Montag, 19. September 2016

DENIAL

Verleugnung, Verdrängung, Aufnahmeverweigerung

Stürmt unsereiner ins MGT, "neudeutsch" nur noch GORKI genannt, und stürzt sich Hals über Kopf in die Vorstellung des gestrigen Abends...
Mindestens dreisprachig ging es durch verschiedene Schicksale, die einem immer mehr die Lebensfreude heraussaugten: Eine Welt des Schweigens zu Missbrauch und häuslicher Gewalt - in der Familie - in der Nachbarschaft.
Ein Coming out darf nicht stattfinden!
Verbiegung!

Mehr und mehr verstört drückt man sich in den Sessel und denkt dabei in selbstquälerischer Absicht, dass jetzt nur keine Pause kommen mag, die zum Glück dann auch nicht kommt.

Während man dann nachdenkt, auf welche Art und Weise man sich mit dem einzigen Utensil, das man dabei hat - ein Tempotaschentuch nämlich - umzubringen vermag, weitet sich die Problematik am Ende sogar noch unerträglich aus.
Da geht es u.a. auch um Genozid, zuvor nur vage angedeutet...

Schluchzen!
Irgendwie befreiendes Schluchzen... und herzlicher Applaus dem ziemlich jungen Ensemble.
Heftiger, langer Applaus.
...man muss sich ja wieder seine Deprimiertheit wegklatschen, um für die Woche einigermaßen mental gerüstet zu sein.

Und dann erklärt die Intendantin noch das aktuelle vorläufige Wahlergebnis, und erneut gibt es Applaus.

Mein Fazit:
Ein junges, äußerst empathisches Theaterstück. Aufwühlend.
Sehr modern in Darstellung und Einsatz technischer Mittel.
Extrem laut!
Man musste sich die Ohren vollstopfen mit sehr viel Zellstoff, gehörte man nicht der Walkmen-Generation an...

Auf dem Nach-Hause-Weg dann noch ganz viel Nachdenken.

Schöne Woche, jedenfalls!
Ihr immernoch nachdenklicher Frosch



Denial 
(dɪˈnaɪ(ə)l, dt.: Verleugnung, Verdrängung, Aufnahmeverweigerung) 
Mir geht es gut. Meiner Familie geht es gut. Der Welt geht es gut. 
(Zitat: http://www.gorki.de/de/denial#)


Donnerstag, 11. August 2016

Geisterstunde


Feierabend!
Los geht's.
Zuerst fein speisen, z.B. am Hackeschen Markt.
Jedenfalls hat man dort, so man sich quasi ganz "zentral" trifft, so einige Restaurationen zur Auswahl. Hier teilen sich u.a. Irish Pub, Italiener, BBQ, Maredo, Bayer und sonstwer den Platz zwischen S-Bahn und erster Häuserreihe.
Bastelmodeschmuckverkäufer buhlen um Kunden in den Zonen zwischen den Tischreihen. Und dass es vielleicht sogar regnet, merkt man eigentlich nur, wenn man genau zwischen zwei Schirmen sitzt, und ggf. auch daran, dass alle "außerhalb" nun mit Kapuzen und Regenschirmen laufen, und die Bauchladenhändler (als echte WindRegenflüchter) verschwunden sind.
Zeitweilig jedenfalls.
Kurzzeitig.

Das Bayerische Restaurant erwies sich auch für einen Braiss als gute Wahl, obwohl danach noch viel Bier Haxe, Braten oder Gulasch "wässern" musste. Aha, deshalb also gab es dort die großen Biereimer, auch Mass genannt.

Dermaßen gestärkt trauten wir uns in die Berliner Unterwelt in Form eines echten Gespenster-Theaterstückes im ehemaligen (alten) Haus der DSF.


Kurzweil der besonderern Art: nämlich 600 Jahre Berlinische Geschichte mit dermaßen vielen Fakten, dass es besonders dem Harald exquisit gefallen hätte.
...alles aus der Sicht des echten und wahrhaftigen Schlossgespenstes, welches zwischenzeitlich auch mal (und notgedrunden) im Palast der Republik spuken musste.

Zwischen Klavier und Souffleuse saßen wir in der ersten Reihe und kompensierten nach wie vor unseren gestörten Mineralienhaushalt mit Berliner Pilsener oder Berliner Weiße, ehe zum Abschluss noch die kleine "Zugabe" unsererseits vom Theater-Ordnungsdienst unterbrochen worden ist...



