Freitag, 6. September 2013

You Can't Always Get What You Want

Mick Jagger hatte zweifellos recht. Aber so ist das eben im Leben, und der Octomore war tatsächlich an keinem der Stände zu finden. Ein 'sortenreiner' Bruichladdich-Stand war nicht vorhanden, wahrscheinlich der diesjährigen 'Aufteilung' geschuldet. Nicht jeder Aussteller geht wohl zu beiden Terminen...

Jedenfalls ist der Cöpenicker Whisky-Herbst ab diesem Jahr nach Tempelhof umgezogen. Das F15-Team, ganz bockig und auch mutig, versucht die Tradition vor Ort im F15 als Köpenicker Whiskyfest weiterzuführen.
Jetzt kann man sagen, dass endlich wieder das K im Namen ist (Schreibt man Köpenick altmodisch mit C, sollte man konsequenter Weise auch auf den Umlaut verzichten), oder man kann auch einfach nur feststellen, dass (gefühlt) immerhin die Hälfte der sonst üblichen Besucher kam, jedenfalls am Tag eins. Neben dem obligatorischen Stepdance war Clover zu hören. Larkin kommt erst morgen, weil die ja heute Abend in der Biesdorfer Parkbühne zur Geigenrocknacht aufspielen.

Für Frösche, die eigentlich leicht zertrampelt werden könnten, war jedenfalls das etwas lichte Ambiente ausgesprochen schön. Man konnte gefahrlos herumhüpfen, konnte an fast jedem Stand ausgiebig probieren und diskutieren und sich beraten lassen. Hierbei standen (wie gesagt, den Octomore gab's ja nicht) erwartungsgemäß junge, rauchige Sorten (auch deutscher Abfüller) im Vordergrund, Raritäten, die man so eigentlich selten im Laden findet.



Neben Diskussionen zur korrekten schottisch-gälischen Aussprache, zu den Besonderheiten des einen oder anderen Whiskys, ...ob das Guiness nicht etwas zu schnell gezapft wurde oder ob die Stullen mit dem Schinken frisch und knackig sind, das Irish Stew auch gut gewürzt, gab es allerlei Begegnungen am Rande mit oder ohne Nosingglas in Händen.
Das übrigens war gänzlich ohne Aufschrift, dafür aber diesmal besonders schwer.
Kristall etwa?

Genießen Sie das Wochenende, und wenn Sie wollen, selbiges in Köpenick und vielleicht sehen wir uns sogar nächstes Wochenende in Tempelhof. Man weiß ja nie...
Ihr noch ganz genussbenebelter Frosch

Samstag, 31. August 2013

Whole Lotta Love in Köpenick

Bei manch einem ging schon mal die Verstärkerendstufe entzwei, nur um Led Zeppelins erotischsten Titel bis an den Anschlag der Dezibelskala zu genießen. In Köpenick kam gestern Starfuckers Vortänzer Mike Kilian u.a. damit zu Wort (zur Stimme) und flugs muss nun der ganze Rathauskomplex rekonstruiert werden. Jazz in Town wurde gerade volljährig und ist ab jetzt für immer und ewig wieder in der Versenkung verschwunden.

Immerhin war das drittvorletzte Konzert in diesem Jahr und überhaupt ein wahrer Genuss. Jonathans Blueser hatten neben erstklassigen Gästen aus Berlin Jürgen Kerth aus Thüringen dabei. Und das Publikum machte mit, außer diejenigen, die sich die falsche Veranstaltung gebucht hatten... Naja, die gibt es eben immer wieder mal.

Aber Eins ist doch wirklich wahr: Im disziplinierten Sitzen den Blues zu genießen, ist tatsächlich äußerst schwer. Da wurde dann eben auf Bänke getrommelt, dass die Gäste am anderen Ende hoch hopsten. Die Tischtrommler hatten allerdings den besseren Sound, denn das Besteck, die Gewürze und Mostrichtütchen machten ordentlich mit... Klirren und Rappeln.

Hoffentlich sind die Siebenhundert auch alle gut nach Hause gekommen.
Whole Lotta Love.
Ihr Frosch

Freitag, 16. August 2013

Dornischer Eintopf
und gewisse Selbsterkenntnisse

Der GOT-Hype macht vor gar nichts halt. Selbst Kochbücher, die die Rezepte der kulinarischen Besonderheiten der Sieben Königslande und Freien Städte beschreiben, sind bereits verfügbar. Es gibt Spiele und (zum Glück) auch Brettspiele, Comics, Kalender, Tassen und T-Shirts, Krimskrams und Blicke hinter die Kulissen, Reiseberichte der Filmteams, Landkarten, Stammbäume und und und.

