Mittwoch, 20. Februar 2019

'Brothers in Farms'

Nach weiteren traurigen Ereignissen im Freundeskreis bemerkt man irgendwann, bei denen, die übrig sind, geht das Leben weiter, sogar, ohne ständig auf die schlimmen Möglichkeiten und Eventualitäten fixiert zu sein. Genau so ist das!
Und weil eben das Leben weiter geht, gibt es auch wieder Freude an diesem oder jenem Ding, an Musik, an Filmen, an Feten...

Und es galt, ein Weihnachtsgeschenk einzulösen. Flugs ging es nach der Arbeit in die Zone (Nicht in die Zone, sondern in die, die den Grob- und Feinstaub aus alten Dieselfahrzeugen seit über zehn Jahren, mehr oder weniger erfolgreich, auszusperren versucht).

Hunger!
Geht man beim Columbia-Theater schnell mal um die Ecke, landet man ganz fix bei einem Italiener, der den Hauswein so servierte, wie einst Tante Friedel den Hagebuttenwein, der einem ab dem zweiten Glas die Beine wegknicken ließ:
im Keramikkrug nämlich und mit Mostrichglas (!).
Und er schmeckte!
Die Pizza ebenfalls.

Dann sah man sich auch schon rennen, im Rennen die Jacke anziehend, dabei die Eintrittskarten heraussuchend und guckend, ob man auch noch genügend Geld fürs Bier übrig hatte.

Da war dann auch noch so viel Geld, dass man unweigerlich am Merchandising-Stand herumschaute und sich darüber freute, dass die Kapelle dortselbst ihre Utensilien, vor allem komische Hüte, unters Volk zu bringen versuchte. Das muss auch ziemlich erfolgreich gewesen sein, denn gefühlt trug der halbe Saal den Herman-Hut.

Und jetzt wissen Sie auch schon, wohin uns unsere Kinder (keinesfalls uneigennützig) gelotst hatten:
zu Steve 'n' Seagulls, der finnischen Country-Band.

Was uns zuerst in den Sinn kam, war Schrammelmusik mit Kuhglocke vielleicht, aber weit gefehlt. Es war ein mitreißender Sound, der auch die Sinne wach hielt, weil man ständig rätselte, woher man den Titel kannte.


Ach ja. das ist doch Rammstein!
Steppenwolf?
Und jetzt Zeppelin!
Und hopsend und johlend, dabei nicht unwesentlich viel Bier verkleckernd, machte sich allmählich unten Klebrigkeit und oben Heiserkeit breit.
...trotzdem jede Menge Spaß!

Auf bald also!
Ihr Konzert-Frosch

Dienstag, 22. Januar 2019

R.I.P Achim

2019.
Dein Schicksal lähmt uns noch.
Gerade wurdest Du zur letzten Ruhe gebettet und unsereiner vermisst den, der stets kritisch und mit angemessener Distanz die Tümpelbeobachtungen hinterfragt hat.
Der aber auch manchmal sogar neue Beiträge angemahnt hatte...

Nun fehlt diese mahnende Erinnerung, und deswegen wird am Tümpel gerade auch wenig getuschelt.

Unsere Hoffnung, die auch bestimmt in Deinem Sinne wäre:
Nach dieser temporären Lethargie werden ziemlich sicher neue Beiträge an dieser Stelle folgen.
...aber etwas Zeit benötigen wir Frösche noch.

Solange also,
Ihr/Dein Frosch

Freitag, 14. Dezember 2018

...ist gerade unregelmäßig

Das volle Zitat lautet etwa:
"KLING-KLONG! Der Zugverkehr auf der U-Bahn-Linie 8 ist zurzeit unregelmäßig. Wir bitten um Entschuldigung."

Nö! Da das ja jeden Tag so ist, egal ob morgens auf dem Weg zur Arbeit oder abends wieder nach Hause, und da das ja auch für die Linien U6 und U9 und bestimmt noch weitere zutrifft, entschuldige ich das überhaupt nicht (mehr)!
Verkehrsbetriebe! Wenn Ihr schon nicht in der Lage seid, Eure Züge zu warten oder warten zu lassen (stattdessen lasst Ihr lieber die Fahrgäste warten!), um damit einen einigermaßen planmäßigen Zugverkehr aufrecht erhalten zu können, ändert doch wenigstens die blöden Ansagen, bei denen der normale Fahrgast ja bereits zusammenzuckt, wenn die "Glöckchen" aus den Lautsprechern erschallen.


Wie wäre es denn, immer nur den regelmäßigen Zugverkehr anzukündigen? Die Fahrgäste würden sich über so viel Entgegenkommen garantiert freuen.

