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Donnerstag, 22. Februar 2018

Abschied vom Aal,
Abschied vom Dorsch...

Wieder winters wuselt unsereiner oben an der Küste rum...
Es ist nicht mehr wie in den Neunzigern, als nur jedes dritte Haus geöffnet war und abends die Bürgersteige hochgeklappt wurden. Nein, die Ostostsee ist beliebter denn je. Und Zinnowitz ist gewissermaßen unser Wunschort auf Usedom.

Da beginnt der Tag mit Planschen im hauseigenen Planschbecken - zwei, drei Kraulschläge, fünf Minuten Whirlpool, kurz unter den Wasserfall, wieder Whirlpool...
Beim Frühstück lässt man sich viel Zeit und geht nicht, bevor Kaffe ausgetrunken und Lokalzeitung ausgelesen sind. Das hat schon irgendwie den Charakter eines Rituals, denn daran erkennt man unweigerlich, dass tatsächlich Urlaub (!) ist.

Die Nachrichten, unseren Planeten betreffend, sind schon schlimm, aber zum Glück ganz weit weg. Den Krieg in Syrien oder Myanmar kann man nicht direkt spüren. Man bemerkt keine Erschütterungen, kein Rumoren.
Man spürt ja nicht einmal, wenn der Boden einstürzt, selbst wenn es quasi gleich um die Ecke passiert.
Das Loch auf der A20 ist inzwischen 94 Meter lang und sechs Meter tief. Das ist Ingenieurskunst!
Und die globale Erwärmung nimmt man eigentlich auch nur wahr, indem man bedauert, dass es im Februar hier oben keinen Schnee gibt.


Man spaziert dann am Strand, entweder nach Trassenheide oder Richtung Zempin, immer mit Mütze und manchmal sogar mit Kapuze. Logisch, denn meistens pfeift einem ein feiner (oder auch stärkerer) Wind ins Gesicht.
Während man sich mittags auf den feinen Fisch abends freut, kommt man nicht umhin, wenigstens einen leckeren nicht zu großen Fischimbiss einzunehmen - mal ein Süppchen, mal eine Schrippe mit diesem oder jenem Fisch. Und weil der Fisch bekanntlich schwimmen muss, kommt meist ein Lübzer noch dazu.
Aber, dass die Aale verschwinden, ist schon krass und auch direkt wahrnehmbar. Ein Fischer erzählte, dass die Franzosen Unmengen Glasaale an die Chinesen verscherbeln und hatte den Schuldigen parat.
Kann das sein?

Nun gut, es ist ja Urlaub!
Also begnügt man sich ein letztes Mal mit einer Räucheraalschrippe zur Mittagszeit und nimmt dabei ganz bewusst Abschied vom Aal.
Vielleicht sogar für immer.

Und, was soll ich Ihnen sagen, abends steht fast genauso der Dorsch auf der Abschiedsliste. Spelunken, die diesen noch immer in ihrer Karte führen, müssen beim Bestellversuch meist leider verneinen.
Aber dennoch fanden wir eine nette Kneipe, ganz im Stil des ollen Admirals im roten Hemd, dessen historische Hängematte mit unseren heutigen Babybettchen konkurrieren könnte, in der an der Tafel mit den gewissen täglichen Extras wirklich 'Dorsch' angeschrieben stand.

Nichts wie hinein! ...zum Abschied nehmen.
Fein auf der Haut gebraten, dazu Butterkartoffeln - was will man mehr?

Die tränengetrübten Augen bestaunten dann auf jedem Tellerchen zwei ganze Dorschfilets.
Zwei ganze Dorschfilets! So klein sind also die Dorsche schon...

Es wird offensichtlich Zeit, zu verzichten!

Erholen auch Sie sich!
Ihr ab sofort nur noch Grünalgen verzehrender Frosch






Mittwoch, 16. August 2017

Zeitdilatation neulich physisch erlebt!

Na klar! ...eigentlich sogar in jedem Urlaub. Man wartet ewig, bis es endlich soweit ist, und ist es soweit, ist es auch schon im Nu vorbei. Es spielt auch überhaupt keine Rolle, wie lange man hierbei Ferien macht(e). Leider!

Nun ja, natürlich freut man sich aufs Neue auf die Arbeit, auf Berlins Kulturleben, auf das Whiskyfest in Köpenick (oder, wer lieber Frau Kierzek treu bleiben will, auf die Malzfabrik zur selben Zeit...), auf die Baustellen auf Berlins Straßen, auf Pendelverkehr oder SEV, wenn man die Karre stehen lässt.


