch hat.
Was wird aus Europa, wenn z. B. der Golfstrom abreißt?
Pragmatisch würde ich Ihnen antworten, dass es dann bald keinen Whisky mehr gäbe.

Frösche neigen nun mal zu Fatalismus, aber sich jetzt noch an den "letzten Tropfen" dieser Welt zu vergreifen ist eigentlich sehr optimistisch, oder?
Ich gehe schon davon aus und zelebriere Ihnen hier mal eine ungewöhnliche Hochzeit, die vielleicht aber doch etwas Klimaschuld auf sich geladen hat - beim torfrauchigen Darren des Malzes mindestens.
Na ja, etwas jedenfalls.
Ganz marginal, versteht sich.



Eine durchaus interessante Hochzeit *
Bunnahabhain 5 Octave mit Dirty Dianne 8 und französischem Bier als Trauzeuge: Rauch trifft Rauch mit Sherry...




Zwei Whiskies, die sich nicht gegenseitig übertrumpfen wollten und die auch nach der Kreuzverkostung ihren kompletten Charakter bewahrten, teilweise noch versteckte Nuancen hervortreten ließen. Dirty Dianne offenbarte überraschend neben der starken Sherrynote u.a. auch noch den Geruch von Sägespänen von ganz alten Schrankbrettern. Whisky zu verkosten ist wie in einem Keller voller Gerümpel eine verlorene, bekleckerte Krawatte zu suchen und schließlich auch wiederzufinden...

Keine Ahnung, wozu man eine Krawatte braucht, aber trotzdem Slàinte mhath!
Ihr sehr optimistischer Frosch

* Bei Gleann Bhùile gefunden

Donnerstag, 9. Februar 2017

Bun na h-Abhain


Ganze 280 (!) Flaschen  gibt/gab es von einem Whisky, der nicht so richtig wollte, dass sein guter Name auf dem Etikett steht. Eigentlich steht sonst stolz und meist auch verschnörkelt der Brennereiname überdeutlich auf  der Pulle, geziert mit "Originalabfüllung" und "garantiert nicht kühlgefiltert" oder "Fassstärke" (manchmal mutet unsere Rechtschreibung doch ziemlich bescheuert an...) und "ungefärbt" natürlich.
Es steht aber jetzt keine Originalabfüllung im Rampenlicht dieser Rezension! Hier muss sich der des Lebenswassers frönende Genießer erst durch eine Unmenge Wörterbücher wühlen, um den Ursprung des Tröpfchens zuerst zu erahnen und dann mit Hilfe so einiger Internetwerkzeuge per "cross checks" zu verifizieren.

Bannahabhain [Bun na h-abhain] dürfte die Destille heißen. Und des kräftigen Rauches wegen möchte man sich doch wohl etwas "abgrenzen" und nicht den Brennereinamen "verunglimpfen" lassen...

Stolz sollten die Jungs sein!
So stolz wie einst der Abfüller Marray McDavid beim Glücksgriff mit einem Fünfjährigen aus selbiger Kupferblase, den es einst auch nur limitiert gab. Genuss pur!


Und nun setzt Olafs ehemaliger Klassenkamerad mit seiner C&S-Dram-Abfüllung noch eins drauf:
Am Tag der Whiskywerdung kam der Peat at the Foot of the River hinter Glas und Korken.

Jünger als der alte Vergleichstropfen, noch jünger geht es auch nicht mehr (!), und mit seiner noch wesentlich "limitierteren" Auflage unwiederbringlich.
Ein Tröpfchen, welches man eher verschnüffeln sollte, als es zu trinken...

Nach dem Öffnen sucht man nach dem angekündigten Rauch, der sich aber erst im Glas zeigt. Sehr "trockner" Rauch übrigens.
Und haben die Phenole die Synapsen wieder freigegeben, findet man eine unerwartete Süße, die sehr schnell in Kakao umschlägt, so dass man auch sofort aufstehen muss und nicht widerstehen kann, unverzüglich eine 85-prozentige Zetti aufzureißen...

Wieder ändern sich die wahrgenommenen Aromen, die aber nie richtig fruchtig werden. 1095 Tage im alten Bourbonfass wären vielleicht auch zu knapp dafür, oder es liegt am gerade ordentlich lodernden Kaminfeuer?



Ob seiner Jugend und des entsprechend hohen Alkoholgehaltes bemerkt man etwas Ungestümes im Geschmack, aber dennoch keine Dominanz der 62 Volumenprozent, und, "Oh Wunder!", lässt sich dieser PEAT AT THE FOOT OF THE RIVER durchaus gerne auch auf ein Mokkalöffelchen Wasser ein. 
Er verliert nichts dabei! 
Und siehe da! Jetzt nimmt man sogar helle Trauben und unreife Birnen wahr.

Slàinte mhath!
Ihr nun leicht benebelter Frosch

PS:
Weshalb aber Rauch oder Torf nicht (mehr) in das Markenkonzept dieser Islay-Brennerei passen sollten, weiß der Teufel.
Na ja, der vielleicht auch nicht...

Samstag, 5. September 2015

Zahnputzbecheralarm!

Wie jedes Jahr zum Herbst hin steigt die Vorfreude des Whiskygenießers in der vielleicht interessantesten Metropole der Welt, dem Dorf Berlin nämlich.
Der Freund der eichenfassgelagerten Spezialitäten hält dann schon eine ganze Weile Ausschau, wann und wer und überhaupt...


