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Mittwoch, 3. Oktober 2018

Farbenfrohes:
Weiß, grau, graublau und dunkelblau

Irgendwie komisch, dass manch einer an den Farben weiß, grau, graublau und dunkelblau Gefallen finden kann, fehlt doch eigentlich ein rotes oder gelbes i-Tüpfelchen. Nun ja, Ostsee ist eben irgendwie besonders und bedarf eigentlich kaum weiterer Farbnuancen.




Aber trotz Pflichtabgabe gibt es kaum Mülleimer am Wegesrand, die Straßenlaternen sind in der Dunkelheit nicht unbedingt eingeschaltet und im Pub (nicht der in Zinnowitz ist gemeint!) gibt es kühlgefilterte, eingefärbte Standardware. Nicht ein einziger torfiger Tropfen ist dabei...



Da unsereiner aber sowieso nur zum Fischessen und Ausschlafen und um sich ordentlich durchpusten zu lassen nach oben gefahren ist, ist es sowieso irgendwie egal.

Ihnen noch einen schönen vorverlegten 7. Oktober!
Ihr Meeres-Frosch


Donnerstag, 22. Februar 2018

Abschied vom Aal,
Abschied vom Dorsch...

Wieder winters wuselt unsereiner oben an der Küste rum...
Es ist nicht mehr wie in den Neunzigern, als nur jedes dritte Haus geöffnet war und abends die Bürgersteige hochgeklappt wurden. Nein, die Ostostsee ist beliebter denn je. Und Zinnowitz ist gewissermaßen unser Wunschort auf Usedom.

Da beginnt der Tag mit Planschen im hauseigenen Planschbecken - zwei, drei Kraulschläge, fünf Minuten Whirlpool, kurz unter den Wasserfall, wieder Whirlpool...
Beim Frühstück lässt man sich viel Zeit und geht nicht, bevor Kaffe ausgetrunken und Lokalzeitung ausgelesen sind. Das hat schon irgendwie den Charakter eines Rituals, denn daran erkennt man unweigerlich, dass tatsächlich Urlaub (!) ist.

Die Nachrichten, unseren Planeten betreffend, sind schon schlimm, aber zum Glück ganz weit weg. Den Krieg in Syrien oder Myanmar kann man nicht direkt spüren. Man bemerkt keine Erschütterungen, kein Rumoren.
Man spürt ja nicht einmal, wenn der Boden einstürzt, selbst wenn es quasi gleich um die Ecke passiert.
Das Loch auf der A20 ist inzwischen 94 Meter lang und sechs Meter tief. Das ist Ingenieurskunst!
Und die globale Erwärmung nimmt man eigentlich auch nur wahr, indem man bedauert, dass es im Februar hier oben keinen Schnee gibt.


Man spaziert dann am Strand, entweder nach Trassenheide oder Richtung Zempin, immer mit Mütze und manchmal sogar mit Kapuze. Logisch, denn meistens pfeift einem ein feiner (oder auch stärkerer) Wind ins Gesicht.
Während man sich mittags auf den feinen Fisch abends freut, kommt man nicht umhin, wenigstens einen leckeren nicht zu großen Fischimbiss einzunehmen - mal ein Süppchen, mal eine Schrippe mit diesem oder jenem Fisch. Und weil der Fisch bekanntlich schwimmen muss, kommt meist ein Lübzer noch dazu.
Aber, dass die Aale verschwinden, ist schon krass und auch direkt wahrnehmbar. Ein Fischer erzählte, dass die Franzosen Unmengen Glasaale an die Chinesen verscherbeln und hatte den Schuldigen parat.
Kann das sein?

Nun gut, es ist ja Urlaub!
Also begnügt man sich ein letztes Mal mit einer Räucheraalschrippe zur Mittagszeit und nimmt dabei ganz bewusst Abschied vom Aal.
Vielleicht sogar für immer.

Und, was soll ich Ihnen sagen, abends steht fast genauso der Dorsch auf der Abschiedsliste. Spelunken, die diesen noch immer in ihrer Karte führen, müssen beim Bestellversuch meist leider verneinen.
Aber dennoch fanden wir eine nette Kneipe, ganz im Stil des ollen Admirals im roten Hemd, dessen historische Hängematte mit unseren heutigen Babybettchen konkurrieren könnte, in der an der Tafel mit den gewissen täglichen Extras wirklich 'Dorsch' angeschrieben stand.

Nichts wie hinein! ...zum Abschied nehmen.
Fein auf der Haut gebraten, dazu Butterkartoffeln - was will man mehr?

