Freitag, 6. April 2012

Auch so ein 'Nageltag'

Heute vor vielen Jahren hat sich einer seiner Idee geopfert. Ehrliche Leute sind eben so.
Unsereiner möchte nicht gerade aus Überzeugung sterben müssen, aber kaufen sollte man sich dennoch nicht lassen, jedenfalls nicht zu sehr.
Aber billig, bunt und hübsch sind eben anziehende Attribute, derer man sich schwer erwehren kann, oder?



Man trifft sich traditionell zu Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten, maximal sieben, acht Mal im Jahr und hat trotz der langen Zwischenräume eigentlich wenig zu berichten. Man hat nur andauernde Unzufriedenheit mit einer Prise Neid auszuposaunen, hin und wieder aufgepeppt mit etwas Oma- oder Opaglück.

Verständnis?
Gelassenheit?
Mitgefühl?
Solidarität?
Mut?
Alles Fremdworte! Lasst uns deshalb doch lieber über Whisky diskutieren oder über Designer-Möbel...

'Nägel mit Köpfen machen' sähe aber sicher ganz anders aus! Niemand von uns wäre wohl einem geopferten Jesus ähnlich, aber anstatt nur diese wiederkehrenden Zwangsparties zu veranstalten sollten wir uns regelmäßig und öfter zum Philosophieren treffen.
Genau!
Kein unterschwelliger Besuchszwang - eher zwangloses Besuchen, beim Bier oder beim Single Malt oder auch Wasser (damit Willi keinesfalls ausgeschlossen wird).
Wir sind allesamt in dem Alter, auch mal etwas ohne Partner zu tun, und auch ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten zu streiten und zu diskutieren.
Das wäre interessant, und man würde auch seine Freunde völlig neu kennen lernen können.

Ja super, bloß heute kann ich gerade nicht: Im Fernsehen kommt doch meine Serie.
Morgen? Nee, da geht es leider auch nicht.
Lass uns mal nächste Woche ins Auge fassen, ...oder nächsten Monat.
Am besten, ich rufe an.

Also dann!
Ihr Frosch

Mittwoch, 28. März 2012

Jetzt geht's rapide bergab

Ich hüpfe in den Saal, Ausschau haltend, welche Bierschlange am kürzesten ist und im selben Moment bohrt sich ein durchdringlicher, hoher, kreischender Schmerz in meine beiden Trommelfelle, der mich zu sofortiger Umkehr zwingt und mit immer noch zugehaltenen Ohren (Auch Frösche haben Ohren!) ein Tütchen Ohrstöpsel kaufen lässt. Das war fast so etwas wie ein Coming out.
Immerhin habe ich das Tütchen nicht geöffnet und mich auch sonst davon distanziert, denn nach Sólstafir aus Reykjavík waren (meist) diese akustischen Spitzen passé.
Die singenden Holländer von Heidevolk machten archaisch anmutende Ansagen, tief und bassvoll ins Mikro gebrüllt, ehe piepsender Gesang über das Parkett waberte und so weiter, und so weiter.





Kurz gesagt, bis 22:30 Uhr hätte man auch mit Diarrhoe auf dem Klo sitzen können. Was nämlich dahin und bis dahin durch die Wände drang, war genug.

Aber dann begann der Abend!
Eluveitie aus der Schweiz, vor vier Jahren selbst noch die 20-Minuten-Eröffnungs-Band, zelebrierte volle anderthalb Stunden Celtic Metal.



Mein Froschschweiß wurde von dem Haargewirbel meiner Nachbarin geradezu weggepustet, was durchaus sehr angenehm war. Aber auch so war die Luft sehr bewegt. Sogar die Hosenbeine flatterten im Schalldruck der Boxen.

Aber sagen Sie mal, warum ist denn die Pagan-Gemeinde in Berlin nur so winzig?!

Ja, ich weiß es auch nicht.
Na gut, man sieht sich
Ihr Frosch

Montag, 26. März 2012

Familienausflug nach Berlin

Am letzten Sonnabend war es wieder einmal so weit. Ein richtiger Vier-Sterne-Abend: Jürgen Kerth kam in die Kiste, von den etwa fünfzig anwesenden Blues-Fans lang erwartet.



Er brachte wohl gleich seine Familie mit. Sohn Stefan spielte den Bass und seine Frau kam als Schlachtenbummlerin mit. Vielleicht war es aber auch nur eine Bekannte. Wir kamen diesmal jedenfalls nicht ins Gespräch miteinander.