Ein ziemlich ungehaltener U-Bahn-Fahrer,
Ihr Frosch nämlich

Montag, 10. Dezember 2018

Steckstnfingerinarschunddrestn

...und hier ist die Frage, die zur Überschrift passt: "Wie kommste am schnellsten nach Dresden?".
Man bemerkt schon, dass man selbst in unserer kleinen, fast winzigen DDR 'ne Menge Geographie lernen konnte...
Jetzt aber im Ernst, was macht der Preuße, der einen Wochenendausflug nach Dresden im Nikolausstiefel gefunden hat?

Sie ahnen es bestimmt schon.
Kultur ist angesagt gewesen.
Quasi.
Irgendwie.


Kommt man nachmittags im Regen in die Stadt (aus nördlicher Richtung), begrüßt einen zuerst die Moschee, ehemals Zigarettenfabrik, jetzt Bürogebäude und Kulturfabrik Yenidze. Jedenfalls haben wir dort schon "unterm Dach" bei Kerzenschein Märchen aus 1001 Nacht gehört.
Nicht diesmal.

Relativ zeitnah sprintete unsereiner zum Striezelmarkt, in der Hoffnung, am Freitag wäre es dort nicht ganz so voll...



Und dann gibt es noch jede Menge weiterer Märkte, die sich an Reiz in altstädtischer Umgebung stets sehr einladend präsentieren. An manchen Ecken hat man quasi das Gefühl, Dresden besteht fast nur aus den Hackeschen Höfen.





Hier Töpfereiwaren, dort Aquarelle, schnell ein Craft Beer im Gehen, 'n heißen Winzerglühwein dort, ein Blick in den und aus dem Kulturpalast, über die windigen Elbbrücken gehuscht, Goldener Reiter, Böhmische Kellerkneipe, Pub, fast schon fußmüde im Kellerkabarett...



Spätabends mit ausgestreckten Beinen wieder im warmen Zuhause bei Freunden.
"Liebascht ä Mogga oda ...?".
Ja, ein Whisky wär' jetzt nicht schlecht.










Wochenenden vergehen nur immer so wahnsinnig schnell!
Schönen Advent,
Ihr Weihnachts-Frosch

Dienstag, 4. Dezember 2018

Besinnlichkeit - was sonst?

Zeit der Besinnlichkeit (oder Besinnung?) bedeutet, die U-Bahn-Bettler etwas großzügiger abzuspeisen, oder wenigstens nicht ganz so ablehnend ihnen gegenüber zu sein.
Mann kannn es sich ja leisten, deutlich zu sehen an den riesigen Tüten und Paketen, die manch einer aus den bunt glitzernden Kaufhäusern oder Weihnachtsmärkten schleppt. Hier jedenfalls den einen oder anderen Euro abzuknappsen, bringt vielleicht nichts, tut aber garantiert auch nicht weh.

Besinnlichkeit geht u.U. aber noch weiter. Man selbst will aus "alter" Tradition Berlins Glühweinvielfalt verköstigen, bleibt aber letztendlich doch wieder beim Zarenpunsch hängen - heißer Georgischer Rotwein mit Wodkakirschen verfeinert und bei Bedarf auch noch eine Sahnehäubchen obenauf...



Im Tippelschritt geht es durch die Menge, hier 'ne Wurst, da 'n Krapfen, gebrannte Nüsse, Lebkuchenherzen mit viel Text oder kandierte Äpfel.
Kennen Sie eigentlich jemanden, der möglicherweise schon mal einen kandierten Apfel gegessen hat?

Holzspielzeug, Kerzen, Delikatessen fester oder flüssiger Art.
Mann, geht es uns gut!




Besinnlichkeit in den Gesichtern?
Keine Spur.
Jeder spurtet irgendwie von irgendwo nach irgendwo oder nirgendwo. Kaum Zeit, die Thüringer mit Mostrich richtig zu genießen, dafür kommt aber noch 'n Kurzer in den übersüßen "Glühweinverschnitt".
Weiter geht die Hatz mit bekleckertem Lätzchen und süßweinklebrigen Fingern...




Unsereiner hopste dann noch in den Dom, zum "Advent am sächsischen Königshofe". Händel, Vivaldi, Teleman u.a. brachten mit Pauken und Trompeten weihnachtliche Stimmung. Virtuose Musikanten ließen es uns quasi miterleben.

Mein Fazit:
Die Frauenkirche hat eine bessere Akustik und auf dem Nach-Hause-Weg mit defekten Türen in S- oder U-Bahn, mit Pendel- und Ersatzverkehr geht eine derart erhaschte Besinnlichkeit doch ziemlich schnell verloren...

Schöne Adventszeit!
Ihr Besinnlichkeit suchender Frosch

Dienstag, 27. November 2018

Nachruf in rasender Zeit

Du bekommst heute erneut ein "Geburtstagsständchen".
Und wir beide würden uns bestimmt dabei ansehen, dann zu unseren Nachkömmlingen blicken und einstimmig sagen:
"Mann, wie die Zeit vergeht..."