Wie Sie vielleicht schon wissen, zog der einstige "echte" Cöpenicker Whisky-Herbst fort aus Köpenick, und die Köpenicker machten trotzdem an selbiger Stelle weiter wie gewohnt, und weil natürlich erst mal die Aussteller umdirigiert werden mussten, lockte man mit günstigen Standmieten. Logisch soweit.
Das Gezanke ging aber weiter. man raufte sich des Namens wegen, buhlte um Besucher, stritt um (also für) Terminüberschneidungen...
Die Whiskyherbstbesucher sind seitdem gespalten: eine Fraktion genießt lieber das Ambiente an der Dahme, andere wollen die evtl. größere Vielfalt in der Malzfabrik in Schöneberg, und wieder andere wollen oder müssen einfach auf beiden Hochzeiten tanzen, selbst wenn alles am gleichen Wochenende stattfindet.

Und wie stets im September kommt einem wieder in den Sinn, ob die nicht endlich mal einen Dram gemeinsam trinken könnten und dabei vielleicht beschließen, dass Berlin groß genug wäre, halbjährlich derartiges abzuhalten? Nee, stattdessen klauen die sich gegenseitig die zahlenden Besucher... Da hilft auch kein Gefasel und Gelaber, "Wir sind das Original!" oder so.
Andersrum stört wohl auch wenig den Besucherandrang, dass die Köpenick-Plakate seit Jahren von einem Zahnputzbecher verunstaltet werden. Na ja, deren Webseite allerdings auch...
Der Interessierte weiß ja schließlich, was gemeint ist, und der Nicht-Interessierte ahnt, dass es um Whisky gehen könnte - ...kennt man ja schließlich aus'm Cowboyfilm, wo die Becher den Tresen entlangrutschen müssen, ohne umzukippen.


Bekannte Celtic Folk Bands wechseln sich ab und spielen mal hier und mal dort. Der Irish Stew hat wieder Lammfleisch drin, nur die einzige Berliner Dudelsackspielergruppe muss sich entscheiden, wohin sie geht.






Ich will nicht unken, aber irgendwie denke ich, dass das kein Dauerzustand bleiben wird. Wenn die Herrschaften wirklich mal zu Stift und Papier greifen würden (oder zum Taschenrechner) müsste es eine gute Lösung für alle geben.
Der Mammon siegt!

Aber darum soll es ja angeblich nicht gehen, sondern allein um den Genuss.
Wer's glaubt wird selig, oder?

Schönes Wochenende und viel Spaß natürlich auch in der Malzfabrik!
Ihr seliger Frosch

PS:
Gruß an das Whisky-ZK. 15:10 Uhr am S-Bahnhof?
Kann leider nicht mitkommen.
Viel Spaß Euch!

Sonntag, 1. Februar 2015

Der Januar verging aber schnell

Wir haben es geschafft.
Also wir haben den Januar geschafft und steuern quasi mit Riesenschritten auf Ostern zu. Die Insel Skye ist nicht mehr weit (temporär betrachtet), und man kann schon wieder an die Weihnachtseinkäufe denken. 
So zieht die Zeit dahin, ob man will oder nicht. Und besonders schlimm ist es, dass die Zeit immer schneller vergeht, je mehr Zeit man selbst schon verbraucht hat...


Also schnell mal alles erleben, was nicht unbedingt aufgeschoben werden sollte: 
Glühwein und (nachgeholtes) Weihnachtsbaumverbrennen in Kaulsdorf. Dazu im Schneeregenniesel Musikvideos, die unsereiner einst nie gesehen hat und Musik, die unsereiner einst von den Bändern verbannt hat. Na ja, so krass hat eine gewisse Fröschin es nicht gesehen. Schon vor vielen Jahren, sehr langer Zeit, hat selbige über die Disko in der "Wirtschaft" (Studentenclub der WiWis [Wirtschaftswissenschaftler]) in Merseburg gemeckert... 
Aber wirklich mal. Jeder wusste doch, dass dort z.B. donnerstags nur Doors gespielt würden.

Trotzdem, oder sogar der fortschreitenden Lebenszeit geschuldet, hat es bei Uwe im Busch sehr viel Spaß gemacht.

Ein Verweilen war dennoch nicht möglich, so man sich eben auf ein paar Bierchen und Glühweinchen und Bratwürstchen dort beschränkte, ehe es geschwind in die Kiste ging. ...nee, der Klub ist gemeint.



Engerling spielten auf und spielten ganz ohne Musikergäste wieder ihre eigenen Musik: Engerling, etwas Stones, dann Beatles (als Gegengewicht quasi), ...na Sie wissen schon. 

Und obwohl die Rolle des Eintänzers den Patschefüßen eher schlecht steht, konnte unsereiner den Moll-Blues (wiedermal der Eröffnungstitel, diesmal aber nicht außen vor und nicht verpasst...) nicht einfach so vergehen lassen.

Nach zwölf mussten die Maikäferlarven dann auch noch Zugaben spielen, weil das Kistenpublikum sie sonst nicht hätte gehen lassen. Ganz bestimmt ein schöner Geburtstag für Fred, der viele Bekannte und Freunde auf Appelschnaps einlud. Danke auch dafür.


Und wie lässt sich so ein Abend würdig abschließen?
Wicked Wendy scheint eigentlich nur dafür abgefüllt worden zu sein, aus welchem Haus auf Islay sie auch stammen mag...

