Kulturschock ist etwas, was wir häufig mit dem Begriff Ausland verbinden. Man schockt nicht selbst, man wird geschockt, oder?
Nun ja, vergleicht unsereiner Länder und Sitten miteinander...
Aber bleiben wir doch einfach bei den Schotten:
Bei uns knackte das Gebälk ob der großen Hitze, mit 38 Grad in Berlin, auf Skye [An t-Eilean Sgitheanach] erlebte man einen eher "verhaltenen" Sommer bei nur dreizehn Grad.
Zeitgleich, wohlgemerkt!
Und jeder weiß, dort trinkt man Whisky [Uisge-beatha], bei uns dagegen Bier.
Deutschland - die große Biernation!
Immerhin bekommt man in Kneipen bei uns meist zwei verschiedene Biersorten vom Fass. Ist es mitunter nur eine, hat man vielleicht Pech. Jedenfalls, wenn es nicht die Richtige ist...
Bei den Whiskytrinkern gibt es natürlich auch ganze Kühlschränke voller internationaler Standardhopfengetränkeflaschen, die auch ab und zu bestellt werden. Vom Fass gibt es jedenfalls häufig dort auch Heineken, Stella Artois und andere Sorten, die in jedem Winkel dieser Welt immer gleich schmecken und die unsereiner seit gefühlten einhundert Jahren nicht mehr so richtig mag.
Nein, der Zapfer steht gewöhnlich hinter einer ganzen Batterie von Zapfapparaten, die entweder von selbst den gelben oder braunen Saft freigeben, oder aber mit Muskelkraft gepumpt werden müssen.
"Oh, Sie möchten ein hiesiges Pale Ale?
Dann probieren Sie doch mal dieses..." [Eine Kostprobe wandert über den Tresen] "...oder dieses hier, oder das von der Insel nebenan."
Und wenn man sich schon entschieden hat, welches dieser kräftigen, bitteren und trüben Biere ins Pint-Glas soll, muss man doch noch ein weiteres Mal probieren, denn "diese Kostprobe ist aus der selben Brauerei..."
Geschockt von dieser Art Freundlichkeit und Entgegenkommen kann sich der grüngetupfte Gast dann nur noch am Glas festhalten, gebannt auf die einzelnen Hähne schauen und sich auf einem Thekenstuhl niedersinken lassen.
Dieser Schnupperkurs geht dann aber ganz sicher auch weiter, wenn man erst nach dem "richtigen" einheimischen Getränk fragt:
nicht kühlgefiltert soll es nämlich sein,
ordentlich torfig,
möglichst nicht gefärbt
und dazu noch von einem unabhängigen Abfüller.
Aber das ist ein anderes Kapitel, noch dazu eines, zu dem man auch jede Menge Zeit mitbringen muss...
Slàinte mhath!
Ihr ziemlich geschockter Frosch
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Mittwoch, 19. August 2015
Montag, 14. Juli 2014
Schottland 'gleich um de Ecke'...
Latscht man ganz touristisch durch die sächsische Hauptsdtadt, kommt man, ob man will, oder nicht, an herrlichen Wiesen vorbei. Der ganz faule Spaziergänger fährt dabei auch mal mit der Pioniereisenbahn durch die Gegend, natürlich nicht, ohne die Spurweite an der eigenen Fußlänge messen zu müssen.
Wirklich ein Wunder, dass die schmalspurige Bahn nicht umkippt!
Hat man Glück, scheint die Sonne, und man selbst ist von den Disteln so verzückt, wie manch' Schmetterling.
Und es erinnert sehr an die Wiesen in Schottland.

Und jetzt schon etwas aufmerksamer beim Herumlaufen findet man eher zufällig, versteckt zwischen Glas und Beton, nicht ganz am üblichen Hauptweg der Laufkundschaft und Schaufensterbummler einen winzigen Laden, der Sachsen, Irland und Schottland unter einen Hut, also Dreispitz, zu bekommen sucht.
