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Donnerstag, 9. Juli 2015

Viel Spaß nach mittelmäßigem Abendbrot?

Na klar!
Wer'n S'e gleich seh'n.

'Tschuldigung! Also, nochmal:

Na klar, das werden Sie bestimmt gleich sehen!
Es fängt aber erst mal da an, wo man nach Feierabend aus der S-Bahn steigt. Und nageln Sie mich jetzt bitte nicht fest. Es könnte genauso gut auch 'ne U-Bahn sein, oder ein Bus oder...
Völlig egal!

...jedenfalls latscht man in Richtung DT an allen möglichen Restaurationen vorbei, auf der Suche nach einem schönen Abendbrot.
Der Italiener, gleich vorne links?
Nöö, da wurden Weihnachten die Speisen etwas lieblos angerichtet...
Lust auf Indisch?
Ach nee...
Argentinier?
Hmm, sieht ganz schön leer aus. Lieber nicht.
Erdapfelkeller?
Ach, ja. Da kann man schön draußen sitzen.

Wenn unsereiner aber erst unerwartet vorgefundenes diverses rotes und grünes Gemüse aus der Pfanne heraussortieren muss, kommen beim patschefüßigen Grünling die Gaumenfreuden unter Umständen etwas zu kurz. Und warum es überhaupt nur 0.3- und 0.4-Liter-Gläser für "kleine" und "große" Fassbiere gibt, kann mir auch niemand sagen!

Aber vielleicht ist ja auch nur so manch' Arbeitstag insgesamt dermaßen blöd und nervig, dass man den Feierabend noch gar nicht richtig genießen kann, und quasi das Haar in der Pfanne sucht?
Man braucht vielleicht erst etwas Zeit, wieder "herunterzukühlen".
Mal mehr, mal weniger.

Und bei diesem Abkühlvorgang kam ganz massiv Hilfe von oben. Man erhitzte sich zwar insgesamt beim unbändigen Amüsieren, aber der überhitze Bregen kühlte sich schnell ab.
Das ist vielleicht wie bei einem  Kühlschrank.
So ein Apparat wird ja hinten auch warm, wenn er innen kalt wird... Ähh, das wird jetzt aber irgendwie doch zu technisch, obwohl ja gerade der Kühlschrank als Beispiel ganz gut hier her passt, spielt er doch eine nicht unwesentliche Rolle.


Wir waren wiedermal beim Kaminski ON AIR. Nicht Wagners Gestalten standen diesmal im Mittelpunkt. Nein, es ging um den Absturz (oder die Notlandung) einer großen Untertasse in der Nähe von Sandberg Zitty, welches auf der Landkarte schwer zu finden ist, aber doch ganz in der Nähe liegen muss.

Wir hatten unseren Spaß, zu erleben, wie Stefan Kaminski durch seine Rollen sprang, mit quietschenden Reifen durch die Landschaft jagte, ...oder sich, ganz vornehm ausgedrückt, übergeben musste.

Es kotzte, und man und alle um einem herum amüsierten sich!
Das war wahrlich ein geretteter Abend!
Absolut!

Die Patschehändchen schmerzen noch vom langen Applaus.
Ihr trotzdem sehr erholter Frosch







Samstag, 29. Oktober 2011

Hier sind die fehlenden 15 Minuten!

Dieser Tage tritt wohl das Jugendensemble der Kammerspiele mit TAPE auf.
Und ich habe gestern kurz 'reingeschaut' (20:30-21:45).

Ein tolles Theaterstück, sehr modern (Videobegleitung überall und dazu groß eingeblendet).
Sehr amerikanisch (sogar die spritzenden Original-Bierdosen waren authentisch).
Sehr laut (und hier hätte man sich, sollten die Liedtexte zum Stück passend und evtl. wichtig gewesen sein, deutsche Untertitel gewünscht, was bei dem gezeigten Grad an computerisierten Medien hier wohl problemlos möglich gewesen wäre).

Das Stück jedenfalls ist eine wahrhaftige Dreiecksbeziehung!
Also im wahrsten Sinne des Wortes, und dennoch, scheint mir, ging die letzte Viertelstunde in den Originalskripten oder der Übersetzung irgendwie verloren...

Vince hat Amy damals nicht rumgekriegt und nun vermutet er, dass Jon, der es geschafft haben soll, es demnach nur gewaltsam geschafft haben konnte.
Und die Geschichte erreicht, dramatisch betrachtet, fast orgiastische Höhen um sich dann zu entspannen und dennoch den treuen Theatergänger mit seinen Schlüssen völlig allein zurück zu lassen.
Hat er nun oder hat er nicht?
Rot oder blau?
Blau oder rot?



Nein, er hat nicht!
Amy hat es nach dem Abschlussball zwar bei Jon versucht - enttäuscht von Vince, vom Leben und überhaupt. Nur es klappte nicht, weil Jon nämlich schwul ist.
Ja, das haben Sie richtig gelesen!
Das allerdings durfte auf keinen Fall an die große Glocke gehängt werden, und Vince hatte deshalb so seine zehn langen Jahre des Nachdenkens und detaillierten Ausmalens...

So, mit dieser Wendung hätten wir jetzt locker die fehlenden fünfzehn Minuten rausgeholt.
Aber auch so hat der Abend viel Spaß gemacht. Die Schauspieler passten absolut glaubwürdig in Ihre Rollen, und auch die Musiziererei war, nun ja, mit etwas Ohropax, prima auszuhalten. Aber ich frage Sie noch, war nun das Malheur mit dem Band gewollt? Falls nicht, wurde die Situation wirklich gut überspielt.

Bravo und bis zum nächsten Theaterabend!
Ihr überkritischer Frosch