Ein schöner Abend mit Gastronomie, Kultur und nicht zuletzt Sightseeing.
Berlin ist auch für echte Berliner immer wieder eine Reise wert - ob 'de aus Spandau kommst, Köpenick oder Kaulsdorf!


Berlin ist die Metropole, in der auch Frösche unbehelligt umherhopsen können. Noch!

In diesem Sinne, ...bleiben Sie gesund!
Ihr Kulturfrosch


Donnerstag, 23. Juni 2016

Steife Knie und gefrorenes Gemächt


Sieh an, sieh an, Googles Blogspot gibt es ja scheinbar immernoch. Das wäre an sich schon Thema genug für diesen neuen Post, aber unsereiner will sich ja nicht lumpen lassen und doch schnell noch was erzählen, was die Welt ja unbedingt wissen muss.
Es hat auch mit dem einst umgefallenen Spaten in China zu tun.

Nun denn!
Also, ...wenn unsereiner zur Arbeit saust, ist die o.g. Überschrift die Folge - sinkt nämlich die Frühmorgenstemperatur auf unter dreizehn Grad.
Heizung? Na klar, aber die lässt nur die Patschefüße schmoren. Und da man irgendwie ganz un-ergonomisch breitbeinig sitzen muss, wird's auch noch kalt im Schritt...

Es ist jedenfalls schon irgendwie witzig, man zieht sich nämlich wohlig war an - so man einsteigt, und man legt die dicke Kledage ab - so man aussteigt. Irgendwie verkehrte Welt.

Dafür genießt man den Sommer im offenen Gefährt sehr intensiv und öffnet für besseren Fahrtgenuss gleich auch noch die Füßbelüftung. Wind saust einem um die Ohren, und solange das Bikini-Verdeck nicht abgenommen wird, kann man sich ordentlich durchpusten lassen, ganz ohne Gefahr, die Froschhaut (oder in Ihrem Fall vielleicht die Glatze) verbrutzeln zu lassen.
Eher mitleidig schaut man dann auf Cabriopiloten hinunter, denen nicht einmal bei Unwetter ein Regentropfen auf die Polster im windkanaloptimierten Gefährt fällt, denen aber wiederum im Sonnenschein die letzten Haupthaarwurzeln unwiederbringlich verschmokelt werden...

Zu viel der Häme ist aber weder gut, noch nützlich!
Tatsächlich!
Und in ausgleichender Gerechtigkeit wird unsereiner auch mal fast aus dem Sitz gespült oder es fällt u.U. mal das eine oder andere Bauteil aus...



Zum Glück kommt man im letzten Fall der Fälle wenigstens huckepack ein Stückchen weiter.
...im Notfall.

Schöne Woche, jedenfalls!
Ihr durchgepusteter Frosch




Dienstag, 12. April 2016

Ist das schön!


Einfach nur im taufrischen Gras liegen und den Nachthimmel anglotzen!
Das ist eine ganz besondere Art der Entspannung. Man hört noch das Knistern und Knacken des verlöschenden Lagerfeuers, hat den Rauch in der Nase und hört gewissermaßen das Gras wachsen. Bei derartig geschärften Sinnen, verwundert es nicht, was man alles zu sehen meint...

Und beim übermächtigen, irdischen Datenkraken nachgefragt, sieht man bunt und stark vergrößert das eben Vermutete.
Hubble macht's möglich!
Seit 1990 bereits!


Ich will Sie jetzt auch gar nicht weiter stören.
Glotzen Sie also ruhig in die Luft!
Ihr Astro-Frosch

Sonntag, 10. April 2016

Von Beipackzetteln und Katzenfellen

Sonntägliche Überlegungen eines echten Fleisch(fr)essers

Ich weiß, unsereiner eckt jetzt gerade mächtig an bei den Tierschützern und bei denen, die mit unansehnlich grausamen Fotos Tierversuche anprangern. Aber vergessen Sie mal bitte nicht, viele Ihrer Spezies würden ohne Tierversuche gar nicht mehr leben.
Aus, vorbei, weg!
Dass man Kaninchenaugen malträtiert, um die Genehmigung für die Zulassung von Kosmetika zu erhalten, ist dabei natürlich schon wieder die andere Seite der Medaille.
Die schlimme Seite!
Die dunkle Seite, wenn Sie so wollen.

Und einem Fleischesser das Fleischessen auszutreiben, klappt ja auch häufig nicht - so wie man einem Raucher trotz böser Zigarettenschachtelfotos eben nicht das Rauchen abgewöhnen kann.
Und unsereiner steht zum Fleischverzehr!
Na klar!