Das Banale und Alltägliche und auch Besondere wiederholt sich Jahr für Jahr, nur dass man selbst den Kreis der Eintönigkeit mit samt seinen Freunden durchbricht. Alle werden grauer, insgesamt leiser und auch etwas schwerfälliger -
Hängefalten hier und da, hier noch ein Knie, da eine Hüfte...
Na, Sie wissen schon. Und wenn nicht, seien Sie froh!

Vergisst man kurz mal die Zipperlein, schiebt einen die Selbstwahrnehmung in die Zeit, so um die dreißig, aber das ist bei jedem vielleicht immer etwas anders. Und plötzlich ist der neben einem alt. Und überhaupt sind hier alles nur Alte um einem herum. Und ehe man sich noch richtig wundern kann, macht sich beim Aufstehen sogleich der Ischias-Nerv bemerkbar, und man lässt sich wieder leicht resigniert und sehr, sehr vorsichtig zurückfallen.
An Ort und Stelle ist man plötzlich wieder in seiner richtigen Zeit.

Hier wird die Zeit weder gestaucht, noch in die Länge gezogen. Nein, hier macht die Zeit einen Sprung. Gewissermaßen.
Ob das jetzt noch in die Relativitätstheorie des alten zungenbläkenden Graukopps passt?

Immerhin benötigt manch einer keine Ohrstöpsel mehr, wenn er vor der Konzertbühne steht. Er dreht einfach das Hörgerät leiser...
Manch' Alter ist ganz schön schlau!
...und ich hab' jetzt leider vergessen, was ich Ihnen noch erzählen wollte.

Und ich versuch' jetzt gleich nochmal, etwas zu hopsen!
Ihr gelenkbeeinträchtigter, fast tauber, grauer Schrumpel-Frosch

Dienstag, 17. Februar 2015

Strand und Meer und mehr

Es ist gar nicht mal so lange her, als sich im Winter an der Ostsee Fuchs und Hase "Gute Nacht!" wünschen konnten.
Nun ja, im Laufe der Jahre hat sich jedenfalls herumgesprochen, dass es auch an der winterlichen Ostseeküste ganz schön sein kann.

Vorbei scheinen jedenfalls die Zeiten, als man weder am Strand, noch im Wald beim Spaziergang Leute getroffen hat.
Ja, es kam schon mal vor, aber eben nur mal.
Immerhin gibt es jetzt schon wieder jeden zweiten oder dritten Mülleimer an der Strandpromenade. Man muss also nicht mehr seine Bananenschale von Ahlbeck bis Bansin herumtragen. Die Kurtaxe macht's wohl möglich.
Allerdings reicht es wohl nicht mehr für die Toiletten. Der sehr dringliche Klogast (also Toilettentourist) muss leider bis Ende März warten.
Wenn das mal gut geht...

Nun könnte man denken, dass dort oben das Leben tobt. So schlimm ist es aber doch noch nicht, da mindestens die Hälfte aller Häuser noch Pause macht. Ebenso die Hälfte aller Restaurants.
Ergo drängeln sich die Ostseeurlauber schon beim Frühstück in der Hotellobby und später im Restaurant. Man könnte fast sagen, dass die sortierten Essensdurchgänge beim FDGB-Feriendienst gar nicht mal so unpraktisch waren...
'Tschuldigung, Sie haben darüber ja gewiss nur Schlechtes gehört.

Na ja, jetzt wird man eben mal noch für 'ne halbe Stunde weggeschickt.
Mit hungrigem Magen kann man ruhig mal zur Seebrücke latschen und wieder zurück, und wenn immer noch kein Platz sein sollte, latscht man eben nochmal.

Dafür überbieten sich die Häuser gegenseitig mit Sonderleistungen und preiswerten Arrangements. Fast schon Standard sind enthaltene Abendessen im eigenen Haus und der kostenlose Besuch der Therme nebenan. Man geizt auch nicht mit Rabatten bei Massagen und Gesichtskosmetik. Nur das hauseigene Schwimmbad könnte doch ein wenig wärmer sein...


Die Ostseeküste eint jetzt auch gewissermaßen unser Land, obwohl man doch sofort weiß, woher derjenige kommt, der für sein 13-jähriges Kind für zwei, drei Tage Abwesenheit zu Hause eine Betreuung organisieren musste.
Die sind auf jeden Fall keine Rabeneltern.
Mass auch mal gesagt sein!

