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Samstag, 5. September 2015

Zahnputzbecheralarm!

Wie jedes Jahr zum Herbst hin steigt die Vorfreude des Whiskygenießers in der vielleicht interessantesten Metropole der Welt, dem Dorf Berlin nämlich.
Der Freund der eichenfassgelagerten Spezialitäten hält dann schon eine ganze Weile Ausschau, wann und wer und überhaupt...


Wie Sie vielleicht schon wissen, zog der einstige "echte" Cöpenicker Whisky-Herbst fort aus Köpenick, und die Köpenicker machten trotzdem an selbiger Stelle weiter wie gewohnt, und weil natürlich erst mal die Aussteller umdirigiert werden mussten, lockte man mit günstigen Standmieten. Logisch soweit.
Das Gezanke ging aber weiter. man raufte sich des Namens wegen, buhlte um Besucher, stritt um (also für) Terminüberschneidungen...
Die Whiskyherbstbesucher sind seitdem gespalten: eine Fraktion genießt lieber das Ambiente an der Dahme, andere wollen die evtl. größere Vielfalt in der Malzfabrik in Schöneberg, und wieder andere wollen oder müssen einfach auf beiden Hochzeiten tanzen, selbst wenn alles am gleichen Wochenende stattfindet.

Und wie stets im September kommt einem wieder in den Sinn, ob die nicht endlich mal einen Dram gemeinsam trinken könnten und dabei vielleicht beschließen, dass Berlin groß genug wäre, halbjährlich derartiges abzuhalten? Nee, stattdessen klauen die sich gegenseitig die zahlenden Besucher... Da hilft auch kein Gefasel und Gelaber, "Wir sind das Original!" oder so.
Andersrum stört wohl auch wenig den Besucherandrang, dass die Köpenick-Plakate seit Jahren von einem Zahnputzbecher verunstaltet werden. Na ja, deren Webseite allerdings auch...
Der Interessierte weiß ja schließlich, was gemeint ist, und der Nicht-Interessierte ahnt, dass es um Whisky gehen könnte - ...kennt man ja schließlich aus'm Cowboyfilm, wo die Becher den Tresen entlangrutschen müssen, ohne umzukippen.


Bekannte Celtic Folk Bands wechseln sich ab und spielen mal hier und mal dort. Der Irish Stew hat wieder Lammfleisch drin, nur die einzige Berliner Dudelsackspielergruppe muss sich entscheiden, wohin sie geht.






Ich will nicht unken, aber irgendwie denke ich, dass das kein Dauerzustand bleiben wird. Wenn die Herrschaften wirklich mal zu Stift und Papier greifen würden (oder zum Taschenrechner) müsste es eine gute Lösung für alle geben.
Der Mammon siegt!

Aber darum soll es ja angeblich nicht gehen, sondern allein um den Genuss.
Wer's glaubt wird selig, oder?

Schönes Wochenende und viel Spaß natürlich auch in der Malzfabrik!
Ihr seliger Frosch

PS:
Gruß an das Whisky-ZK. 15:10 Uhr am S-Bahnhof?
Kann leider nicht mitkommen.
Viel Spaß Euch!

Montag, 14. Juli 2014

Schottland 'gleich um de Ecke'...

Latscht man ganz touristisch durch die sächsische Hauptsdtadt, kommt man, ob man will, oder nicht, an herrlichen Wiesen vorbei. Der ganz faule Spaziergänger fährt dabei auch mal mit der Pioniereisenbahn durch die Gegend, natürlich nicht, ohne die Spurweite an der eigenen Fußlänge messen zu müssen.
Wirklich ein Wunder, dass die schmalspurige Bahn nicht umkippt!

Hat man Glück, scheint die Sonne, und man selbst ist von den Disteln so verzückt, wie manch' Schmetterling.
Und es erinnert sehr an die Wiesen in Schottland.



Und jetzt schon etwas aufmerksamer beim Herumlaufen findet man eher zufällig, versteckt zwischen Glas und Beton, nicht ganz am üblichen Hauptweg der Laufkundschaft und Schaufensterbummler einen winzigen Laden, der Sachsen, Irland und Schottland unter einen Hut, also Dreispitz, zu bekommen sucht.

Immerhin wurden in den ersten sieben Wochen seines Bestehens u.a. schon mindestens drei Flaschen eines jungen Ledaig ohne Altersangabe verbraucht/verkauft (und wer weiß, was noch), und dem, der auf allen möglichen kleinen und größeren Whiskyveranstaltungen vergeblich nach einem Octomore Ausschau hielt, stolperte endlich mal darüber - also noch vor dem Genuss.



Nicht nur der Ochdamh-mòr, der mit den 167 ppm Phenol nämlich, sondern auch das Ambiente des Ladens, machten Spaß: Whisky-Sahne zum ganz besonderen Kaffee, Fachgespräche über ganz besondere Flaschen und anderes ganz Besonderes aus den drei Landen gab und gibt es dort.
Des Herumreisenden Zeit reichte leider nicht, auch die Spezialangebote zu probieren: z.B. den Whiskyfreitagabend oder (ganz spezielle) Tastings.