Wir würden jetzt dasitzen und vielleicht einen extrem rauchigen Whisky trinken (dieses besondere Ritual hatten wir leider nie), daran denken, wie wir einst gemeinsam rauchten, irgendwo oder im "Haus Berlin" ein Bier tranken, zuvor stundenlang durch das spätabendliche Berlin liefen, um irgendwo zwei Kneipenplätze zu finden. Ja, früher.
Da war es für uns Jugendliche auch ziemlich fetzig (heute würde man vielleicht "cool" oder "geil" sagen), Wodka Wyborowa aus orangenen Plastetassen zu trinken. Mitten im Wald in Polen. Jeden Abend.

Und heute?
Du würdest bestimmt kaum glauben, wenn ich Dir von Mr. Trump berichte, oder vom Konflikt zwischen Russen und Ukrainer, Dir die "allgemeine" Stimmung bei uns wiedergebe.
Dieselskandal und Flüchtlingsströme in Europa oder Amerika.
Es gruselt einen, Nachrichten zu hören oder zu sehen.

...oder lass mich Dir einfach vom Ende des "linearen" Fernsehens erzählen, das garantiert nicht mehr lange auf sich warten lässt. Du siehst, die Welt dreht sich weiter, auch wenn Brandenburg vielleicht ganz langsam (oder auch viel schneller als erwartet) austrocknet.
Im Garten wächst schon eine Feige, und ich schaue mich bereits um, wo wir Olivenbäume zu kaufen bekommen.

Ich sehe quasi, wie Du Deinen Kopf schüttelst.
Aber Du wüsstest schon, dass ich mit solchen Dingen kaum Quatsch machen würde.


Inzwischen wärst auch Du 23 Jahre älter als bei unserem letzten gemeinsamen Geburtstagsumtrunk, und irgendwie glaube ich ganz stark, dass Dir so ein junger Ledaig, Staoisha, oder auch Talisker ziemlich gefallen dürfte...

Aber lach' jetzt bloß nicht über meinen Fèileadh mòr!
Slàinte mhath!, mein alter Freund,
Dein alter Freund

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Hungrig in Friedrichshagen

Genau! Das 28. Friedrichshagener Kneipenmusikfest lud wieder ein. Scheinbar eine Veranstaltung mit viiiel Erfahrung, oder? Mit 28 Jahren hat man gewöhnlicher Weise schon so manches in petto.
Gewöhnlicher Weise jedenfalls.

Unsereiner freute sich schon auf Jenny (Im Ortsplan ganz unten rechts, wo vorsorglich der blaue Punkt gesetzt war...), allerdings nicht ohne auch schon mal einen grünen Klecks zu beachten, weil ja u.a. auch Clover Musike machten. Und Punkte gab es auch in Rot (da wollten wir nicht hin) und in Lila (Mixtur aus Blau und Rot, falls man sich doch mal etwas die Beine vertreten müsste...).
Jedenfalls: Nach der Gartenarbeit rannten wir los, möglichst noch 'ne halbe Stunde eher dort zu sein, denn der Magen brauchte noch etwas zum Verzehr.
Verzehr? Ein Fremdwort im Strandbad, höchstens Salzstangen gab es.
Also losgerannt zum Brauhaus. Ebenso Pustekuchen: "Land unter!" (Zitat). Nun gut, dann eben schnell mal zum Inder...

Ich sage Ihnen, hungrig macht wütend und der erste Musikblock verging nun leider ohne uns, und dann blieben wir nach diesem Gerenne nur noch an diesem einem Ort und lauschten.



Die Location war absolut passend und Jenny gab uns mit ihrer neuen Band wieder etwas Gelassenheit zurück, sodass wir uns allmählich entspannten und den Abend doch noch richtig genießen konnten.

Aber ich kann Ihnen nur ans Herz legen, essen Sie auf jeden Fall vorher, wenn mal wieder das Friedrichshagener Kneipenmusikfest lockt.

Bis denne also!
Ihr inzwischen ziemlich satte Frosch

PS:
OK, Kneipenfest und Futterei vertragen sich vielleicht nicht optimal (Trinken soll man!), aber ein knapper Quadratmeter Grillrost hätte garantiert auch hungrige Mäuler angelockt.
Eene Bratwurst, 'ne Boulette, oder irgendeine andere Kleinigkeit, außer Salzstangen natürlich, wären doch eigentlich für so einen kulturellen Abend schon ausreichend gewesen.
Ja, ich verstehe schon, da hätte man zusätzlich für den einen Abend Personal einstellen müssen.
Ob die, also alle, beim 29. schlauer sind? So optimistisch ist unsereiner nicht!