Trotzdem, armes Kind!
...sturmfreie Bude war doch immer herrlich, auch wenn man kurz vor dem Wiedererscheinen der Eltern sehr viel aufzuräumen und zu putzen hatte.

"Schweine raus, Preußen rein!" gilt für den Fremdenverkehr der Ostseebäder nur noch bedingt. Deswegen fühle ich mich auch immer wieder eingeladen, und der Sealord entschädigt auf jeden Fall für das Gedränge beim Frühstück.

Gute Fahrt!
Ihr reisender Frosch


Sonntag, 24. August 2014

Strona główna?

Da wird einem mitten im Leben, über Nacht quasi, alles umgekrempelt: neue Autonummern, neues Kleingartengesetz, ganz neue Regeln für das Angeln, teure Mieten. Na ja, Sie wissen schon, denn in den inzwischen etwa 25 Jahren hat sich sogar der Letzte dran gewöhnt, oder dran gewöhnen müssen. Auch wenn man vorher im Sprachgebrauch nie den Begriff Heimat verwendete, fehlte doch plötzlich selbige. Also ganz und für immer!

Deswegen vielleicht auch nicht ungewöhnlich, wenn man ein besonders Gefühl verspürt, während man durch Wälder und Felder läuft, durch einen Landstrich, in dem man einst kreuz und quer radelte, das aller erste Mal angelte, den ersten Wodka trank (...eher soff, denn jeden Abend im Zelt pół litra zu viert mit gerade erst sechzehn und auch noch aus orangenen Plastetassen...).
...mit Pan Basctiks Töchtern in den śliwki und abends beim Erntedankfest nach mehreren Mostrichgläsern (selbstaufgereinigten) Schnapses, die man keinesfalls ablehnen durfte, platt in der Ecke liegend. Dann wieder Wildschweine aus den Kartoffeln jagen, Kartoffeln im Feuer rösten, Grünfutter für die eigenen Schweine sammeln und häckseln, der Hagebuttenwein...



Erinnerungen, melancholische und schöne Erinnerungen, wechseln sich ab und lassen die Gedanken durcheinander hüpfen. Und dann kommt die Idee: vielleicht ist ja das das, was man gemeinhin als Heimat bezeichnet.
Eigentlich und uneigentlich.

Darüber muss ich noch nachdenken.
Aber schön, wenn man dort Urlaub machen durfte!
Ihr Frosch

PS:
Gleich ist der Urlaub zu Ende, und morgen früh sehen wir uns wieder im Dienst. Leider.

Montag, 29. Juli 2013

Urlaub vom Urlaub

Ja, leider geht jede schöne Zeit irgendwann mal zu Ende. So auch der Urlaub...
Die drei Wochen konnten wir jedenfalls ganz gut genießen. Zuerst war eine Woche Brandenburg angesagt, ganz in der Nähe, Kreis KW. Da fängt sogar schon der Spreewald an, den man nicht nur an den vielen leckeren Mücken erkennt: Wissenswertes vor der Haustür von Bauernmuseum, schönen Badeseen, deftiger oder leichter Gastronomie, Mühlenmuseum, Kahnfahren bis hin zum Rum- oder Whiskydestillieren.
Vielfalt jedenfalls, die man weder erwartet, noch mit vielen anderen Touristen teilen muss. Entweder ist das vergangene Hochwasser schuld, oder aber es hat sich noch nicht herumgesprochen, was dort alles erlebbar sein könnte. Mallorca liegt scheinbar näher...

Dann kam die 'Familienwoche', geprägt durch mehrere Geburtstagsfeiern, Grillfeste und überhaupt... Abschließend kam dann doch noch etwas Kultur ins Spiel. Die Parkbühne machte Rabatz mit Mittelalter(?)-Heavy Metal. Ein Dudelsack, der leider akustisch unterging. Das war die Gruppe Skiltron aus Argentinien. Der Münzer aus Berlin hat aber den Abend für uns ältere Herrschaften gerettet. Sorry, die erste Band haben wir ganz ausgelassen, und meinen großen Kaffee soll ich dort ab sofort aus 0.5-Liter-Bierbechern trinken. Tassen wären nämlich potentielle Wurfgeschosse...