Immerhin wurden in den ersten sieben Wochen seines Bestehens u.a. schon mindestens drei Flaschen eines jungen Ledaig ohne Altersangabe verbraucht/verkauft (und wer weiß, was noch), und dem, der auf allen möglichen kleinen und größeren Whiskyveranstaltungen vergeblich nach einem Octomore Ausschau hielt, stolperte endlich mal darüber - also noch vor dem Genuss.
![Ledaig (ohne Altersangabe) [Burn Stewart Distillers, Glasgow, 42 Vol.-%]](https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgZ-3R0UhXY-rYNybw1mQLKlDMhSEiwD7sgWjQsI1Ng172ZhCHsq4wG_a_n_uUVQZB3GL4FT4STLDPwP6XuKhj6bpyudgh7-dl06kpAGKlauXb9T5Z8EBAzkt5gvS7jLNJeGiLei4zlAn_7/s400/DSC09419.JPG)
Nicht nur der Ochdamh-mòr, der mit den 167 ppm Phenol nämlich, sondern auch das Ambiente des Ladens, machten Spaß: Whisky-Sahne zum ganz besonderen Kaffee, Fachgespräche über ganz besondere Flaschen und anderes ganz Besonderes aus den drei Landen gab und gibt es dort.
Des Herumreisenden Zeit reichte leider nicht, auch die Spezialangebote zu probieren: z.B. den Whiskyfreitagabend oder (ganz spezielle) Tastings.
Einem Frosch, der leider so eine Lokalität nicht in seiner Nähe weiß, sei diese Werbung gestattet. Und vielleicht guckt sich ja der eine oder andere hiesige Kaufmann mit Affinität zum Lebenswasser etwas ab. Das wäre wirklich schön, zumal doch der allgemeine Trend (Mainstream?) langsam, aber unaufhaltsam weltweit die Blends ablöst.
Irgendwann fallen dann auch bestimmt noch die Kühlgefilterten und Gefärbten in der Gunst des Kunden (durch).
...und dann haben wir nur noch BIO!
Mit etwas Augenzwinkern: Slàinte mhath!
Ihr ganz schön grüner Frosch
Wirklich ein Wunder, dass die schmalspurige Bahn nicht umkippt!
Hat man Glück, scheint die Sonne, und man selbst ist von den Disteln so verzückt, wie manch' Schmetterling.
Und es erinnert sehr an die Wiesen in Schottland.
Und jetzt schon etwas aufmerksamer beim Herumlaufen findet man eher zufällig, versteckt zwischen Glas und Beton, nicht ganz am üblichen Hauptweg der Laufkundschaft und Schaufensterbummler einen winzigen Laden, der Sachsen, Irland und Schottland unter einen Hut, also Dreispitz, zu bekommen sucht.
Immerhin wurden in den ersten sieben Wochen seines Bestehens u.a. schon mindestens drei Flaschen eines jungen Ledaig ohne Altersangabe verbraucht/verkauft (und wer weiß, was noch), und dem, der auf allen möglichen kleinen und größeren Whiskyveranstaltungen vergeblich nach einem Octomore Ausschau hielt, stolperte endlich mal darüber - also noch vor dem Genuss.
Nicht nur der Ochdamh-mòr, der mit den 167 ppm Phenol nämlich, sondern auch das Ambiente des Ladens, machten Spaß: Whisky-Sahne zum ganz besonderen Kaffee, Fachgespräche über ganz besondere Flaschen und anderes ganz Besonderes aus den drei Landen gab und gibt es dort.
Des Herumreisenden Zeit reichte leider nicht, auch die Spezialangebote zu probieren: z.B. den Whiskyfreitagabend oder (ganz spezielle) Tastings.