Alles, was man verzehrt, darf, ja muss (!) man auf jeden Fall vollständig verwerten! Wer würde schon bei einer leckeren Libelle die Flügel übrig lassen?
Und selbst für Sie gilt das, wenn Sie die Tiere essen: Fell gegen die Kälte oder auch bloß zur Zierde, Leder für Kleidung und Möbel, Knochen und Gehörn für Knöpfe und Werkzeug.
Aus der begrenzten Sicht eines Teichbewohners ist es nun mal so!
Würde man das Verwerten einschränken, wäre es nämlich fast so, als würde Sie sich z.B. Tiere nur zur "Fellproduktion" halten.

Keine halben Sachen also!
Ganz oder gar nicht!
...wer Zobel trägt, muss auch Zobel essen!

Die Ausnahme wäre die Katzenoma, die nach dem Weggang des geliebten pelzigen und krallenbewährten Lebensabschnittsgefährten durchaus dessen Fell gegen das eigene Rheuma gerben lassen darf. Wieso nicht!?

...aber eigentlich mag ich mit Ihnen nicht diskutieren.
Ich will auch nicht immer wieder Vegetariern meine An- und Einsichten erklären müssen.
Und ich will keinem militanten Veganer über den Weg hopsen, der demonstrativ einen Froschschenkel futtert, auch wenn ihm davon schlecht wird, nur um nachdrücklich seine Ansichten zu vertreten!
Nee, einbeinig hüpft es sich nicht mehr so gut.

Nun gut, wenn Sie - ja, Sie - so weitsichtig und offenäugig durch die Weltgeschichte gehen, dann müsste Ihnen doch schon so manch Beipackzettel aufgefallen sein. Ja, ich weiß, manch einer liest keine Beipackzettel um nicht die beschriebenen Nebenwirkungen zu provozieren.
Ich spreche auch nicht von Medikamentenbeipackzetteln...

Um eine Bratpfanne geht es!
Die Gebrauchs- und Pflegeanleitung zwingt Sie zuerst zur Suche nach einer Lupe. Schon klar! Sie können natürlich auch mit Ihrem Smartphone ein Foto machen und in den sonst unleserlichen Text hineinzoomen.
Nehmen Sie bitte nicht alles so wortwörtlich!

Also, hat das schon mal jemand gelesen?
Sie würden sich wundern, wie die neue Pfanne vor der ersten Benutzung vorzubereiten ist... Ach lesen Sie doch selbst!

Und das dauert bestimmt...
Und ich denke solange mal etwas nach:

(1) Brauchen Hummeln nicht eigentlich einen Gehörschutz, um die eigenen Fluggeräusche etwas zu dämpfen? So eine Hummel im Tiefflug ist, jedenfalls für Frösche, unerträglich laut.

(2) Warum ist die Nachfrage nach hochwertigem Fleisch in Friedrichshain größer als in Hellersdorf?

Oder, (3) dürfen Veganer überhaupt Mineralölprodukte nutzen? Waren im Mineralöl ursprünglich nicht auch massenhaft Tierkadaver?
Also gut, ich möchte Sie jetzt nicht weiter verunsichern.
Aber lassen auch Sie mich ab jetzt in Ruhe!


Ruhig jetzt!
Da kommt gerade eine fette Hummel...
Ihr gefräßiger Frosch


Verdauungs-PS:
Übrigens schmeckt "richtiges" Fleisch vom Bio-Bauern ganz anders als das wässrige Kaufhallenzeug. Versuchen Sie's!
Und wenn Sie schon dabei sind, probieren Sie gleich mal ein 28 Tage abgehangenes, am Knochen gereiftes Angusrind, oder...

Auch wenn ich es nur vom Hörensagen kenne, läuft mir da doch glatt die Spucke zusammen.

Sonntag, 20. März 2016

Die Nacht der neun Scheunen


Mitte/Ende März führen alle Wege irgendwie - nee, nicht nach Rom - eher nach Kremmen. Und wie letztes Jahr schon, nahmen wieder neun Scheunen am Event teil.
Von der 10. Kremmener Bluesnacht ist die Rede.

Um acht ging es überall los, und überall nach einer Stunde, in der geplanten Pause, konnten die Gäste zwischen den neun Veranstaltungsorten wechseln.
Unser Abend begann bei Bluewater in der Musikantenscheune. Die Band trat noch in der "alten" Besetzung auf, und sofort war dort die Tanzfläche voll - übervoll. Statt der blauen Sitzwürfel wurden neben der Freifläche weitere Tische hineingezwängt. Mehr Sitzplätze, ...weniger Platz.
Eine suboptimale Optimierung quasi.