Jetzt sehr rauchig, voll bluesig und kein bisschen müde!
Ihr Frosch

Montag, 14. Juli 2014

Schottland 'gleich um de Ecke'...

Latscht man ganz touristisch durch die sächsische Hauptsdtadt, kommt man, ob man will, oder nicht, an herrlichen Wiesen vorbei. Der ganz faule Spaziergänger fährt dabei auch mal mit der Pioniereisenbahn durch die Gegend, natürlich nicht, ohne die Spurweite an der eigenen Fußlänge messen zu müssen.
Wirklich ein Wunder, dass die schmalspurige Bahn nicht umkippt!

Hat man Glück, scheint die Sonne, und man selbst ist von den Disteln so verzückt, wie manch' Schmetterling.
Und es erinnert sehr an die Wiesen in Schottland.



Und jetzt schon etwas aufmerksamer beim Herumlaufen findet man eher zufällig, versteckt zwischen Glas und Beton, nicht ganz am üblichen Hauptweg der Laufkundschaft und Schaufensterbummler einen winzigen Laden, der Sachsen, Irland und Schottland unter einen Hut, also Dreispitz, zu bekommen sucht.

Immerhin wurden in den ersten sieben Wochen seines Bestehens u.a. schon mindestens drei Flaschen eines jungen Ledaig ohne Altersangabe verbraucht/verkauft (und wer weiß, was noch), und dem, der auf allen möglichen kleinen und größeren Whiskyveranstaltungen vergeblich nach einem Octomore Ausschau hielt, stolperte endlich mal darüber - also noch vor dem Genuss.



Nicht nur der Ochdamh-mòr, der mit den 167 ppm Phenol nämlich, sondern auch das Ambiente des Ladens, machten Spaß: Whisky-Sahne zum ganz besonderen Kaffee, Fachgespräche über ganz besondere Flaschen und anderes ganz Besonderes aus den drei Landen gab und gibt es dort.
Des Herumreisenden Zeit reichte leider nicht, auch die Spezialangebote zu probieren: z.B. den Whiskyfreitagabend oder (ganz spezielle) Tastings.

Einem Frosch, der leider so eine Lokalität nicht in seiner Nähe weiß, sei diese Werbung gestattet. Und vielleicht guckt sich ja der eine oder andere hiesige Kaufmann mit Affinität zum Lebenswasser etwas ab. Das wäre wirklich schön, zumal doch der allgemeine Trend (Mainstream?) langsam, aber unaufhaltsam weltweit die Blends ablöst.
Irgendwann fallen dann auch bestimmt noch die Kühlgefilterten und Gefärbten in der Gunst des Kunden (durch).
...und dann haben wir nur noch BIO!

Mit etwas Augenzwinkern: Slàinte mhath!
Ihr ganz schön grüner Frosch

Montag, 18. November 2013

Inflation

Es geht los!
Zuerst fand unsereiner es noch gut, jedenfalls interessant.
Aber mittlerweile...

Jeder, der heutzutage irgendwo Rübenschnaps oder Doppelkorn brennt, meint nun, bestimmt nachdem er ein altes Gurkenfass im Keller gefunden, oder auch ein paar Mattjesbohlen im A&V erworben hat, der Weg sei nun geebnet für echten Irgendwoher Single Malt Whisky, sei es nun Hercynian, Wismarian, Bavarian usw. usf.

In Wirklichkeit ist es aber wohl kein 'Whisky', genauso wenig nämlich, wie amerikanisches Bier richtiges Bier sein könnte. Sie verstehen!

Whisky mal einfach schnell nebenbei produzieren?
Buchenholzqualm statt Torfrauch?
Siebbodenkolonnen zur Simulation klassischer Brennblasen?
Eichenholzspäne statt Sherryfass?
Danke vielmals.



Das ist vielleicht einfach nur der beginnende Siegeszug der Mittelmäßigkeit! Ambitionierte Amateure verdrängen ab sofort Profis? Und alle machen mit?

...kann schon sein. Wir basteln ja auch unsere Fotobücher selber. Wir publizieren alles Mögliche ungelesen im WWW. Und überhaupt meinen wir, dass es nichts gibt, was wir nicht selbst am besten können.

Dann gebt mit doch aber bitte auch meinen guten alten Falckner wieder!
Ihr 'entmündigter' Frosch

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Herbstniesel:
Morgen ist es soweit...

Morgen, im vorabendlichen Niesel, noch Wochen vor der Nacht Oidhche Shamhna, treffen sich sieben (eine magische Zahl?) Herren unter konspirativen Umständen (ja, ein echter Agent i.R. ist auch mit dabei) im Nebengelass einer Kneipe in Kaulsdorf.
Der Grund?
Abendessen.

Die Konspiration geht aber danach weiter.
Mit hochgeschlagenen Kragen, tief ins Gesicht gezogenen Hüten und jeder Menge Vorfreude begeben sich diese Herren in den Norden, um den Achten zu treffen.
Das passiert dann am Feuer, bei Fackel- oder Kerzenschein und neben einem kargen, späten Mahl, welches lediglich aus bitterer Schokolade und kräftigem Käse besteht.

Getränke?
Nur trockener Rotwein, Guinness und Wasser stehen zur Auswahl, und der eine oder andere Tropfen Wasser wird garantiert auch verbraucht werden, ...