So ganz richtig fühlten wir uns dann am nächsten Abend in der turnusmäßig ausverkauften Parkbühne beim jährlichen 'Beatles meet Stones'. Dazu reisten sogar Freunde aus Eibenstock und Dresden an. Flüsterpropaganda eben.
Und weil es sich auf zwei Beinen so schlecht steht, fügten wir als Abschluss dem Parkbühnenwochenende noch dortselbst die Blutigen Erdbeeren hinzu. Und weil Blut überhaupt sehr anziehend wirkt, gab es wieder jede Menge Mücken, die sich aber diesmal nicht auf 900, sondern auf nur zehn Leute stürzten...

Eine Woche Gartenarbeit und -genießen konnten wir noch ranhängen. Aber nicht nur Beene im Tümpel baumeln lassen, auch Baden in Seefeld, Eisessen in Altlandsberg und andere nette Sachen verkürzten die gefühlte Zeit bis zur Wiederaufnahme der menschentypischen Unrast...
Da war jedenfalls die Idee, sich nochmal richtig das Fell zu gerben, willkommen. Gotcha in Garzau brachte nicht nur blaue Flecken, sondern auch Muskelkater, der jetzt immer noch jede Stufe oder Treppe zur Foltermaschine werden lässt.

Aber wie sagen wir grünen, türkisen oder braunen Frösche?
Genau! Jetzt erst recht!

Schöne Arbeitswoche(n). Und falls Sie noch Urlaub haben, kann unsereiner nur neidisch sein.
Ihr ziemlich erholter Frosch

PS:
Ach so, Sie haben bestimmt schon bemerkt, dass ich wieder online bin.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Die Zeit der milden Nächte...

...hat bereits begonnen.
Selbst in Edinburgh war es die letzten Tage schön warm, wurde mir berichtet, und zwar von den Leuten, die dort den Octomore/5_169 (10 Pound Sterling für 25 ml mit 169 ppm Phenol; Ochdamh-mòr) probiert hatten. Die Lage in den Hochwasserregionen im Süden und Osten entspannt sich langsam. Google spioniert Skype-Nutzern hinterher, Mr. Devlin von der NSA wurde entlarvt (als ob wir das nicht schon seit Prokops Unterschenkel wussten...) während unsereiner sich mit einem geplanten und begonnenen Providerwechsel abmüht. Aber auch hier ist alles noch viel schlimmer, als oftmals in der c't beschrieben.
Die Ägypter protestieren, die Griechen schalten die staatlichen Sender ab, unser Selbstverteidigungsminister wirft dicke Geldbündel aus seinen Drohnen, über Syrien wird schon kaum noch berichtet...



Eigentlich sehnt man doch das Sommerloch herbei!
Mit Sommerloch verbindet unsereiner, dass einfach nichts weltbewegendes passiert, und die Nachrichtenagenturen Nebensächlichkeiten herauskramen müssen, um die Printmedien irgendwie füllen zu können, man aber gleichzeitig in milden Nächten gemütlich am Tümpel hockt.
Oder aber man härtet sich so sehr ab, dass einem das wie ein Sommerloch vorkommt, egal wie dramatisch alles ist.

So ein dickes Fell wäre aber doch ganz schön blöd, weil man dann ja den ersehnten Urlaub nicht richtig fühlen und genießen (!) kann. Und urlaubsreif sind wir doch irgendwie alle...

Nur noch ein paar Wochen!
Ihr Frosch

PS:
Vergessen Sie bloß nicht, Ihre E-Mails rechtzeitig umzuleiten und Ihr Diensthandy unbedingt abzuschalten!
Ansonsten brauchen Sie nach Ihrem Urlaub ja gleich wieder Urlaub. Das wäre ziemlich doof, zumal die diagnostischen Kriterien für Depression oder Burn-out oder allem, was mit der Matschbirne zu tun hat, geändert worden sind.

Montag, 5. September 2011

Knochenmühle

Eine wunderschöne, riesengroße, leckere Mosaikjungfer ließ sich in einen Moment der Unachtsamkeit auf einem Baumstumpf direkt am Teich nieder und schwupp-di-wupp konnte ich mich auf sie stürzen. Ich überschlug mich (mäßig elegant) rückwärts und tauchte ins Nass meines Tümpels ab, die Libelle, die nur halb in die Gusche passte, festhaltend und darauf wartend, sie endlich widerstandslos schlucken zu können.
Ja, das geschah am letzten Urlaubstag.
Ein schöner Abschluss der außergewöhnlich langen Auszeit.