Natürlich ist es schön, in die Fantasiewelt Westeros' und anderer Landstriche einzutauchen. Es ist ja nur Fantasie, auch wenn Köpfe rollen und der Eine oder Andere etwas Haut lässt.
Manche warten auf die neuen Episoden der dritten Staffel, andere auf den fünften englischen, bzw. elften ins Deutsche übersetzten Band.
Die Alternative? Nachrichtensendungen: Die oder das Schlachten in Ägypten zum Beispiel (Syrien wird ja schon seit geraumer Zeit kaum noch erwähnt). Man kennt kaum die Ziele der antagonistischen Gruppierungen, diskutiert oder definiert den Begriff Demokratie auf neue Art und Weise und schaltet ab, wenn es zu brutal wird.
Oder man lässt an, weil ja danach noch der Wetterbericht kommt...

Fantasie- und reale Welt sind also gleichermaßen realistisch oder wenigstens irgendwie realistisch, zeigt sich doch, dass die Menschheit (diesmal ganz global gemeint) weder im richtigen Leben, noch in der Fantasiewelt irgendwas dazugelernt hat. Seit tausenden von Jahren gibt es stets wiederkehrend die gleichen Intrigen, Verrat, Brutalität, Dummheit, Stolz bis in den Tod, Katzbuckeln, Drang nach Macht über andere, Egoismus, Eide und gebrochene Eide, Eitelkeit usw. usf.
...hier könnte man ja eigentlich gleich ein ganzes Wörterbuch abdrucken.

Wäre das nicht vielleicht sogar ein Beweis für eine universelle, übergeordnete Macht?!
Es gibt offensichtlich keine Evolution des Bewusstseins, und damit muss doch eine Schöpfung den Ursprung gebracht haben, egal ob R'hollor oder einer der Sieben, der Ertrunkene Gott oder sonstwer die Hand im Spiel gehabt hatte.
Und damit könnte man sowieso auch gleich verneinen, dass es im Bewusstsein überhaupt jemals ein winziges Stück voran gehen kann. Der Traum von sozialistischen Persönlichkeiten ist ja schon länger ausgeträumt. Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe sind aber auch nicht völlig verschwunden, sondern scheinbar wie eh und je anteilig ganz fest verwurzelt. Es gab und gibt also zu beliebigen Zeiten und in beliebigen Gesellschaftsformen einen festen Anteil bestimmter (definierter) Personengruppen - so auch beispielsweise sog. 'Samariter' oder auch die Gruppe, die stets mit sieben Prozent vertreten ist.

Ja, was fange ich mit dieser tiefgreifenden Erkenntnis nun an?
Ich werde wohl erst einmal einen echten Dornischen Eintopf kochen, schön scharf und nicht zu fein geschnippelt, weiter über das soeben Festgestellte nachdenken, dazu einem guten Whisky wenigstens auf das Etikett gucken, vielleicht sogar davon probieren und einen ganz langen Seufzer ausstoßen.



"Ach jaaaa."
Ihr noch nicht ganz geläuterter Frosch

PS:
Übrigens lohnt es sich bestimmt, die Tunika überzuziehen, den Schwertgürtel anzulegen und zum Mittelalter- & Fantasy-Fest zu gehen:
Sonnabend, 17.08.2013, Alt Hellersdorf 29-31, ab elf Uhr .
Bis morgen also, es sei denn, man ist den ganzen Sonnabend mit statistischen Analysen beschäftigt...

Montag, 29. Juli 2013

Urlaub vom Urlaub

Ja, leider geht jede schöne Zeit irgendwann mal zu Ende. So auch der Urlaub...
Die drei Wochen konnten wir jedenfalls ganz gut genießen. Zuerst war eine Woche Brandenburg angesagt, ganz in der Nähe, Kreis KW. Da fängt sogar schon der Spreewald an, den man nicht nur an den vielen leckeren Mücken erkennt: Wissenswertes vor der Haustür von Bauernmuseum, schönen Badeseen, deftiger oder leichter Gastronomie, Mühlenmuseum, Kahnfahren bis hin zum Rum- oder Whiskydestillieren.
Vielfalt jedenfalls, die man weder erwartet, noch mit vielen anderen Touristen teilen muss. Entweder ist das vergangene Hochwasser schuld, oder aber es hat sich noch nicht herumgesprochen, was dort alles erlebbar sein könnte. Mallorca liegt scheinbar näher...

Dann kam die 'Familienwoche', geprägt durch mehrere Geburtstagsfeiern, Grillfeste und überhaupt... Abschließend kam dann doch noch etwas Kultur ins Spiel. Die Parkbühne machte Rabatz mit Mittelalter(?)-Heavy Metal. Ein Dudelsack, der leider akustisch unterging. Das war die Gruppe Skiltron aus Argentinien. Der Münzer aus Berlin hat aber den Abend für uns ältere Herrschaften gerettet. Sorry, die erste Band haben wir ganz ausgelassen, und meinen großen Kaffee soll ich dort ab sofort aus 0.5-Liter-Bierbechern trinken. Tassen wären nämlich potentielle Wurfgeschosse...