Die tränengetrübten Augen bestaunten dann auf jedem Tellerchen zwei ganze Dorschfilets.
Zwei ganze Dorschfilets! So klein sind also die Dorsche schon...

Es wird offensichtlich Zeit, zu verzichten!

Erholen auch Sie sich!
Ihr ab sofort nur noch Grünalgen verzehrender Frosch






Montag, 5. Oktober 2015

Nach Norden, nach Norden!


Wiedermal zog es unsereinen nach Norden.
Nein, nicht etwa, weil der um einige Tage vorverlegte Republikgeburtstag bevorstand, einfach nur, ums sich den Wind etwas um die Nase wehen zu lassen.
Und das tat er erst überhaupt nicht!



Der Norden von Usedom begrüßte uns mit bunten Fähnchen und allerlei kulinarischen Genüssen. Das Drachenfest war angekündigt, und tatsächlich Punkt 15:00 Uhr begann ein leises Lüftchen für den nötigen Aufwind zu sorgen. Nicht alle Drachen waren bei dieser leichten Brise flugfähig, aber unsereinem gelang es, erstmalig während der gesamten Tümpellaufbahn, den Drachen steigen zu lassen.
Meine lieben Enkelkinder, Ihr könnt Euch schon mal freuen!
Opa kann's jetzt!

Dieses Allerlei für Kind und Kegel wurde gekrönt mit dem inzwischen über die Insel hinaus bekannten Feuerwerksdomino von Karlshagen bis Ahlbeck.
In zehnminütigen Abständen entflammte hierbei die Küste von Ort zu Ort von acht bis dreiviertelzehn.




Und Party gab's am Strand und Gegrilltes und Gebrutzeltes.
Eine mobile Cocktailbar warb mit Kubanischen Spezialitäten, hatte aber den Cubata leider nicht im Repertoire. Für den Añejo 7 Años war das Mobil dann wohl doch zu klein...

Aber es gab Eis.
Softeis, das den Gaumen ankratzte, weil das dazugegebene Wasser wohl nicht ordentlich homogenisiert war.
Das Eis landete erwartungsgemäß im Eimer.
Und in Erwartung derartiger Kritik(en) haben die Royalen Eisexperten vorsichtshalber gleich mal das vordere Nummernschild entfernt und das hintere mit Klebeband abgedeckt. Wirklich klever, denn der gemeine Leckfreudige hatte so keinen Anhaltspunkt mehr für irgendwelche Beschwerden!



Aber wer lässt sich schon so einen schönen Tag vermiesen? Unsereiner nicht!
Der einzige Wehrmutstropfen war und ist und bleibt jedesmal die immer viel zu kurze Verweilzeit.

Man kann die Fischköppe durchaus beneiden ob ihrer schönen "Badewanne". Mein Tümpel passt doch da, grob geschätzt, mindestens 22 mal hinein...

Könnse glohm!
Ihr Wind- und Reisefrosch

Dienstag, 17. Februar 2015

Strand und Meer und mehr

Es ist gar nicht mal so lange her, als sich im Winter an der Ostsee Fuchs und Hase "Gute Nacht!" wünschen konnten.
Nun ja, im Laufe der Jahre hat sich jedenfalls herumgesprochen, dass es auch an der winterlichen Ostseeküste ganz schön sein kann.

Vorbei scheinen jedenfalls die Zeiten, als man weder am Strand, noch im Wald beim Spaziergang Leute getroffen hat.
Ja, es kam schon mal vor, aber eben nur mal.
Immerhin gibt es jetzt schon wieder jeden zweiten oder dritten Mülleimer an der Strandpromenade. Man muss also nicht mehr seine Bananenschale von Ahlbeck bis Bansin herumtragen. Die Kurtaxe macht's wohl möglich.
Allerdings reicht es wohl nicht mehr für die Toiletten. Der sehr dringliche Klogast (also Toilettentourist) muss leider bis Ende März warten.
Wenn das mal gut geht...

Nun könnte man denken, dass dort oben das Leben tobt. So schlimm ist es aber doch noch nicht, da mindestens die Hälfte aller Häuser noch Pause macht. Ebenso die Hälfte aller Restaurants.
Ergo drängeln sich die Ostseeurlauber schon beim Frühstück in der Hotellobby und später im Restaurant. Man könnte fast sagen, dass die sortierten Essensdurchgänge beim FDGB-Feriendienst gar nicht mal so unpraktisch waren...
'Tschuldigung, Sie haben darüber ja gewiss nur Schlechtes gehört.