...um die Kostproben auf Trinkstärke, nämlich zur besseren Entfaltung ihrer Aromen, herunterzuverdünnen. Ganz maßvoll natürlich! Und auch zum Spülen der Gläser zwischendurch.
Und das alles verdanken wir zum großen Teil dem sprichwörtlichen Geiz der Schotten, nämlich gebrauchte Fässer verwendet zu haben.

Jetzt wissen Sie es also. Es geht um eine Whiskyverkostung, und es geht nur um Single Malt.
Und spannend wird es auch, weil wieder einige Raritäten dabei sein werden. Diese stehen bereits im Probierzimmer und erwärmen sich auf Zimmertemperatur. Die Nosinggläser sind auch bereits poliert.
Für den interessierten Probierer liegen auch der aktuelle Michael Jackson und Jim Murray in Reichweite, aber nur, um vielleicht nachträglich doch noch zu schmulen.

Und dann gibt es weitere Überraschungen, kann man doch heute noch nicht wissen, welche Kostproben die Gäste mitbringen, oder ob das Feuer draußen dem Regen trotzen wird, oder ob der ach so besondere Tropfen doch aus einem gammeligen Fass stammt...

Geht aber alles gut, wird jedes Tröpfchen gelobpreist, vermutet man, dass dieser Genuss dennoch einmalig bleiben wird, denn man weiß, z.B. eine von nur 172 oder auch 1100 Flaschen weltweit stellt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Wiederholung in Frage.
So ist es eben mit den Raritäten.
Allerdings gibt es ja auch Sorten, die der Nachfrage besser gerecht werden können und dennoch eine hohe Qualität widerspiegeln, die auch, je nach Geschmack, mehr oder weniger rauchig sind und/oder eine mehr oder weniger kräftige Fassnote tragen. Diese muss aber erst mal jeder für sich selbst (heraus)finden, auch unter dem Aspekt, welche Bedeutung man z.B. der Kühlfilterung zubilligt.

Aber eins ist gewiss: am Feuer verträgt fast jeder einen etwas torfigeren Whisky und der sollte auch keinesfalls und niemals kühlgefiltert sein...

Slàinte mhath!
Ihr Frosch

Freitag, 6. September 2013

You Can't Always Get What You Want

Mick Jagger hatte zweifellos recht. Aber so ist das eben im Leben, und der Octomore war tatsächlich an keinem der Stände zu finden. Ein 'sortenreiner' Bruichladdich-Stand war nicht vorhanden, wahrscheinlich der diesjährigen 'Aufteilung' geschuldet. Nicht jeder Aussteller geht wohl zu beiden Terminen...

Jedenfalls ist der Cöpenicker Whisky-Herbst ab diesem Jahr nach Tempelhof umgezogen. Das F15-Team, ganz bockig und auch mutig, versucht die Tradition vor Ort im F15 als Köpenicker Whiskyfest weiterzuführen.
Jetzt kann man sagen, dass endlich wieder das K im Namen ist (Schreibt man Köpenick altmodisch mit C, sollte man konsequenter Weise auch auf den Umlaut verzichten), oder man kann auch einfach nur feststellen, dass (gefühlt) immerhin die Hälfte der sonst üblichen Besucher kam, jedenfalls am Tag eins. Neben dem obligatorischen Stepdance war Clover zu hören. Larkin kommt erst morgen, weil die ja heute Abend in der Biesdorfer Parkbühne zur Geigenrocknacht aufspielen.

Für Frösche, die eigentlich leicht zertrampelt werden könnten, war jedenfalls das etwas lichte Ambiente ausgesprochen schön. Man konnte gefahrlos herumhüpfen, konnte an fast jedem Stand ausgiebig probieren und diskutieren und sich beraten lassen. Hierbei standen (wie gesagt, den Octomore gab's ja nicht) erwartungsgemäß junge, rauchige Sorten (auch deutscher Abfüller) im Vordergrund, Raritäten, die man so eigentlich selten im Laden findet.



Neben Diskussionen zur korrekten schottisch-gälischen Aussprache, zu den Besonderheiten des einen oder anderen Whiskys, ...ob das Guiness nicht etwas zu schnell gezapft wurde oder ob die Stullen mit dem Schinken frisch und knackig sind, das Irish Stew auch gut gewürzt, gab es allerlei Begegnungen am Rande mit oder ohne Nosingglas in Händen.
Das übrigens war gänzlich ohne Aufschrift, dafür aber diesmal besonders schwer.
Kristall etwa?

Genießen Sie das Wochenende, und wenn Sie wollen, selbiges in Köpenick und vielleicht sehen wir uns sogar nächstes Wochenende in Tempelhof. Man weiß ja nie...
Ihr noch ganz genussbenebelter Frosch

Samstag, 23. März 2013

An t-Oban agus Inbhir Nis

Da gab es nun einen Schottischen Abend in Berlin, jot-we-deh im Osten.
Der Kulturring hatte Gäste aus Oban und Inverness eingeladen: Emma Pollard (Violine) begleitete Neil Macdonald (Rezitation, Gesang, Gitarre) zu den kulturellen Einlagen, und beide diskutierten und sprachen auch eifrig mit den Gästen in der kurzen Rauchpause und am Ende das Abends.
Haggis gab es nicht, aber dennoch einen leckeren typisch Schottischen Eintopf und eine ausgesprochen leckere Nachspeise. Wer Whisky suchte, also Single Malt Scotch Whisky, suchte vergebens. Emma nahm resigniert einen Irischen Whiskey. Mir gelang es, von den insgesamt sechs kleinen Guinness ganze zwei abzubekommen. Es war also eigentlich ein Schottisch-Irischer Abend.