Unbestrittener Ehrengast in dieser eher intimen Runde war Reinhard Fißler - richtiges DDR-Rock-Urgestein.

Kerths Blues zwang zum Tanzen - allein oder gepaart - und zum Zuhören.
Liebe und Sehnsucht (Logisch!), aber auch Gewalt gegen Kinder, waren seine Themen. Es war schön, sich zu freuen, dann wieder betroffen zu sein und dazu Gambrinus zu trinken (Man kann ja nicht alles haben!).

Ganz am Rande fragte mich Fred nach meinen Wünschen für den Sommer.
Nun, was soll ich Ihnen sagen?
Ich habe mir Mr. Eric Burdon gewünscht.
Vielleicht gehen ja auch solch alte Wünsche irgendwann doch in Erfüllung...

Eins noch, ehe ich mich an meinem heutigen freien Tag in meinen Teich stürze und die Frühlingssonne genieße: Nein, Jürgen Kerth hatte diesmal nicht sein Streifenhörnchen-Jacket an.
So zivil hatte ich ihn bisher auch noch nie gesehen.
Ich vermute jedenfalls, dass diese wichtige Information meine Kollegen ganz bestimmt wissen wollten.
Nun denn!

Bis später also!
Ihr Frosch

Sonntag, 11. März 2012

Mittelalter trifft Irish folk

Es musst erst das siebte Festival sein, ehe mir klar wurde, dass Pipes & Whistles nicht unbedingt mit Military Tattoo zu tun haben muss...

Fünf Bands waren angekündigt, die ordentlich Stimmung versprachen. La Marotte entführte ins Mittelalter, Shei zirpte in den Umbaupausen ihre Balladen und Liebeslieder, Clover brachte Pubfeeling mit, Adivarius präsentierte alte Musik mit alten Instrumenten, ehe der lang ersehnte Auftritt von Flammenrausch stattfand.

Wer nicht zur Toilette musste, wer nicht unbedingt zum Biertresen musste, und wer auch nicht die allerjüngste Festivalteilnehmerin in den Schlaf wiegen musste, ging hinaus in die laue Vorfrühlingsluft.



Danach konnte man bei den Cobblestones noch ordentlich mit dem Guinnessbecher winken.

Und, nun ja, da mag der Hunger daran Schuld gewesen sein oder die Müdigkeit, oder auswärtige Termine, aber wer Nobody Knows waren, haben wir an diesem schönen Abend nicht mehr erfahren.
Vielleicht beim nächsten Mal...

Jetzt könnte eigentlich der Frühling kommen, finden Sie nicht?
Ihr Frosch

Sonntag, 4. März 2012

So ein Mist! Nichts zu meckern!

Der letzte Freitag in der Kiste war ausgesprochen schön. Pünktlich, zehn Minuten nach Vorgabe, begann(en) Larkin mit der Musik. Es ging durch Irland, durch Schottland und durch gruselige Gruften und Gräber.
...und wir haben immer noch Muskelkater vom Hampeln und Tanzen.

Unsere Dresdener Freunde kauften spontan die neue CD und ließen sich natürlich auch gleich das Cover signieren. Das war ja auch gar nicht schwer in dem familiären Ambiente, das die Kiste stets bietet.



Verschwitzt, zufrieden und abgekämpft gingen wir nach gut drei Stunden nach Hause, den Abend ganz passend mit einem winzigen Single Malt krönend.

Vielen Dank an Larkin und die Kistencrew um Fred.
Und natürlich bis zum nächsten Mal!

Ist ja auch irgendwie blöd, wenn man nichts zu meckern hat!
Ihr Frosch

Montag, 27. Februar 2012

Wetter- und andere Kapriolen

"Morgenstund' hat Gold im Mund" sagen Sie sich bei passender Gelegenheit. Keine Ahnung, was Sie damit meinen könnten, aber goldig war der heutige Morgen.
Bei minus zwei Grad schönster Sonnenaufgang in Berlin...

...nun kommen Sie aber wieder runter, die Arbeitswoche hat soeben begonnen!