Dass immer wieder das Bühnenlicht ausfiel war nicht schlimm, zumal die Tänzer gut angestrahlt wurden. Der Musik war das nicht abträglich.
Hier störte diesmal eher die Lautstärke. Hatten die Roadies ihre Hörgeräte nicht richtig kalibriert?
Der Körperschall schlug auf den Brustkorb, und wer saß, spürte die Wachstuchtischdecke vibrieren... Großer Saal - big volume?
Nö, letztes Jahr ging es ja auch ohne Schmerz im Ohr an gleicher Stelle. Wir wollten es Jenny noch sagen, aber einmal im Scheunenviertel unterwegs, gab es eigentlich keinen Weg mehr zurück an einen Ort von vorher...

Zwischen den Gebäuden gab es Feuerschalen und Grillstände, und wer daran vorbei kam (also nicht hängen blieb), erreichte mitunter andere Räumlichkeiten.
Wir tranken unser Bier dann bei Joris Hering, ehe uns Neugier und Spielpause weiterdrängten. Das Verweilen bei Pete Gavin war eher kurz, denn der Platz war dort dermaßen knapp, dass nicht mal jemand mit 'nem Bier mehr durchpasste... Schön sitzen und hören konnte man wieder bei Kat Baloun. Toller Gesang. Tolle Mundi!




Wieder eine Pause weiter schauten wir in der Scheune vorbei, von der das Bluesspektakel wohl ursprünglich angestoßen wurde. Hier war aber die Bühne inzwischen verwaist. Eigentlich waren wir auch schon knülle, hatten selbst keine Stimme mehr, nur noch riesengroßen Hunger.
Und der wurde uns dort gestillt. Es gab noch einen Berg Schrippen. Oberteil auf Oberteil oder Unterteil auf Unterteil und Salami auf Käse oder Hühnchen auf Hühnchen oder... wie es eben kam, und wir konnten eine ganze Zeit kaum sprechen, weil wir nämlich die Gusche voll hatten...

Haste noch wat übrig? Denn lass nochma abbeißen...
Ihr Frosch

Pressestimmen:
http://www.maz-online.de/Lokales/Musik-in-Scheune-29
http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1468409

Freitag, 19. Februar 2016

Doppelte Trauer:
Frische und ganz alte Tränen...


Der Namenspatron des 1997 entdeckten Kleinplaneten mit der Registriernummer 10908 ist tot und wurde gerade zu Grabe getragen.
Die Welt ist also wieder ein Stückchen blöder geworden, obwohl wir Verbliebenen uns eigentlich alle Mühe geben...
Vielleicht genügt es aber schon, mit der Familie und Freunden einfach "nett" umzugehen.
Und zwar immer!
Oder sogar für immer!

Und vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass sich genau zwanzig Jahre nach einem 19. Februar so mancher auf einem Friedhof im Mecklenburg-Vorpommern einfindet, in stillem Gedenken eine Rose niederzulegen und dabei mit Tränen kämpfend so manch' Gedanken an früher verlierend.

Der Sachverhalt an sich ist schon längst akzeptiert worden, aber die Trauer bleibt noch immer und scheint dabei auch überhaupt nicht schwächer zu werden.
...vielleicht auch weil eigentlich damals vieles unklar war und sogar bis heute blieb.
Man hinterfragt unablässig dieses Warum.
Und man empfindet Verluste als unwiederbringlich, wenn es dafür scheinbar keinen "Ersatz" gibt.
Nie und nimmer.


Statt Trübsal zu blasen, sollte man sich freuen, immer wieder eine Gelegenheit zu finden, nach Meck-Pomm zu fahren.
...manchmal Ostsee, manchmal Seenplatte und eben auch ab und zu mal ein Dorffriedhof.

Blicken wir trotz unserer Erinnerungen (oder gerade deswegen) nach vorne. und genießen wir unsere Zeit auf Erden. Ob danach irgend etwas bleibt, liegt an uns selbst.
Lasst uns unsere Kinder küssen, unsere Enkelkinder umarmen und unsere Freunde ehren, so oft es Gelegenheit dazu gibt!
Die Lebenden geben diese Herzlichkeit sogar zurück, aber Gräber oder große Bäume oder andere Orte der Trauer und Erinnerung braucht es eben auch.

Bleiben Sie noch lange am Leben!
Ihr gerade ganz schön sinnierenden Frosch