Der Mensch am Teich (bestimmt Schuld an der Unachtsamkeit der Libelle, weil er ständig mit seiner Kamera hinterher rannte und bei jeder kleinen Verschnaufpause mit dem langen Objektiv im Dickicht stocherte) kennt solche Genüsse freilich nicht.
Für ihn standen eher Exkursionen im Vordergrund: Dampferfahrt auf dem Müggelsee, Weitgucken aus dem Fernsehturm, Geburtstagsfeier bei Regina auf der Dachterrasse.
Auch ging es zu den Schotten um die Ecke und ein paar Tage später zu den Schotten, die das Fassrollen als Sportart kreiert haben mögen.

So unterschiedlich die Leute sind, also unsereiner und Ihrerviele, so verschieden sind auch die Interessen und Lieblingsbeschäftigungen.
Naja, die eine Lieblingsbeschäftigung lassen wir mal kurz außer Acht.

...jedenfalls ist doch klar, dass ein Mückentarzan beim Baumstammwerfen keine so gute Figur machen kann. Da müsste man doch bestimmt nachhelfen mit Salben und Tabletten und dem gelben Pulver aus dem Men's Shop.



Ganz anders beim Whisky-Tasting.
Auch ein Mückentarzan wäre in der Lage mit dem Riechkolben das halbe Glas leerzuschnüffeln und dunkle Früchte, Rauch, Vanille, Kakao, Peperoni und sonstwas zu erriechen. Er muss nur aufpassen, dass nicht parfümschwangere Luft von der feinen Dame nebenan oder Zigarrenqualm vom Herren hinten rechts sein Riechorgan veräppelt.
So einfach ist das also!

Benebelt, im wahrsten Sinne des Wortes, schaut man zu den Pipers und wippt mehr oder weniger unauffällig mit. Mangels Sprachkenntnisse, die nur einen einzigen Satz zulassen, stürzt man an den Classic-Malts-Konzern-Stand und zitiert 'Tha mi ag iarraidh Talisgeir le beagan uisge ach gun deigh', was einem einen 2005er 25-jährigen Special Edition von Charlie M. Smith mit 57.2 Umdrehungen beschert.
Und der Meister höchstselbst sogar war anwesend...
Welch' Genuss!



Können Sie das nachvollziehen?
Nee, ich auch nicht.
...also ich spreche jetzt jedenfalls vom Whisky.

Anabolika sind doof, Alkohol ist doof, und da ich das Meck-Pomm-Wahlergebnis auch nicht kommentieren möchte, sage ich jetzt einfach nur tschüss und überlege mir derweil, was ich, während Sie in Ihrer Knochenmühle arbeiten müssen, mit dem angebrochenen Tag noch so anfangen könnte.

Tìoraidh an-dràsda.
Ihr Frosch

Freitag, 1. Juli 2011

Sommerloch

Heute ist ganz plötzlich die Mitte des Jahres über uns hereingebrochen.
Aber man merkt es noch nicht einmal, denn die Straßen in Berlin sind leer, jedenfalls leerer als sonst. Ferienzeit.
Ferienzeit auch im Büro. 'N Topf Kaffee holen geht jetzt viel schneller, weil man weder anstehen muss (an der stupide blinkenden Espressomaschine, die nun länger darauf wartet, verbrannten Kaffee zu verarbeiten), noch fünf verschiedene Leute zum Quatschen trifft, während man von der Teeküche (ganz falsche Bezeichnung!) zwei Räume weiter latscht.

Die momentane "Wärme" als unerträglich zu bezeichnen, wäre etwas übertrieben, denn ohne Jacke geht gerade niemand gerne aus dem Haus, und auf ein bisschen Sommer hoffen sicher die meisten.
Ich bin jedenfalls ganz zufrieden, kann ich doch den lieben langen Tag am Teich ausharren und Ihnen ein paar Mücken vom Leibe halten. Dafür erfreuen Sie mich abends mit einem schönen Lagerfeuer und netten Gesprächen, was einem Vergessen macht, dass es um Los Alamos ganz gewaltig kokelt.