Na ja, jetzt wird man eben mal noch für 'ne halbe Stunde weggeschickt.
Mit hungrigem Magen kann man ruhig mal zur Seebrücke latschen und wieder zurück, und wenn immer noch kein Platz sein sollte, latscht man eben nochmal.

Dafür überbieten sich die Häuser gegenseitig mit Sonderleistungen und preiswerten Arrangements. Fast schon Standard sind enthaltene Abendessen im eigenen Haus und der kostenlose Besuch der Therme nebenan. Man geizt auch nicht mit Rabatten bei Massagen und Gesichtskosmetik. Nur das hauseigene Schwimmbad könnte doch ein wenig wärmer sein...


Die Ostseeküste eint jetzt auch gewissermaßen unser Land, obwohl man doch sofort weiß, woher derjenige kommt, der für sein 13-jähriges Kind für zwei, drei Tage Abwesenheit zu Hause eine Betreuung organisieren musste.
Die sind auf jeden Fall keine Rabeneltern.
Mass auch mal gesagt sein!

Trotzdem, armes Kind!
...sturmfreie Bude war doch immer herrlich, auch wenn man kurz vor dem Wiedererscheinen der Eltern sehr viel aufzuräumen und zu putzen hatte.

"Schweine raus, Preußen rein!" gilt für den Fremdenverkehr der Ostseebäder nur noch bedingt. Deswegen fühle ich mich auch immer wieder eingeladen, und der Sealord entschädigt auf jeden Fall für das Gedränge beim Frühstück.

Gute Fahrt!
Ihr reisender Frosch


Freitag, 1. Februar 2013

Was steht denn so auf Ihrer Speisekarte?

Der Eine labert ständig von Single Malt, der Dritte erzählt von feinem Fisch, ein Zweiter mag duftenden Kaffee und bittere Schokolade...
Mein Speiseplan ist einfach nur bunt!

Hier sehen Sie mal eine kleine Auswahl sehr leckerer Falter, die leider umgerechnet fast schon so teuer sind, wie ein Essen für Sie im Nobelrestaurant - ganze elf Euro nämlich.
Und das ist wirklich viel für so'n Frosch wie mich...











Schöne Grüße jedenfalls aus der größten Europäischen Schmetterlingsfarm.

Ihr Frosch,
gesättigt und gerade sehr zufrieden

PS:
Und vielleicht denken ja die Veranstalter künftig noch mehr an die, die nur zum Gucken kommen wollen, und bilden neben den offenen Flügelbildern auch noch die (geschlossenen) Rückseiten im Bestimmungsheftchen ab.
...andererseits sind sowieso nicht alle Schmetterlinge im Katalog abgebildet.
Also, was soll's?!

Donnerstag, 31. Januar 2013

Das soll ein Tümpel sein?

Überhaupt nicht! Das ist eben die Ostsee.
Obwohl das eigentlich ja auch völlig falsch ist. Von meinem Tümpel aus betrachtet ist die Ostsee die Nordsee, die Nordsee die Westsee, und da, wo die Ostsee sein müsste, befindet sich die Oder. Oder sehen Sie das anders?! Schauen Sie es sich doch mal an bei Googles Landkartendienst.

Jedenfalls lässt unsereiner sich bei plus zehn Grad ordentlich den Wind um die Nase wehen, während Kinder und Enkel den schlafenden Tümpel bewachen und die Katze füttern müssen. Angereichert mit Ostseezuckersand ist der Wind wie ein schmerzliches Hautpeeling, falls man seine Glubschaugen rechtzeitig zumachen kann. Sonst... Ja, sonst tut es da auch noch weh!



Obwohl jede Menge Schnee auf dem Wunschzettel stand, gibt es davon hier nur Reste am Strand. Möwen hopsen drauf rum, Sand weht den letzten Schnee allmählich zu. Trotzdem ist es schön, den Tag mit dem Schwimmbad zu beginnen, ehe man sich am Kaffee labt. Man kann rumlatschen, kann außer der Reihe und vor zwanzig Uhr Rotwein trinken, kann sich im neuen Tarantino ordentlich mit Blut besudeln lassen, fangfrischen (?) Fisch genießen und bei Bedarf auch noch aus einer feinen Auswahl an Whiskies wählen.
Jetz hab' ich es Ihnen also verraten: Wir sind gerade mal kurz in Zinnowitz. Aber nicht nur der Sealord beeindruckte mit seiner Karte, sondern auch der eher hässliche Neubau-Riesenklotz aus Wismut- und FDGB-Zeiten, der sogar Bruichladdichs Second Edition neben Macallans Sherry Oak aufzählt.