Einem Frosch, der leider so eine Lokalität nicht in seiner Nähe weiß, sei diese Werbung gestattet. Und vielleicht guckt sich ja der eine oder andere hiesige Kaufmann mit Affinität zum Lebenswasser etwas ab. Das wäre wirklich schön, zumal doch der allgemeine Trend (Mainstream?) langsam, aber unaufhaltsam weltweit die Blends ablöst.
Irgendwann fallen dann auch bestimmt noch die Kühlgefilterten und Gefärbten in der Gunst des Kunden (durch).
...und dann haben wir nur noch BIO!
Mit etwas Augenzwinkern: Slàinte mhath!
Ihr ganz schön grüner Frosch
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Samstag, 23. März 2013
An t-Oban agus Inbhir Nis
Da gab es nun einen Schottischen Abend in Berlin, jot-we-deh im Osten.
Der Kulturring hatte Gäste aus Oban und Inverness eingeladen: Emma Pollard (Violine) begleitete Neil Macdonald (Rezitation, Gesang, Gitarre) zu den kulturellen Einlagen, und beide diskutierten und sprachen auch eifrig mit den Gästen in der kurzen Rauchpause und am Ende das Abends.
Haggis gab es nicht, aber dennoch einen leckeren typisch Schottischen Eintopf und eine ausgesprochen leckere Nachspeise. Wer Whisky suchte, also Single Malt Scotch Whisky, suchte vergebens. Emma nahm resigniert einen Irischen Whiskey. Mir gelang es, von den insgesamt sechs kleinen Guinness ganze zwei abzubekommen. Es war also eigentlich ein Schottisch-Irischer Abend.
Freunde haben wir auch dort getroffen, ...also ein ausgesprochen schöner Schottisch-Irischer Abend, bei dem wir auch ein paar Brocken Shetlandisch/Norwegisch lernen durften. Allerdings sagte Mr. Macdonald mir, dass ich Ihn nicht mit 'Feasgar math! Ciamar a tha sibh?' begrüßen müsse.
'... Ciamar a tha thu?'.
Na, gut. Ich arbeite an mir.
Ihr ganz, ganz oller Frosch
PS:
Ob er das nächste Mal einen Talisker mit mir trinken würde, habe ich nicht genau rausbekommen. Irgendwie glaube ich, der wäre ihm zu jodhaltig.
Der Kulturring hatte Gäste aus Oban und Inverness eingeladen: Emma Pollard (Violine) begleitete Neil Macdonald (Rezitation, Gesang, Gitarre) zu den kulturellen Einlagen, und beide diskutierten und sprachen auch eifrig mit den Gästen in der kurzen Rauchpause und am Ende das Abends.
Haggis gab es nicht, aber dennoch einen leckeren typisch Schottischen Eintopf und eine ausgesprochen leckere Nachspeise. Wer Whisky suchte, also Single Malt Scotch Whisky, suchte vergebens. Emma nahm resigniert einen Irischen Whiskey. Mir gelang es, von den insgesamt sechs kleinen Guinness ganze zwei abzubekommen. Es war also eigentlich ein Schottisch-Irischer Abend.
Freunde haben wir auch dort getroffen, ...also ein ausgesprochen schöner Schottisch-Irischer Abend, bei dem wir auch ein paar Brocken Shetlandisch/Norwegisch lernen durften. Allerdings sagte Mr. Macdonald mir, dass ich Ihn nicht mit 'Feasgar math! Ciamar a tha sibh?' begrüßen müsse.
'... Ciamar a tha thu?'.
Na, gut. Ich arbeite an mir.
Ihr ganz, ganz oller Frosch
PS:
Ob er das nächste Mal einen Talisker mit mir trinken würde, habe ich nicht genau rausbekommen. Irgendwie glaube ich, der wäre ihm zu jodhaltig.
Montag, 2. August 2010
Der Alltag hat mich wieder
Ja, geehrter Leser, leider ist der diesjährige Sommerurlaub vorbei - quasi im Fluge verflogen. Passé.