Freunde haben wir auch dort getroffen, ...also ein ausgesprochen schöner Schottisch-Irischer Abend, bei dem wir auch ein paar Brocken Shetlandisch/Norwegisch lernen durften. Allerdings sagte Mr. Macdonald mir, dass ich Ihn nicht mit 'Feasgar math! Ciamar a tha sibh?' begrüßen müsse.

'... Ciamar a tha thu?'.

Na, gut. Ich arbeite an mir.
Ihr ganz, ganz oller Frosch

PS:
Ob er das nächste Mal einen Talisker mit mir trinken würde, habe ich nicht genau rausbekommen. Irgendwie glaube ich, der wäre ihm zu jodhaltig.

Mittwoch, 13. März 2013

Habemus Papam
und die unwichtigen Dinge das Lebens

Es ist geschafft. Im fünften Wahlgang haben sich die Katholiken dieser Welt Ihren neuen Papst gegeben. Franziskus nennt er sich, und er benutzt öffentliche Verkehrsmittel, setzt sich für die Armen ein und überhaupt [lt. ZDF spezial jetzt im Fernsehen]. Eine vielversprechende Wahl in Zeiten des allgemeinen Werteverlustes, bei dem auch insgesamt viel Glaube mit auf der Strecke bleibt.
Ich wünsche Ihm für sein Amt, das des 266. Petrus-Nachfolgers, alles Gute. Ich wünsche mir Reformen für diese Kirche und deren Gläubige. Vielleicht sind ja jetzt Themen zu Kondomen und zur Familienplanung, zu den Missbrauchsvorwürfen, zur Rolle der Frau in der Katholischen Kirche, zum Umgang mit Homosexualität, mit anderen Glaubensrichtungen und Religionen und und und möglich.
Dieser Franziskus macht jedenfalls auf uns Frösche irgendwie einen sehr offenen und sympatischen Eindruck, jedenfalls nach den drei Begrüßungssätzen vom Römischen Balkon.
Mal sehen.

Sie werden merken, die Themen dieses kleinen Beitrages werden geringer. Jedenfalls in der weltpolitischen Bedeutung.
Ich habe nämlich gerade die Karten für das Jürgen-Kerth-Konzert besorgt. Da kann jetzt also nichts mehr schiefgehen. Mit Vorfreude im Herzen und der Eintrittskartenquittung im Portemonnaie kann das Wochenende kommen.



Es geht aber noch unwichtiger!
Bei der letzten Whiskyverkostung, als ein ganz junger Ledaig seinen Antritt hatte, stellte sich heraus, dass der geschmacklich sonst sehr dominante Talisker nur noch einen Hauch seines Aromas offenbarte. Na gut, das war dem Rauchigen davor geschuldet.
Aber jetzt kommt's: der Tobermory entfaltete sich als letzter im Bunde dermaßen großartig, verspritzte quasi seine Fruchtnoten durch Nasen- und Rachenraum, dass allen Verkostern zuerst kurz die Sprache wegblieb, ehe anerkennendes Nicken, Schmatzen und Zungenschnalzen diese Ruhe ablöste.

So kann es also gehen. Und auch ganz kleine und unwichtige Dinge werden plötzlich groß. Ähnlich dem Schatten eines Zwerges in der Abendsonne.
Das ist Relativität.

Schlafen Sie gut! 1.2 Milliarden Menschen werden heute bestimmt auch gut schlafen.
Ihr Frosch

Donnerstag, 31. Januar 2013

Das soll ein Tümpel sein?

Überhaupt nicht! Das ist eben die Ostsee.
Obwohl das eigentlich ja auch völlig falsch ist. Von meinem Tümpel aus betrachtet ist die Ostsee die Nordsee, die Nordsee die Westsee, und da, wo die Ostsee sein müsste, befindet sich die Oder. Oder sehen Sie das anders?! Schauen Sie es sich doch mal an bei Googles Landkartendienst.

Jedenfalls lässt unsereiner sich bei plus zehn Grad ordentlich den Wind um die Nase wehen, während Kinder und Enkel den schlafenden Tümpel bewachen und die Katze füttern müssen. Angereichert mit Ostseezuckersand ist der Wind wie ein schmerzliches Hautpeeling, falls man seine Glubschaugen rechtzeitig zumachen kann. Sonst... Ja, sonst tut es da auch noch weh!



Obwohl jede Menge Schnee auf dem Wunschzettel stand, gibt es davon hier nur Reste am Strand. Möwen hopsen drauf rum, Sand weht den letzten Schnee allmählich zu. Trotzdem ist es schön, den Tag mit dem Schwimmbad zu beginnen, ehe man sich am Kaffee labt. Man kann rumlatschen, kann außer der Reihe und vor zwanzig Uhr Rotwein trinken, kann sich im neuen Tarantino ordentlich mit Blut besudeln lassen, fangfrischen (?) Fisch genießen und bei Bedarf auch noch aus einer feinen Auswahl an Whiskies wählen.
Jetz hab' ich es Ihnen also verraten: Wir sind gerade mal kurz in Zinnowitz. Aber nicht nur der Sealord beeindruckte mit seiner Karte, sondern auch der eher hässliche Neubau-Riesenklotz aus Wismut- und FDGB-Zeiten, der sogar Bruichladdichs Second Edition neben Macallans Sherry Oak aufzählt.