Noch so 'n Brandgeruch: Die Griechen lehnen sich gegen die aktuellen Sparmaßnahmen auf, die wieder einmal zeigen, dass Gewinn privatisiert, aber Verlust sozialisiert wird. Umgekehrt wäre es aber sehr viel mehr ungerecht.
Überlegen Sie doch mal!
Na ja, Sie werden sich schon die richtige Gesellschaftsform ausgesucht haben. Und die richtige Regierung! Da bin ich mir schon sicher.
Und wenn Sie jetzt etwas Ironie hinter den Sätzen vermuten, muss ich Ihnen sagen: "Wollen Sie das etwa machen?". Na bitte!
Aber eigentlich wollte ich nur bemerken, dass die kommende Sommerhitze alle Gemüter abkühlen wird. Ganz bestimmt.

Die Blog-Landschaft scheint schon Urlaub zu haben, sprich, neue Beiträge werden seltener. Man sieht es an der fast eingefrorenen Spalte rechts.
Es ist auch blöde, am Teich zu sitzen - die Beine im Wasser, den Laptop auf dem Schoß - und dabei noch das Mojito-Glas (alkoholfrei natürlich), wenigstens auf halbe Höhe, an den Mund zu führen. Den Rest besorgt ohnehin Ihr Saugreflex, der hoffentlich nicht verkümmert ist, da Sie doch auf so vieles pfeifen.
Aber Saugen ist eigentlich wie Pfeifen, nur anders 'rum...

Statistisch betrachtet, kommen viele von Ihnen aus dem Urlaub, um sich dann erst einmal richtig zu beschweren und 150 Euro vom Pauschalreiseveranstalter zurückzuverlangen, weil die Klospülung zu laut war, lärmende Kinder am Urlaubsort waren, der Taxifahrer so blöde gegrinst hat. Viel Spaß dabei.
Ich für meinen Teil, versuche lieber zu genießen. Auch, indem so manches kleine Ärgernis einfach ignoriert wird. Und, dass die ganzen Idioten zur selben Zeit im selben Ort Urlaub machen, wie ich, weiß ich sowieso, und Sie wissen das doch auch.

Also lassen Sie uns einfach ins Sommerloch fallen und Kraft schöpfen für den ganzen Mist, der uns danach garantiert wieder erwartet!

Ich glaube, ich genehmige mir schon mal einen Cubata. Das ist der Gute mit dem siebenjährigen Havana Club und nur einem einzigen Tropfen Limone.
Oder ist mir vielleicht doch lieber nach Talisker ...oder Apfelsaft, leckerer Holunderlimonade, eiskalter Weiße OHNE Schuss, vietnamesischem Kaffee, weiß mit Eis...?
Jetzt kommt zwar gerade die Sonne durch, aber Sie merken es, der ganze Stress beginnt bereits.
Das kann ja was werden!

Schönen Sommer!
Ihr Frosch

Freitag, 11. Februar 2011

Urlaubszeit in Zinnowitz und die bescheuerte Angewohnheit, blöde Nummern zu verwenden

Urlaub!
Der glücksgefärbte Ausruf des gebeutelten Werktätigen, denken Sie.
Nee, HIER ist Urlaubszeit - der Smutje hat zu...
Das ist zwar wirklich ärgerlich, mögen wir doch die dortige Küche besonders gern, aber es gibt auch noch andere Lokalitäten, in denen man ganz gut essen kann.
Und man isst mehr, viel mehr, als vielleicht gut ist, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren hin und her diskutiert.
Jede Mahlzeit erfordert dann einen leckeren Sanddornlikör zur besseren Verdauung.
Könn'se glauben!



Nun ja, heute habe ich mir jedenfalls ein herzhaftes Rotbarschfilet mit warmen Specksalat genehmigt, und hin und wieder habe ich möglichst unauffällig zum Nachbartisch gelugt.
Die dort haben die Neun und die Siebenundzwanzig gegessen. Zum Nachtisch gab's dann die Hundertneunzehn.
Ob das eine Alternative zum Sanddornlikör sein kann?
Glauben Sie das nicht!

Ahoi sagt Ihnen
Ihr satter Frosch

PS:
Manchmal sind Nummern gar nicht so schlecht. Nummerierung schafft Eindeutigkeit und Ordnung!
Aber "Einen Espresso bitte." klingt in meinen Ohren einfach besser als "Die Hundertneunundneunzig!".
...und das nicht nur wegen des winzigen Wörtchens mit dem doppelten T.

Danke jedenfalls an Alex und Felix.
Hoffentlich hat auch alles so geklappt, wie es sollte.
Ich genieße weiter den stürmischen Seewind und sammle Strandgut, wenn es hier schon keinen richtigen Winter gibt.
:-)