Ein bisschen Feigheit war bei mir ja mit im Spiel, denn es war auch eine Flucht vor den angekündigten Berliner Temperaturen (38° und mehr...).
Im Urlaub war es aber auch nicht gerade ungefährlich. Natürlich war das ständige Nass genau das Richtige für meine empfindliche Haut, aber zum Einen musste man sich vor bunten Schnäbeln in Acht nehmen, gleichzeitig aber auch vor riesigen bunten Quallen.

Nicht zuletzt soll ja auch das dauernde Einatmen am Torffeuer schädlich sein. Nun ja, dagegen gibt es ja dieses berühmte Destillat aus Gerstenmalz, was immer anders, aber immer gut schmeckt. 'Very peated', steht oft auf dem Etikett, jedenfalls wenn der Whisky von der Insel Islay kommt.
Bei den Schotten kann man sich wohlfühlen, und nicht nur, weil man im Pub an jeder Flasche schnuppern darf. Der blöde Rabe hätte sich dort sogar prächtig unterhalten können, denn das rollende RR bildet eine entscheidende Grundlage der Kommunikation.
Probieren Sie es doch mal selbst mit dem rollenden RR, und artikulieren Sie auch dieses typische ganz harte CH:
Lassen Sie sich die Worte DRUMNADROCHIT oder BRUICHLADDICH mal ganz genüsslich auf der Zunge 'zergehen'. Das ist doch was, oder?!
Das soll jetz aber kein Reisebericht oder linguistischer Ausflug werden. Wer will, kann ja in Fotoalben stöbern, Wikipedia durchforsten oder Leute und Frösche befragen, die selbst dort waren.
Mein Fazit jedenfalls: Wer Blüten mag und Insekten und feuchte Haut, wird sich garantiert dort gut aufgehoben fühlen.
Aber passen Sie gut auf! Mancherorts soll es bekanntlich spuken...
Na dann!
Ihr berufstätiger Frosch
Ein bisschen Feigheit war bei mir ja mit im Spiel, denn es war auch eine Flucht vor den angekündigten Berliner Temperaturen (38° und mehr...).
Im Urlaub war es aber auch nicht gerade ungefährlich. Natürlich war das ständige Nass genau das Richtige für meine empfindliche Haut, aber zum Einen musste man sich vor bunten Schnäbeln in Acht nehmen, gleichzeitig aber auch vor riesigen bunten Quallen.

Nicht zuletzt soll ja auch das dauernde Einatmen am Torffeuer schädlich sein. Nun ja, dagegen gibt es ja dieses berühmte Destillat aus Gerstenmalz, was immer anders, aber immer gut schmeckt. 'Very peated', steht oft auf dem Etikett, jedenfalls wenn der Whisky von der Insel Islay kommt.
Bei den Schotten kann man sich wohlfühlen, und nicht nur, weil man im Pub an jeder Flasche schnuppern darf. Der blöde Rabe hätte sich dort sogar prächtig unterhalten können, denn das rollende RR bildet eine entscheidende Grundlage der Kommunikation.
Probieren Sie es doch mal selbst mit dem rollenden RR, und artikulieren Sie auch dieses typische ganz harte CH:
Lassen Sie sich die Worte DRUMNADROCHIT oder BRUICHLADDICH mal ganz genüsslich auf der Zunge 'zergehen'. Das ist doch was, oder?!
Das soll jetz aber kein Reisebericht oder linguistischer Ausflug werden. Wer will, kann ja in Fotoalben stöbern, Wikipedia durchforsten oder Leute und Frösche befragen, die selbst dort waren.
Mein Fazit jedenfalls: Wer Blüten mag und Insekten und feuchte Haut, wird sich garantiert dort gut aufgehoben fühlen.
Aber passen Sie gut auf! Mancherorts soll es bekanntlich spuken...
Na dann!
Ihr berufstätiger Frosch
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