Leider ist es so, dass, noch bevor die Sachen wieder richtig trocken sind, wir bereits wieder zu Hause sein müssen. Kurzurlaub würde nicht so heißen, wäre er nicht kurz. Zu kurz!
Und das mit dem Nass ging so: Gestern also kam ein plötzlicher Eisregen von oben (woher sonst!), der innerhalb von nur zehn Sekunden Hosenbeine und Schuhe völlig durchnässte. Beeindruckt und fast gelähmt von der heraufziehenden schwarzen Wand, schaffte ich es gerade noch, die Knipskiste wasserdicht zu verstauen, ehe die Gegend um Peenemünde völlig undurchsichtig wurde.





Unterstrichen durch die Schilder am Wegesrand, fühlte man sich kurzzeitig wirklich wie im Strudel eines englischen Tiefspülbeckens...
Trotzdem gehören Regen und Sonnenschein irgendwie zusammen, und der April ist ja nun auch nicht mehr so weit weg.

Viel Spaß bei Ihren Winterausflügen, und vielleicht kommt ja auch noch mal richtiger Schnee...
Ihr Frosch, gerade noch am Ostseestrand

Dienstag, 30. Oktober 2012

Oidhche Shamhna

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Zum morgigen Keltischen Winteranfang wird schon Holz zusammengetragen. Die Zutaten für den Glühwein (Tee, Zimt, Biozitronen, Nelken, etwas Zucker, Rotwein und geheime Kräuter) stehen auch schon bereit. Natürlich wird der Lagavulin 16 endlich geöffnet. Immerhin wartet der Karton mit dem zerbrechlichen Inhalt, der wiederum das Lebenswasser (uisge-beatha) enthält, auf das große Aufreißen - angekündigt bereits am siebten August in Napoleons Brauhaus in Leipzig.
Deswegen darf diese Flasche auch nicht ganz alle werden, damit nämlich eine winzige Kostprobe davon irgendwann mal nach Zschorlau mitgenommen werden kann.
Dieser Whisky ist nicht ganz der allerallerbeste aller Heilwässerchen, aber doch schon ein ziemlich guter. Und auf jeden Fall einer mit unheimlich großer Symbolkraft.



Was essen wir am Feuer? Genau, Kürbissuppe(n) und Butterstullen. Na ja, eine Suppe wird eher lieblich schmecken und eine ordentlich Ingwer enthalten. Dazu gibt es geröstete Kürbiskerne und ein paar Spritzer Kürbisöl zur Dekoration.
Dieser Tag (also die Nacht Oidhche Shamhna) fällt nun mit dem hierzulande neumodischen Halloween zusammen, wo verkleidete Gören aus der Nachbarschaft mit Begleitschutz ihrer Eltern grölend nach Süßigkeiten betteln und gleich nach Erhalt oft/meist das ganze (unverrottbare) Bonbonpapier achtlos in den Wind werfen. Da steht also wirklich das Tor zum Totenreich, zur Unterwelt offen. Na gut, Bücken ist gut für unsereiner.
Und diese Terminüberschneidung kann eigentlich nur rein zufällig sein... Doch, doch!

Ich werde mich diesbezüglich aber auch etwas vorbereiten und schon mal eindecken mit Peperoni-Bonbons, Ingwerstückchen, Lakritzschokolade und anderen Leckereien. Die Begleitschutzeltern bekommen, wie jedes Jahr einen Glühwein, falls am Keltischen Winterfeuer noch Platz sein sollte.

Aha, mein Glühwein ist Ihnen zu sauer!?
Die Gören wollen lieber Vollmilchschokolade!?
Etwas kalt ist Ihnen auch noch!?

Wie immer also.
Und ewig grüßt das Murmeltier...
Diesmal aber
Ihr Frosch

Montag, 25. Juni 2012

Überraschung in Schöneweide

Da wird die Planung manchmal kurzerhand umgeworfen: Polen, gleich um die Ecke, stand plötzlich auf dem Programm, jedenfalls kam die Buchungsbestätigung auf dem letzten Drücker. Das Beweisfoto wurde vor der Burg in Międzyrzecz geschossen.



Aber eigentlich ging es wieder über Stock und Stein durch die Kavelsberge, zum Baden an den Dormowoer See, danach zum Forellengrillen nach Dormowo, wo sich auch kürzlich Nachwuchs eingestellt hat.
Als die meisten Fußball gucken wollten, verhinderte ein heftiges Gewitter die reguläre Stromzufuhr. Man kann aber Erdbeeren bei Kerzenschein genauso gut essen, und dass eigentlich Fußball gewesen wäre, erfuhren wir erst durch die nervösen Rufe der fahnenschwingenden enttäuschten Stromlosen.
Erst am Abreisetag waren wir in der Kreisstadt des übernächsten Powiats. Ja, und dort interessierte uns die alte Burg, Zamek Królewski, die wir diesmal sogar besichtigen durften, nachdem die Bezahlung in Euro (Złoty hatten wir zuerst nicht) irgendwie 'spendentechnisch' geklärt werden konnte.
Für das Brot vom Bäcker mussten wir aber dann tatsächlich noch Geld tauschen... Kleinvieh, aber wohl notwendig. Vielleicht hat ja der Ruf des Euro doch irgendwie gelitten, dass den plötzlich niemand mehr haben will.

