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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Altweibersommer?

Ja, na klar haben wir jetzt Altweibersommer!
Die Frage ist doch nur, darf man das so noch sagen? Negerkuss und Zigeunersauce sind ja bereits von der Liste korrekter Ausdrücke gestrichen. Pipi Langstrumpf wurde in einzelnen Passagen schon umgedichtet...

Altweibersommer kann es aber wohl weiter heißen, denn wer kennt schon alte Weiber? Und die, die man kennt, werden nicht beleidigt sein, sind sie doch mehrfach geliftet, tragen sie doch ihr Silikon mit Stolz und verdecken die unkorrigierbare Falte zwischen den Brüsten mit fetten Glitzerutensilien, hat man mir erklärt.
Alte Hexen, die mit Kröten zaubern, gibt es wohl auch kaum noch. Und die paar letzten ziehen Handschuhe an und wickeln Wolle oder Seide um den Hals. Außerdem vernebeln sie den Männern den ach so objektiven Blick, indem sie Funken sprühen lassen, Wohlgerüche verströmen und durch bunten Rauch ablenken. Und es hilft!


Aber irgendwann kommt bestimmt alles wieder, auch der Stolz des Alters. Man wird sich zuerst zwar erschrecken, wenn einem in der U-Bahn ein Platz angeboten wird. Aber dann werden einem die Unzerknautschten lauschen, werden versuchen, fremde Lebenserfahrung aufzusaugen. Und die Achtung vor dem Alter erst...

Aber jetzt fange ich bereits wieder an zu spinnen. Bis dahin ist ja noch 'ne Menge Zeit, und solange kann man sich ja einfach vom schönen Herbst entzücken lassen, besonders, wenn das Wetter mitmacht.

Tja, mich geht das ja eigentlich alles nichts an, oder haben Sie schon mal einen Frosch mit Falten im Gesicht gesehen?
Also, genießen Sie Ihren Feiertag, und vergessen Sie nicht, der wurde ein paar Tage vorverlegt.

Ganz unbehaart und völlig unzerknautscht!
Ihr schöner Frosch


Montag, 3. Oktober 2011

Der 7. Oktober ist bereits am Dritten

Klaue nie jemandem seine Feiertage!
Das wusste sogar die Kirche, als flugs aus dem Fruchtbarkeits- und Frühlingsritualen Ostern wurde und aus der Wintersonnenwendfeier das Weihnachtsfest.
Egal, was gefeiert wird, Hauptsache es wird gefeiert...
Und was unsereiner schon immer getan hat: am 7. Oktober war Abbaden in Eggersdorf oder Spitzmühle, nachdem vorab die Parade 'abgenommen' wurde, weil wir nämlich erst einmal mit den Rädern die Karl-Marx-Allee langfahren mussten.

Zeiten ändern sich.
Aus dem 7. wurde der 3., und so richtige Militärparaden gibt es hierzulande auch nicht mehr. Wahrscheinlich gäbe es nicht einmal mehr genügend uniformierte Statisten.
Und die, die man hätte, verteidigen bekanntlich gerade unsere Interessen am Hindukusch oder sonstwo.

Ach so, und mit dem Rad fährt man doch auch nicht mehr durch die Gegend, oder?
Unsereiner natürlich nicht. Auch Frosch ist jetzt motorisiert!

Da stört man lieber die morgendliche Waldesruhe, knattert durchs Geäst, zermatscht ein paar Steinpilze - das Wildbret kann gerade noch fliehen - und freut sich wie ein Schneekönig, die fast 100-Prozent-Steigung in den Kavel-Bergen geschafft zu haben.

Alles natürlich mit 4x4 und Geländeuntersetzung, wobei echte Muskelkraft auf das Kuppeln und Festhalten beschränkt bleibt. Gelenkt wird ab und zu einarmig, denn der andere Arm hilft dem Buschpiloten auf dem Sitz zu bleiben.





Damit die Maschine dann wieder etwas abkühlen kann, geht es diesmal ein klein wenig schneller - Fahrtwind wird benötigt - über Wiesen und Felder, die seit dem EU-Beitritt unseres Nachbarlandes kontrolliert brachliegen.



Ich ahne fast, hier kommt der wirtschaftliche Aufschwung auch noch hin. Wie wäre es denn mit einem Spielplatz für die Männer?
Tags durchs Dickicht brettern, abends dann Żubr und Wildschwein am Lagerfeuer.

Ich spinne mal weiter:
Wer nicht in seinem SUV schlafen mag, müsste ein Zelt aufbauen dürfen.
Irgendwann gibt es dann vielleicht auch Bungalows
...und richtige Toiletten
...und Waschräume
...und - damit der Lack nicht zerkratzt - vollständig entästete Fahrwege.

Bis dahin wird aber hoffentlich noch etwas Zeit ins Land gehen. Und solange kann man ja erst einmal den herrlichen Altweibersommer genießen.



Die alten Herren müssen eben noch warten.

Bis dahin!
Ihr Frosch