Einem Frosch, der leider so eine Lokalität nicht in seiner Nähe weiß, sei diese Werbung gestattet. Und vielleicht guckt sich ja der eine oder andere hiesige Kaufmann mit Affinität zum Lebenswasser etwas ab. Das wäre wirklich schön, zumal doch der allgemeine Trend (Mainstream?) langsam, aber unaufhaltsam weltweit die Blends ablöst.
Irgendwann fallen dann auch bestimmt noch die Kühlgefilterten und Gefärbten in der Gunst des Kunden (durch).
...und dann haben wir nur noch BIO!

Mit etwas Augenzwinkern: Slàinte mhath!
Ihr ganz schön grüner Frosch

Montag, 18. November 2013

Inflation

Es geht los!
Zuerst fand unsereiner es noch gut, jedenfalls interessant.
Aber mittlerweile...

Jeder, der heutzutage irgendwo Rübenschnaps oder Doppelkorn brennt, meint nun, bestimmt nachdem er ein altes Gurkenfass im Keller gefunden, oder auch ein paar Mattjesbohlen im A&V erworben hat, der Weg sei nun geebnet für echten Irgendwoher Single Malt Whisky, sei es nun Hercynian, Wismarian, Bavarian usw. usf.

In Wirklichkeit ist es aber wohl kein 'Whisky', genauso wenig nämlich, wie amerikanisches Bier richtiges Bier sein könnte. Sie verstehen!

Whisky mal einfach schnell nebenbei produzieren?
Buchenholzqualm statt Torfrauch?
Siebbodenkolonnen zur Simulation klassischer Brennblasen?
Eichenholzspäne statt Sherryfass?
Danke vielmals.



Das ist vielleicht einfach nur der beginnende Siegeszug der Mittelmäßigkeit! Ambitionierte Amateure verdrängen ab sofort Profis? Und alle machen mit?

...kann schon sein. Wir basteln ja auch unsere Fotobücher selber. Wir publizieren alles Mögliche ungelesen im WWW. Und überhaupt meinen wir, dass es nichts gibt, was wir nicht selbst am besten können.

Dann gebt mit doch aber bitte auch meinen guten alten Falckner wieder!
Ihr 'entmündigter' Frosch

Mittwoch, 9. Februar 2011

Richtiges Männerzeug!

Was hat ein Frosch im Winter groß zu berichten?
Nichts!
Na ja, jedenfalls nichts Wichtiges.
Oder nichts RICHTIG Wichtiges.

Das ist wie bei den Tagesthemen oder vergleichbaren Informationsangeboten (heißt das nicht sogar 'Infotainment'?). Da drängen (?) sich Informationsbröckchen in die Weltnachrichten, die so wichtig sind, dass sie fast schon in der Bedeutung mit dem Knospenknall in 17309 Jatznick oder 13353 Berlin konkurrieren können.
Gut, bis dahin ist ja (hoffentlich) noch etwas Zeit.

Bleiben wir bei den völlig unwichtigen Dingen.
Stellen Sie sich vor, Sie verkosten im Pub ein paar erstklassige Tropfen. Dann meinen Sie, den einen und/oder anderen sich besorgen zu müssen. Man recherchiert im Internet, wenn man nicht gleich den besonderen (sortierten) Laden um die Ecke hat. Man findet dann vielleicht das gesuchte Etwas und durchlebt mit so manchem Experten und Fachmann die Verkostung erneut. Spüren Sie den Hauch Vanille, den...die...das..., den intensiven Abgang, diese Explosion scharfer Peperoni?
"Genau", werden Sie sagen, "Die Destiller's Edition ist also gemeint".

Und da haben Sie Recht!
(Wegen dieser unverhohlenen Werbung werde ich jetzt wahrscheinlich eine große Kiste gratis geliefert bekommen.)



Und bei dieser erneuten Verkostung im heimatlichen Teich haben Sie die geliebte Lieblingsfröschin neben sich. Sie reicht Ihnen auch ihr Schnupperglas und meint dazu, dass sie dem Tropfen wirklich jede Chance gegeben hätte...

Dann wissen Sie jedenfalls, das ist wieder so'n Ding wie Fußball, Tabledance oder Briefmarkensammeln. Etwas für richtige Männer eben!

Männer, da müssen wir einfach durch!
Man kann aber zu diesem edlen Tropfen durchaus auch etwas gemeinsam tun: Zartbitterschokolade naschen.
Und kuscheln kann man auch noch!

Und wenn sich jetzt nicht Susan wegen des Whiskys beschwert, Angie mir nicht den Fußball an die Rübe schießt, und Harald mir kein Ohr abbeißt, bezüglich irgendwelcher Zacken und Zähne, kann ich mich ja jetzt von Ihnen verabschieden.

Darauf, dass manchmal auch die ganz unwichtigen Dinge schön sein können!
Ihr Frosch