Dann kam eine sehr vollgestopfte Woche und erneut ein gänzlich umgeplantes Wochenende: Diamantene Hochzeit im Kaulsdorf statt Melanie in Biesdorf und Gartenarbeit statt Sommersonnenwendfeier auf der Insel der Jugend.
Da musste das Trinkhorn eben kurzerhand im Regal bleiben.

Nun aber endlich mal zur Überschrift:
Heute nun ging es ganz spontan nach Schöneweide in den Pub - Montags Ruhetag.
Immerhin und glücklicher Weise haben wir in der Nähe eine Kneipe gefunden, die neben Glenfiddich noch Laphroaig ausschenkte. Statt Guinness gab's Berliner, statt Bitterschokolade Klopse oder Schnitzel und die Gespräche waren auch sehr, na ja, wie soll ich sagen, ...überraschend.

Aber so ist das manchmal.
Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt...

Mal sehen, was wir demnächst noch so alles umstoßen werden
Ihr ganz spontaner Frosch

Montag, 6. Februar 2012

Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt!

Wenn bei minus achtzehn Grad Celsius der schottische Paketbote klingelt, ist es überhaupt nicht verwunderlich, wenn fast* die ganze Lieferung trübe aussieht.
Von trüben Aussichten würde ich hier aber keinesfalls sprechen wollen.
Das sind doch alles die feinen Bestandteile der Aromenvielfalt, des exklusiven Geschmackes und des Geruchs, der später im handwarmen Glas garantiert wieder an die Umgebung, besonders an/in die Schnüffelnase, abgesondert wird.



Minus achtzehn Grad können also auch Vorfreude bedeuten!
Und jetzt versteht sogar der Laie, was mit Kühlfilterung gemeint, also bezweckt wäre.

Lasst bloß das ganze Zeug drin!

Dafür könnten dann sogar Hinz und Kunz und Talisker endlich mal den Farbstoff weglassen. Der ist nämlich so wichtig, wie die borstenhaarige Warze an Frau Untriesers Kinn. Das hat aber schon beim Whisky-Herbst der Classic-Malt-Vertreter nicht richtig verstanden.

Der Markt ist seit Jahren schon in Bewegung geraten, und die zwei, drei großen Getränkemultis sollen nun mal kapieren, dass es neben den Whisky-Cola-Trinkern und den Otramis ('On-the-rocks-Amis') noch die Schnüffelsäufer gibt!
Sorry, falls ich jemanden vergessen habe sollte, zu erwähnen.

Themenwechsel.
Heute ist die Queen sechzig Jahre im 'Amt'. Unsereiner hätte da bestimmt schon 'ne Rente, oder? Schön jedenfalls, wenn die Arbeit Bedürfnis ist. Von solchen Leuten hatten schon Ulbricht & Co. ewig geträumt.

So, Saufen, Feiern und...
Jetzt kommt was weniger Schönes. Heute ist nämlich auch der Welttag, der sich gegen die Beschneidung beim Mädchen richtet.
Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was da geschnippelt wird?!
Und es ist auch nicht wie bei uns beim Zahnarzt. Es ist eher wie in der unaufgeräumten Werkstatt, in der man sich am öligen Blech verletzt und sich dazu noch 'nen rostigen Nagel eintritt. Hygienestandards spielen erwartungsgemäß hier nur eine untergeordnete Rolle.
Keine Ahnung, wozu das überhaupt gut sein soll, oder ursprünglich gut gewesen sein soll. Auf jeden Fall soll es sehr weh tun und auch noch, wenn alles längst vernarbt ist...
Manche sterben sogar.

Die männliche Beschneidung leuchtet mir ja noch irgendwie ein, theoretisch jedenfalls, wenn ich über Wüste und fehlende Bademöglichkeiten nachdenke. Das ist natürlich bei mir im Tümpel nicht relevant.
Überhaupt nicht!

Verstümmelung sollte meines Erachtens stets freiwillig sein. Immer und überall.
Mögen Sie Froschschenkel?



Ich tauche lieber ab!
Ihr Frosch

PS:
Sehen wir uns am Wochenende in der Kiste?
...dachte ich schon!

*Ausgerechnet der Balvenie Double Wood 12 y.o. (mit nur 40 Vol.-%) war nicht trübe. Dem Etikett ist aber diesbezüglich nichts zu entnehmen, aber ich glaube die würden höchstens 'Non chill-filtered' raufschreiben, wenn es denn so wäre...
Beim Farbstoff ist es etwas anderes. Hier besteht Deklarationspflicht. Bruichladdich z.B. wirbt mit beiden:
'we neither chill-filter to clarify, nor add colouring to the whisky'.

Dienstag, 19. Juli 2011

Gewöhnlicher Sommer

Da sitzt man gemütlich abends am Teich und erfährt aus den Nachrichten, dass dieser Sommer ja gar nicht soooo besonders sei - gewöhnlich eben, aber Ihre sonnenverwöhnten Zeitgenossen finden wohl, dass ein richtiger Sommer erst bei 35 Grad losgeht...
Ich finde diese Wetterlage ausgesprochen angenehm. Durchwachsen, trotzdem warm (wobei bei mir eigentlich schon 24°C heiß vorkommen), so dass man ewig bis in die Nacht draußen sitzen kann.

Sparsame sitzen bei Kerzenschein, Snobs machen ein Lagerfeuer, und die ganz Dekadenten sitzen nicht nur im Qualm, sondern genießen dazu auch noch einen mehr oder weniger rauchigen Islay-Whisky. Bittere Schokolade macht dann den Genuss noch rund.