So ganz richtig fühlten wir uns dann am nächsten Abend in der turnusmäßig ausverkauften Parkbühne beim jährlichen 'Beatles meet Stones'. Dazu reisten sogar Freunde aus Eibenstock und Dresden an. Flüsterpropaganda eben.
Und weil es sich auf zwei Beinen so schlecht steht, fügten wir als Abschluss dem Parkbühnenwochenende noch dortselbst die Blutigen Erdbeeren hinzu. Und weil Blut überhaupt sehr anziehend wirkt, gab es wieder jede Menge Mücken, die sich aber diesmal nicht auf 900, sondern auf nur zehn Leute stürzten...

Eine Woche Gartenarbeit und -genießen konnten wir noch ranhängen. Aber nicht nur Beene im Tümpel baumeln lassen, auch Baden in Seefeld, Eisessen in Altlandsberg und andere nette Sachen verkürzten die gefühlte Zeit bis zur Wiederaufnahme der menschentypischen Unrast...
Da war jedenfalls die Idee, sich nochmal richtig das Fell zu gerben, willkommen. Gotcha in Garzau brachte nicht nur blaue Flecken, sondern auch Muskelkater, der jetzt immer noch jede Stufe oder Treppe zur Foltermaschine werden lässt.

Aber wie sagen wir grünen, türkisen oder braunen Frösche?
Genau! Jetzt erst recht!

Schöne Arbeitswoche(n). Und falls Sie noch Urlaub haben, kann unsereiner nur neidisch sein.
Ihr ziemlich erholter Frosch

PS:
Ach so, Sie haben bestimmt schon bemerkt, dass ich wieder online bin.

Freitag, 5. Juli 2013

Urlaub vom Internet

Es ist wirklich Zeit, langsam an den Urlaub zu denken, die Reifen zu prüfen und ggf. Luft abzulassen, Axt und Seile zusammenzupacken, Fenster und Türen erneut zu überprüfen und in die weite Welt hinaus zu fahren. Das ist die geläufige Art von Urlaub.

Es gibt aber z.B. auch Urlaub vom Netz. Ja!
Versuchen Sie doch mal einen Providerwechsel. Dann nämlich werden Sie sagen, das, was dazu hin und wieder in der c't steht, ist noch weit untertrieben.
Morgen jedenfalls muss das ganze "alte" Equipment zurückgeschickt werden, aber ob oder wann Neues kommt, steht gewissermaßen in der Cloud.

Provider sein, kann ganz schön schwer sein: Der Alte gibt den bisherigen Anschluss nicht "frei". Ein Neuer bekommt die Rufnummernportierung nicht hin, der Dritte kommt mit der technischen Vor-Ort-Situation nicht zurecht, und beim Vierten storniert das System selbständig den Auftrag, weil [Zitat] "der Installationstermin auf einen Sonnabend gelegt war."
Ist der 12.7. wirklich ein Sonnabend???

Vielleicht ist es ja tatsächlich gut, wenn sich hier Spreu vom Weizen trennt, aber was ist, wenn überhaupt nur Spreu im Körbchen ist?
Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin vorerst online ganz schlecht erreichbar, und wann ich mich mal wieder melden kann, ist völlig unklar. Allerdings ist so ein Netzurlaub bestimmt auch mal ganz gut. Man kann sehen, wie man so die Abstinenz übersteht, oder ob man vielleicht sogar schon ein Internet-Junkie ist.
Darauf also erst mal ein Bier!

Ich meine, man muss auch nicht immer und überall online sein, und richtig ärgern will ich mich auch nicht lassen, jedenfalls nicht von Telefon-Internet-Doppel-Flat-Anbietern, die die Professionalität nur in ihrer Werbung zur Schau stellen.
Aber man kennt das ja: VR isn't the real life.
In Echt ist eben doch alles anders.
Und häufig auch ziemlich ernüchternd...

Ab jetzt also offline
Ihr Frosch

PS:
Trotzdem Ihnen einen schönen Urlaub. In Echt!