Trotzdem lässt sich schön auf ein Wochenende im Garten zurückblicken: die Hecken wurden etwas verjüngt, Pfingstrosen umgesetzt, die Oleander wieder ins Freie gebracht und der Weihnachtsbaum endlich abgeschmückt.
Da ich kaum glaube, dass es nochmal ordentlich und lange kalt werden wird, lässt sich aus meiner Perspektive sagen: "So 'n richtiger Winter war das aber nicht!". Na klar war es kalt, aber der Schlitten stand die ganze Zeit ungenutzt und blöde in der Gegend rum (Der steht immer noch am selben Fleck).
Während sogar Italiener und Griechen im Schneechaos zu ersticken drohten, gab es zwar dickes Eis auf dem Tümpel, aber kaum ein winziges Schneeflöckchen.

Wir können zwar darüber meckern, oder auch nicht, aber dennoch ist das völlig normal. mal so und mal so eben!
Erik der Rote hat ja nicht umsonst Grønland Grænland (also Grünland) genannt.
Na also, jetzt verstehen Sie, was ich meine.

Nicht normal hingegen sind die vielen Kältetoten, besonders in Osteuropa. Da kann ich nur traurig lächeln und mit dem Kopf schütteln. An einem Ende der Welt erfrieren die Leute, im Mittelmeer ersaufen welche und wieder woanders wird gehungert.
Ihre Welt ist kalt!
Und das liegt nun bestimmt nicht am Klima.

Ach ja, jetzt wo Ihr Innenminister (Dass die heutzutage auch immer von allen Dingen Ahnung zu haben glauben!) Athen, durch die Blume gesagt, empfiehlt, die Drachme wieder einzuführen, könne Sie wieder hoffen, ab Ende 2014 endlich Ihre geliebte DM zurück zu bekommen.
Dominoeffekt!

Da lassen wir doch am besten jetzt schon die Korken knallen!
Ihr zynischer Frosch

Sonntag, 12. Februar 2012

Hundert Leute und vier Idioten

Gleich auf der Speisetafel, die Tomatensuppe anpreist (Toast Hawaii oder Soljanka stehen nicht mehr drauf), ein netter Brief vom vorgestrigen Clover-Abend:



Tja, manchmal verhindert leider Krankheit die Teilnahme am wahren Leben...

Auch für den nächsten Abend, dem Engerling-Konzert, muss sich der Autor mehr aufs Gesagte und Erzählte stützen.
Das Konzert war Klasse!

In den knapp 200 Minuten driftete Engerling sogar zu den Stones, u.a. mit 2000 Light Years from Home (Wolfram Bodag bekannte sich zu seinem Lieblingsalbum), sprang zu Bob Dylan und kehrte dann wieder zu den eigenen Bluesballaden zurück.



Es wurden neunzig Karten im Vorverkauf geordert, die restlichen an der Abendkasse, und da es so voll war (voll ist relativ), wurden kurzerhand die Sitzgelegenheiten nebst Tischchen entfernt. Bei Engerling bliebe ohnehin niemand lange sitzen.

Zwei Pärchen, die mal weit im Osten so richtig die Korken knallen lassen wollten, rempelten sich durch das Parkett. Voll ist relativ, hätte man auch hier sagen können.
Die sorgten jedenfalls noch eine Weile für Umsatz, ehe dann fast simultan das Damenklo, die Herrentoilette, das Foyer und die Eingangstreppe vollgekotzt wurden.

Mir persönlich wären die langhaarigen Parka-Typen dort lieber als die gut betuchten Alkies, die permanent im Mittelpunkt stehen müssen, und wenn es die eigene riesige Kotzepfütze ist.
Parolen, wie "Sch-schlag zuerst zu!", waren dann zum Glück von denen nicht mehr zu vernehmen.
Aber mal ehrlich, wo kamen die denn überhaupt rausgekrochen?

Vielleicht beginnt dort jetzt auch langsam ein Publikumswandel, denn das Design befindet sich seit der Reko ja auch im Wechsel: Neonleuchten und gefühltes Sprelacart-Ambiente tendieren nun doch etwas Richtung Sagrotan-Gesellschaft.
Und was macht da dann schon so'n bisschen Kotze aus?!

Bleibt auf das Kistenteam zu hoffen.
Die haben doch nicht immer Lust, sauber machen zu müssen. Die suchen die richtigen Bands letztendlich aus, und die löschen alle Neonleuchten und basteln selbst sich und uns einfach was Gemütlicheres.
Na klar! Was sonst.

Genießen Sie den Rest vom Wochenende!
Ihr Frosch