Leider ist es so, dass, noch bevor die Sachen wieder richtig trocken sind, wir bereits wieder zu Hause sein müssen. Kurzurlaub würde nicht so heißen, wäre er nicht kurz. Zu kurz!
Und das mit dem Nass ging so: Gestern also kam ein plötzlicher Eisregen von oben (woher sonst!), der innerhalb von nur zehn Sekunden Hosenbeine und Schuhe völlig durchnässte. Beeindruckt und fast gelähmt von der heraufziehenden schwarzen Wand, schaffte ich es gerade noch, die Knipskiste wasserdicht zu verstauen, ehe die Gegend um Peenemünde völlig undurchsichtig wurde.





Unterstrichen durch die Schilder am Wegesrand, fühlte man sich kurzzeitig wirklich wie im Strudel eines englischen Tiefspülbeckens...
Trotzdem gehören Regen und Sonnenschein irgendwie zusammen, und der April ist ja nun auch nicht mehr so weit weg.

Viel Spaß bei Ihren Winterausflügen, und vielleicht kommt ja auch noch mal richtiger Schnee...
Ihr Frosch, gerade noch am Ostseestrand

Freitag, 11. Februar 2011

Urlaubszeit in Zinnowitz und die bescheuerte Angewohnheit, blöde Nummern zu verwenden

Urlaub!
Der glücksgefärbte Ausruf des gebeutelten Werktätigen, denken Sie.
Nee, HIER ist Urlaubszeit - der Smutje hat zu...
Das ist zwar wirklich ärgerlich, mögen wir doch die dortige Küche besonders gern, aber es gibt auch noch andere Lokalitäten, in denen man ganz gut essen kann.
Und man isst mehr, viel mehr, als vielleicht gut ist, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren hin und her diskutiert.
Jede Mahlzeit erfordert dann einen leckeren Sanddornlikör zur besseren Verdauung.
Könn'se glauben!



Nun ja, heute habe ich mir jedenfalls ein herzhaftes Rotbarschfilet mit warmen Specksalat genehmigt, und hin und wieder habe ich möglichst unauffällig zum Nachbartisch gelugt.
Die dort haben die Neun und die Siebenundzwanzig gegessen. Zum Nachtisch gab's dann die Hundertneunzehn.
Ob das eine Alternative zum Sanddornlikör sein kann?
Glauben Sie das nicht!

Ahoi sagt Ihnen
Ihr satter Frosch

PS:
Manchmal sind Nummern gar nicht so schlecht. Nummerierung schafft Eindeutigkeit und Ordnung!
Aber "Einen Espresso bitte." klingt in meinen Ohren einfach besser als "Die Hundertneunundneunzig!".
...und das nicht nur wegen des winzigen Wörtchens mit dem doppelten T.

Danke jedenfalls an Alex und Felix.
Hoffentlich hat auch alles so geklappt, wie es sollte.
Ich genieße weiter den stürmischen Seewind und sammle Strandgut, wenn es hier schon keinen richtigen Winter gibt.
:-)

Dienstag, 18. Januar 2011

Das Eis schmilzt

Ja, mein Teich hat immerhin schon wieder eisfreie Ränder, und ob die Scholle in der Mitte noch ganze Pferdefuhrwerke tragen könnte, ist eher zweifelhaft. Eigentlich sehne ich mich aber noch nach ein bisschen Weiß und Eis. Der Winter ist doch noch nicht vorbei!

Und wenn wir demnächst an der Ostsee rumspazieren, sollte alles überpudert sein, sollte wenigstens die Brandung diesen Eis-Wasser-Brei hin und her bewegen.
Noch besser wäre allerdings eine richtige Eiswüste vor der Veranda...



Etwas Zeit hat ja die Natur noch, sich diesbezüglich zu befleißigen. Winterferien mit Vogelgezwitscher sind nun mal keine Winterferien!

Ich bin jedenfalls schon ganz der Vorfreude verfallen, denke an eisigen Wind, an Sauna, an Schnee und an den Sealord in Zinnowitz. Und auf dem Weg nach oben gibt es vielleicht sogar einen Schluck Bohnenkaffee bei Ingo. Mal sehen, was die nächsten Wochen so in petto haben.

Auf bald also!
Ihr wartender Frosch

PS:
Wirklich schade, dass die Kiste immer noch zu hat. Erst wenn was fehlt, merkt man, dass es irgendwie was ganz Besonderes war...
So ist es wohl immer.