Mittwoch, 19. Juni 2013

Blog,
Weblog,
World-Wide-Web-Logbuch

Jedenfalls geht es dabei wohl einzig darum, seine Gedanken, Erlebnisse, Eindrücke, Fantasien usw., gespickt mit lustigen Bildchen, Fotos oder Videoschnipseln, durch die Gegend zu streuen.
...ist ja auch manchmal gar nicht soooo uninteressant. Trotzdem ist man dabei so eine Art Gedankenexhibitionist, der darauf lauert, dass der Blog-Voyeur über einen herfällt, was sich hoffentlich überdeutlich an der Besucherstatistik ablesen lässt. Aber auch angesichts schlechter Besucherzahlen lässt sich der echte Blogger nicht entmutigen und labert und schreibt seinen Senf weiterhin in die Cloud. Unerhört.
Das ist doch aber mal was! Es müssen keine Bäume sterben!

Eingedenk solcher Überlegungen könnte man sich doch wahrhaftig selbst auf die Schulter klopfen. Man tut ja was für den Regenwald, kämpft quasi gegen die globale Erwärmung, und man kann verächtlich an Buchhandlungen vorüber gehen, deren teilweise unverkäuflicher Inhalt gewissermaßen zum Zellulosehimmel schreit.

Aber was wollte ich Ihnen eigentlich hiermit sagen?
Nischt, außer, dass es absolut beeindruckend ist, nachts am Teich zu sitzen und in netter Gesellschaft einen herrlichen Stoff zu genießen, der irgendwie aus schottischer Sparsamkeit resultierte und auf Grund der Einzigartigkeit alter, gebrauchter Fässer (leider) meist unwiederholbare Genüsse provoziert. Kein Single Malt ist wie der andere, mal besser, mal schlechter, und dennoch gibt es hin und wieder auch ganz herausragende Tropfen.
Sieht man mal davon ab, dass Lagavulin [Lag a' Mhuilinn] (oder der Mutterkonzern) seinen Whisky einfärbt, dürfte man durchaus den Distillers Edition dazu rechnen. Ganz sicher!

Das wären also Momente, die einen das Drumherum und das weltweite Elend, die ökologische Krise und alles, was noch so depressiv machen könnte, vergessen lässt:
Genießen gegen die Krise!
(Nicht "Saufen gegen den Frust!")



Ja, mehr möchte ich jetzt gar nicht sagen. Machen Sie sich doch Ihren eigenen Reim darauf, geben Sie doch Ihren eigenen Senf dazu, oder setzen Sie sich einfach nachts ans Lagerfeuer. Das bisschen CO2 macht den Kohl garantiert auch nicht mehr fett...

Slàinte mhath!
Ihr Genussfrosch

PS:
Meinem einen Freund, der sich ganz anderen Genüssen hingibt, als es mit den schnöden weltlichen Dingen möglich wäre, alles Gute zum Geburtstag. Bleib gesund!

Mittwoch, 12. Juni 2013

Die Zeit der milden Nächte...

...hat bereits begonnen.
Selbst in Edinburgh war es die letzten Tage schön warm, wurde mir berichtet, und zwar von den Leuten, die dort den Octomore/5_169 (10 Pound Sterling für 25 ml mit 169 ppm Phenol; Ochdamh-mòr) probiert hatten. Die Lage in den Hochwasserregionen im Süden und Osten entspannt sich langsam. Google spioniert Skype-Nutzern hinterher, Mr. Devlin von der NSA wurde entlarvt (als ob wir das nicht schon seit Prokops Unterschenkel wussten...) während unsereiner sich mit einem geplanten und begonnenen Providerwechsel abmüht. Aber auch hier ist alles noch viel schlimmer, als oftmals in der c't beschrieben.
Die Ägypter protestieren, die Griechen schalten die staatlichen Sender ab, unser Selbstverteidigungsminister wirft dicke Geldbündel aus seinen Drohnen, über Syrien wird schon kaum noch berichtet...



Eigentlich sehnt man doch das Sommerloch herbei!
Mit Sommerloch verbindet unsereiner, dass einfach nichts weltbewegendes passiert, und die Nachrichtenagenturen Nebensächlichkeiten herauskramen müssen, um die Printmedien irgendwie füllen zu können, man aber gleichzeitig in milden Nächten gemütlich am Tümpel hockt.
Oder aber man härtet sich so sehr ab, dass einem das wie ein Sommerloch vorkommt, egal wie dramatisch alles ist.

So ein dickes Fell wäre aber doch ganz schön blöd, weil man dann ja den ersehnten Urlaub nicht richtig fühlen und genießen (!) kann. Und urlaubsreif sind wir doch irgendwie alle...

Nur noch ein paar Wochen!
Ihr Frosch

PS:
Vergessen Sie bloß nicht, Ihre E-Mails rechtzeitig umzuleiten und Ihr Diensthandy unbedingt abzuschalten!
Ansonsten brauchen Sie nach Ihrem Urlaub ja gleich wieder Urlaub. Das wäre ziemlich doof, zumal die diagnostischen Kriterien für Depression oder Burn-out oder allem, was mit der Matschbirne zu tun hat, geändert worden sind.