Kein Gedanke an die Sahelzone oder Nordkorea!
Nordafrika? Fukushima? Uns doch egal!
Vom Ozonloch spricht auch niemand mehr.
Reflektionsfolie zum Schutz der Alpengletscher? Blödsinn!
Wie hoch soll der Meeresspiegel ansteigen?
Egal!
Wir lassen uns doch nicht unseren Feierabend versauen, aber das Benzin könnten die doch wirklich zwei, drei Cent billiger machen...

Was man nicht alles aufschnappt abends am Teich.
Ihr Frosch

Mittwoch, 9. Februar 2011

Richtiges Männerzeug!

Was hat ein Frosch im Winter groß zu berichten?
Nichts!
Na ja, jedenfalls nichts Wichtiges.
Oder nichts RICHTIG Wichtiges.

Das ist wie bei den Tagesthemen oder vergleichbaren Informationsangeboten (heißt das nicht sogar 'Infotainment'?). Da drängen (?) sich Informationsbröckchen in die Weltnachrichten, die so wichtig sind, dass sie fast schon in der Bedeutung mit dem Knospenknall in 17309 Jatznick oder 13353 Berlin konkurrieren können.
Gut, bis dahin ist ja (hoffentlich) noch etwas Zeit.

Bleiben wir bei den völlig unwichtigen Dingen.
Stellen Sie sich vor, Sie verkosten im Pub ein paar erstklassige Tropfen. Dann meinen Sie, den einen und/oder anderen sich besorgen zu müssen. Man recherchiert im Internet, wenn man nicht gleich den besonderen (sortierten) Laden um die Ecke hat. Man findet dann vielleicht das gesuchte Etwas und durchlebt mit so manchem Experten und Fachmann die Verkostung erneut. Spüren Sie den Hauch Vanille, den...die...das..., den intensiven Abgang, diese Explosion scharfer Peperoni?
"Genau", werden Sie sagen, "Die Destiller's Edition ist also gemeint".

Und da haben Sie Recht!
(Wegen dieser unverhohlenen Werbung werde ich jetzt wahrscheinlich eine große Kiste gratis geliefert bekommen.)



Und bei dieser erneuten Verkostung im heimatlichen Teich haben Sie die geliebte Lieblingsfröschin neben sich. Sie reicht Ihnen auch ihr Schnupperglas und meint dazu, dass sie dem Tropfen wirklich jede Chance gegeben hätte...

Dann wissen Sie jedenfalls, das ist wieder so'n Ding wie Fußball, Tabledance oder Briefmarkensammeln. Etwas für richtige Männer eben!

Männer, da müssen wir einfach durch!
Man kann aber zu diesem edlen Tropfen durchaus auch etwas gemeinsam tun: Zartbitterschokolade naschen.
Und kuscheln kann man auch noch!

Und wenn sich jetzt nicht Susan wegen des Whiskys beschwert, Angie mir nicht den Fußball an die Rübe schießt, und Harald mir kein Ohr abbeißt, bezüglich irgendwelcher Zacken und Zähne, kann ich mich ja jetzt von Ihnen verabschieden.

Darauf, dass manchmal auch die ganz unwichtigen Dinge schön sein können!
Ihr Frosch

Montag, 2. August 2010

Der Alltag hat mich wieder

Ja, geehrter Leser, leider ist der diesjährige Sommerurlaub vorbei - quasi im Fluge verflogen. Passé.

Ein bisschen Feigheit war bei mir ja mit im Spiel, denn es war auch eine Flucht vor den angekündigten Berliner Temperaturen (38° und mehr...).
Im Urlaub war es aber auch nicht gerade ungefährlich. Natürlich war das ständige Nass genau das Richtige für meine empfindliche Haut, aber zum Einen musste man sich vor bunten Schnäbeln in Acht nehmen, gleichzeitig aber auch vor riesigen bunten Quallen.



Nicht zuletzt soll ja auch das dauernde Einatmen am Torffeuer schädlich sein. Nun ja, dagegen gibt es ja dieses berühmte Destillat aus Gerstenmalz, was immer anders, aber immer gut schmeckt. 'Very peated', steht oft auf dem Etikett, jedenfalls wenn der Whisky von der Insel Islay kommt.

Bei den Schotten kann man sich wohlfühlen, und nicht nur, weil man im Pub an jeder Flasche schnuppern darf. Der blöde Rabe hätte sich dort sogar prächtig unterhalten können, denn das rollende RR bildet eine entscheidende Grundlage der Kommunikation.
Probieren Sie es doch mal selbst mit dem rollenden RR, und artikulieren Sie auch dieses typische ganz harte CH:
Lassen Sie sich die Worte DRUMNADROCHIT oder BRUICHLADDICH mal ganz genüsslich auf der Zunge 'zergehen'. Das ist doch was, oder?!

Das soll jetz aber kein Reisebericht oder linguistischer Ausflug werden. Wer will, kann ja in Fotoalben stöbern, Wikipedia durchforsten oder Leute und Frösche befragen, die selbst dort waren.
Mein Fazit jedenfalls: Wer Blüten mag und Insekten und feuchte Haut, wird sich garantiert dort gut aufgehoben fühlen.
Aber passen Sie gut auf! Mancherorts soll es bekanntlich spuken...

Na dann!
Ihr berufstätiger Frosch